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  • Marlen Lauffer
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  • 10.01.2011

Nebenjobs für Medizinstudenten

Studenten sind bekanntlich knapp bei Kasse. Das mag verschiedene Gründe haben. Fakt bleibt jedoch, dass in vielen Fällen das Geld bereits zur Neige geht, wenn vom Monat noch viel übrig ist. So greifen Studenten gerne auf einen Nebenjob zurück, der die Kasse wieder klingeln lässt. Umso besser noch, wenn es sich dabei für das eigene Studium lernen lässt. Einige der besten Studentenjobs für Mediziner sind hier zusammengefasst.

Geldverdienen und dabei noch fürs Studium lernen - leicht gemacht! Foto: Fotolia

 

Der Präpassistent

Präassistenz: Ein Klassiker unter den Studentenjobs, besonders in der Vorklinik, und definitiv nochmals eine gute Gelegenheit, nebenbei für das eigene Physikum zu lernen.

Als Präpassi bewirbt man sich am besten im 3. vorklinischen Semester, um eine gute Wiederholung im Fach Anatomie zu bekommen. Beliebt ist der Job als Präpassi auch für diejenigen Studenten, die ihr Physikum erst im Frühjahr absolvieren und so im Wintersemester genug Zeit haben, um in der Anatomie zu arbeiten. Wer den Geruch nach Formalin und das teils langwierige Präparieren an den Leichen nicht als unangenehm empfindet und von der Anatomie begeistert ist, ist hier sicherlich nicht fehl am Platz.

Ein besonderes Geschick im Präparieren wird nicht verlangt, Anwesenheit bei den jeweiligen Vorbesprechungen und zu den Präpzeiten jedoch schon. Zu den weiteren Aufgaben eines Präpassi gehören außerdem das Vorbereiten der Testate, die Aufsicht während dieser und deren Korrektur.

Bewerben können sich Medizinstudenten direkt bei der anatomischen Anstalt der LMU. Als Lohn gibt es die obligatorischen 9 Euro pro Stunde und zusätzliche einen frisch gewaschenen, grünen Präpkittel einmal wöchentlich.
Voraussetzungen sind gute Kenntnisse der Anatomie - damit die Erstsemester nicht schon mehr wissen als der Präpassistent selbst - weiterhin, und das stellt zunächst das größere Problem dar, benötigen Präpassistenten genug Zeit. Nicht selten kollidiert der eigene Stundenplan des 3. Semesters mit den Präpzeiten der Erstsemester. Immerhin gibt es in diesen Fällen die Möglichkeit, als "Springer" einzutreten und sich so die Zeiten etwas besser einzuteilen, zumal dann die Anwesenheit nicht täglich erforderlich ist.

Wer den doch etwas gewöhnugsbedürftigen Formalingeruch und das Arbeiten mit den Leichen nicht allzu sehr schätzt, hat im Sommersemester die Gelegenheit, als Betreuer des "Seminars Neuroanatomie" zu arbeiten. Auch hier gilt es, sich rechtzeitig in der Anatomischen Anstalt zu bewerben.

 

Der Tutor

Wer Spaß hat, vor Menschen zu sprechen, ein Talent zum Erklären besitzt und von einem oder einigen Fächern mehr als begeistert ist, sollte sich als Tutor versuchen. Für fast jedes Fach der Vorklinik gibt es inzwischen Tutorien.

Zumeist gilt es, als Tutor eine Gruppe von Studenten gezielt auf Nach- und Wiederholungsklausuren in den jeweiligen Fächern vorzubereiten. Hierfür widmet sich jeder Tutor einem Thema aus dem vorgegebenen Fachbereich und präsentiert bzw. erarbeitet zusammen mit dem Kurs genau diesen Themenbereich in einem Tutorium. So gibt es für ein Fach oder eine Klausur jeweils ein Team von Tutoren, in dem jeder für ein eigenes Thema verantwortlich ist.
Andere Tutorien werden von mehreren Tutoren gehalten. Dies gilt z.B. für den Bereich Neuroanatomie. Die Tutorien für Anatomie und Histologie finden während des Semesters unabhängig von Klausuren in Form einzelner Vorträge unterschiedlicher Tutoren statt.

