Zurück zu Pflegepraktikum
  • Bericht
  • |
  • Catharina Nitsche
  • |
  • 07.10.2014

Die Top 5 der häufigsten Fehler im Pflegepraktikum

Nach einem aufregenden Semester in den ersten Studienjahren freut sich jeder Medizinstudent auf die Semesterferien. Doch statt die Wochen entspannt am Strand und mit der ein oder anderen Lerneinheit zu verbringen, muss jeder Medizinstudent in Deutschland 90 Tage die Arbeit von Pflegenden in einem Krankenhaus kennenlernen. Um die Zeit trotzdem so entspannt wie möglich zu verbringen, hat Catharina für dich die wichtigsten Fettnäpfchen zusammengestellt.

 

 

Studentin - Foto: Fotolia/Benicce

Das Pflegepraktikum bietet viele Fettnäpfchen. Mit diesen fünf Tipps kannst du vermeiden hineinzutappen.

  

1. Falsche Zeit und falscher Ort

Der erste Fehler kann schon vor dem Praktikum passieren. Nämlich wenn du dich für eine Station bewirbst, die nicht den Rahmenbedingungen entspricht. Um vertane Mühen zu sparen, solltest du deshalb vor deiner Bewerbung genau prüfen, ob deine Wunschstation auch passt. Dabei hilft dir das Landesprüfungsamt. Darüber hinaus solltest du vorher dringend den Zeitraum beachten. Von den insgesamt 90 Tagen müssen mindestens 30 Tage am Stück gemacht und eventuelle Krankheitstage direkt im Anschluss nachgeholt werden. Es wäre schade, wenn das komplette Praktikum durch einen Krankheitstag nicht angerechnet werden kann. Wenn du dein Praktikum schon begonnen hast und unsicher bist, solltest du dich schnellstmöglich beim zuständigen Landesprüfungsamt deiner Uni erkundigen. Dann bist du auf der sicheren Seite. Auch Studenten aus höheren Semestern oder die Pflegedirektion eines Lehrkrankenhauses (besonders einer Uniklinik) können gute Ratschläge geben.

 

 

2. Der verlorene Schlüssel

In vielen Krankenhäusern wird Praktikanten am ersten Tag ein Schlüssel übergeben. Nicht selten wird dafür ein Pfandgeld erhoben oder es wird bei Verlust eine bestimmte Summe fällig. Das können schnell mal 50 EUR sein. Deshalb ist es wirklich wichtig, in den Taschen des Kasacks zu fassen, bevor man ihn in den Wäschesack wirft! Ansonsten heißt es: den Schlüssel im Wäscheberg suchen. Und das ist wirklich nicht zu empfehlen, weil man nicht weiß, was mit den Kleidungsstücken bei der Arbeit so alles passiert ist und man zudem Glück mit der Menge an potenziellen Schlüsseltaschen haben muss. Es kann sein, dass die Kleidung nicht im Krankenhaus gereinigt wird. Je später man den Verlust merkt, desto schwieriger wird es deshalb, den Schlüssel zu finden. Ein auffälliger Anhänger für den Schlüssel lohnt sich.

 

 

3. Der satte nüchterne Patient

Das Essenausteilen hat so seine Tücken. Es ist wichtig, vor jeder Essensrunde genau nachzufragen, welcher Patient nicht essen und welcher nur bestimmtes essen oder trinken darf. Ansonsten könnte es passieren, dass bei den betroffenen Patienten eine Untersuchung nicht durchgeführt werden kann. Dadurch kann sich der Ablauf auf der Station komplett verschieben und der Arzt kommt in zeitliche Schwierigkeiten, weil ein neuer Termin vereinbart werden muss. Das könnte zu Verzögerungen von weiteren Untersuchungen oder Terminen führen. Kurz gesagt: Man bringt vielleicht alles komplett durcheinander. Eigentlich wird deshalb auch eine Liste geschrieben, in die alle Patienten mit bestimmten Diätvorschriften eingetragen sind. Falls dir das trotzdem passiert, sag am besten sofort Bescheid. Dann liegt es an den Umständen, welche Auswirkungen das wirklich hat. Eventuell lässt sich das Problem einfach lösen, indem zum Beispiel zwei Patienten den Termin tauschen. Das regeln die Pfleger oder Schwestern auf der Station.
Eine besondere Herausforderung bieten Patienten mit Schluckbeschwerden. Beim Essen austeilen kann es vorkommen, dass du die Aufgabe bekommst, diesen Patienten das Essen anzureichen. Dazu ist interessant zu wissen, dass es möglich und in solchen Fällen sogar nötig sein kann, Flüssigkeiten anzudicken. Ein Pulver verändert die Konsistenz so, dass die Patienten das jeweilige Getränk besser schlucken können.

 

 

4. Der Spülspringbrunnen

Wenn du eine Bettpfanne in die Spülmaschine stellst, achte immer darauf, dass die Bettpfanne nicht zu voll ist. Besonders viel Toilettenpapier und anderes können zu einem ungewollten Abenteuer in einer Wildwasserlandschaft führen. Die Schätzchen können verstopfen. Wenn du dir unsicher bist, frage vor dem Spülgang am besten lieber nach, ob das so funktioniert. Wenn die Maschine schon läuft und du etwas befürchtest, dann solltest du sofort Bescheid sagen und den Aus-Knopf suchen. Sehr viele Tücher und ein Anruf bei der Technik könnten das Problem im Zaum halten. Vor dem Spülgang lohnt sich auch ein Blick in die Maschine, ob eventuell davor etwas nicht zu Ende gespült wurde.

 

 

5. Ohne Worte?

Der mit Abstand größte Fehler im Pflegepraktikum ist, keine Fragen zu stellen. Du bist wahrscheinlich das erste Mal im Pflegebereich oder sogar das erste Mal richtig im Krankenhaus. Du kannst nicht alles wissen und gerade am Anfang kannst du dich noch nicht mit den Gewohnheiten des Stationsteams auskennen. Scheue nicht davor, ehrlich zu sagen, wenn du dir unsicher bist. Ist es nicht besser, du führst eine Aufgabe unter Anleitung richtig durch oder schaust zu, als dass du etwas falsch machst? Fragen ist der beste Schutz vor Fehlern. Falls du doch einen Fehler gemacht hast, solltest du Bescheid geben, denn Fragen sichert leider keine Fehlerfreiheit. In der Regel unterstützt dich das Team. Wenn du doch mal einen doofen Spruch zu hören bekommen solltest – mach dir nichts draus! Das ist bestimmt 100.000 anderen Studenten vor dir auch schon passiert.
Als kleiner Fragentipp: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass immer mehr Krankenhäuser den Praktikanten eine Essenskarte zur Verfügung stellen. Mit der können sie kostenlos frühstücken oder Mittag essen. Es lohnt sich, danach zu fragen!

Mehr zum Thema

Artikel: Mein Pflegepraktikum auf der Intensivstation

Kommentar: Das Pflegepraktikum: Zwischen Knochenarbeit und Planlosigkeit

Bericht: Pflegepraktikum auf der Onkologie

Schlagworte