Weitere Aufgaben eines Tutors können auch sein, Lerntexte und -skripte für die Lernplattform von MeCum zu verfassen.

Für einen Tutor gibt es an sich keine fest vorgeschriebenen Arbeitszeiten. In den meisten Fällen darf der Tutor selbst entscheiden, an welchen Tutorien er mitwirken und wie viele Stunden er insgesamt halten möchte. Auch hier gibt es 9 Euro pro geleistete Stunde, hinzu kommen noch die Arbeitszeiten für die Vorbereitung der Tutorien und die Vor- und Nachbesprechungen mit dem Tutorenteam.

Prinzipiell können Mediziner in jeder Phase des Studiums - Tutor werden, allerdings sollte das zu unterrichtende Fach bereits absolviert und die Klausur im guten bis sehr guten Bereich bestanden worden sein. So kann bereits ein Erst- oder Zweitsemester als Tutor arbeiten.

Nützlich für das eigene Studium ist in jedem Fall, dass man sich mit den jeweiligen Studieninhalten erneut auseinandersetzt. Zusätzlich lernen die Tutoren, Vorträge vorzubereiten, zu präsentieren und hinreichend und selbstverständlich korrekt auf Fragen zu antworten. Tutoren können auch üben, mit Kritik umzugehen und aus ihr zu lernen, denn wie fast alle universitären Veranstaltungen wird auch diese evaluiert.

 

Die Studentische Hilfskraft

Die Arbeit als studentische Hilfskraft ist ein Nebenjob, mit dem so gut wie jeder etwas anfangen kann. Abhängig davon, an welchen Lehrstuhl bzw. welches Institut man gelangt, sind die Aufgaben ganz unterschiedlich. Neben den Standardaufgaben wie Kopierdiensten und Büroarbeiten, gilt es beim Aufbau von Lernplattformen und Internetseiten zu helfen, Evaluierungen durchzuführen und auszuwerten, sowie Praktika zu betreuen und durchzuführen.

Einen Job am Lehrstuhl gibt es in der Regel über einen Freund, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der…. Oder man findet ihn über die Aushänge in der Uni und Internetanzeigen auf den Plattformen, auf denen gezielt nach Studenten gesucht wird. Hier wird oftmals direkt angegeben, in welchen Semester man sein sollte und welche Kurse bereits abschlossen sein sollten. Außerdem wird angeben welche Fähigkeiten und Vorkenntnisse erwünscht sind. Arbeitszeiten und Anwesenheitszeiten werden direkt mit dem Lehrstuhl besprochen, teilweise kann auch von zu Hause aus gearbeitet werden.

Auch wenn dieser Nebenjob zunächst den Eindruck macht, nicht allzu viel für das eigene Studium zu bringen, ist zu bedenken, dass sich an einem Lehrstuhl gute Kontakte knüpfen lassen. Hierdurch gelangt man möglicherweise leichter an eine gewünschte Doktorarbeit oder einen Famulaturplatz.

 

Der Praktikumsbetreuer

Wer von Büroarbeit nicht viel hält, aber trotzdem am Lehrstuhl arbeiten möchte, der bewirbt sich am besten direkt als Praktikumsbetreuer anstatt als Hiwi. Begeisterung und Begabung für Naturwissenschaften sollten hierfür jedoch vorhanden sein. Zudem wird verlangt, dass der Bewerber das jeweilige Praktikum selbst bereits bestanden hat, und dass ausreichende Fachkenntnis vorhanden ist.

Anders als bei vielen Studentenjobs handelt es sich nicht um eine Anstellung über mehrere Semester, sondern lediglich um einige Wochen gezieltes Arbeiten und Betreuen der Praktika. Diese finden in vielen Fällen während der Semesterferien statt.

Über einen festgelegten Zeitraum hinweg werden mehrere Kurse von Studenten durch ihre Praktika begleitet. Zu den Aufgaben zählen das Vorbereiten der Praktika mitsamt Herrichten der notwendigen Chemikalien und Arbeitsgeräte Und das Durchführen der Praktika, oftmals mit vorheriger Einführung und Anleitung der Studenten. Anschließend müssen in einigen Fächern noch Praktikumsprotokolle korrigiert werden.

Zu welchen genauen Zeitpunkten und in welchen Umfang Betreuer benötigt werden, ist den Schaukästen im Physiologikum zu entnehmen.

In den letzten Jahren wurden jedoch meist fachnahe Studenten - Chemiker und Biochemiker - für die Betreuung der Praktika engagiert. Beim Lehrstuhl nachzufragen, ob noch Praktikumsbetreuer gesucht werden, kostet jedoch nichts.

 

Die Aushilfe im Krankenhaus

Für Medizinstudenten in München gibt es in den Kliniken der LMU die Möglichkeit als Stationshilfe oder Sitzwache sowie im Schlaflabor zu arbeiten. Um hier eine Arbeitsstelle zu bekommen, ist lediglich der Nachweis des Medizinstudiums und die Bestätigung, dass bereits ein Teil des Pflegepraktikums absolviert wurde, notwendig.

Einmal angemeldet, sind die Arbeitszeiten äußerst flexibel einteilbar. Eine rechtzeitige Anmeldung der gewünschten Arbeitszeiten bei den jeweiligen Büros ist jedoch notwendig, denn auch hier gilt: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst".
Mehr als zwei Arbeitstage die Woche sind formal nicht erlaubt, dennoch gibt es die Möglichkeit, hier und da etwas zu "schieben". Der Stundenlohn beläuft sich zurzeit auf 8,70 Euro, wobei es keinen Zuschlag für Nacht-, Wochenend- oder Feiertagsdienste gibt.

Studenten können im Tag- oder Nachtdienst arbeiten. Tagsüber besteht die Arbeit hauptsächlich in der Mithilfe in der Pflege und variiert in diesem Fall von Station zu Station. Während der Nachtdienste gilt es vor allem, Schränke aufzufüllen, Monitore zu überwachen und Patienten an ihren Betten zu betreuen. Wenn wenig zu tun ist, bleibt viel Zeit zum Lernen fürs Studium übrig.

Während der Dienste auf Station kann man einiges über den Ablauf im Krankenhaus und die verschiedenen Krankheitsbilder lernen. Zudem gibt es Ärzte, die die angehenden Mediziner zu Untersuchungen und sogar Operationen mitnehmen. Auch hier gibt es die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und dadurch einen Famulatur oder einen PJ-Platz zu erhaschen.

Der Kommentar eines Drittsemesters zu seiner Arbeit im Krankenhaus: "Man leistet seinen Beitrag für das Wohl der Kranken und hat nebenbei noch die Chance etwas zu lernen - für das Medizinstudium folglich geradezu ideal."

Weitere Nebenjobs sind möglich

Sicherlich sind dies nicht alle Nebenjobs, die ein Medizinstudent während seines Studiums annehmen kann. Diejenigen, die zuvor eine Ausbildung zum Sanitäter oder Rettungsassistenten absolviert haben, arbeiten auch während ihres Studiums oftmals in diesen Bereichen weiter. Andere arbeiten beim Blutspendedienst oder in andere Funktionsabteilungen im Krankenhaus.

Es gibt somit mehr als genug Möglichkeiten seine eigene finanzielle Lage aufzubessern und gleichzeitig etwas für sein Studium zu lernen. Eine hervorragende Gelegenheit, zwei "Probleme" auf einen Schlag zu lösen.


Marlen Lauffer ist Medizinstudentin und Via medici-Lokalredakteurin für die LMU München


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