Zurück zu Anatomie
  • Test
  • |
  • Anne-Sophie Mehdorn
  • |
  • 19.10.2011

Unter die Lupe genommen: die Prometheus App

Alle Welt ist verrückt nach "Apps". So auch die Medizinstudenten, die die erste Anatomie-App des Thieme Verlags bereits 180.000 Mal gekauft haben. Anne-Sophie Mehdorn hat sich genau angeschaut, was die App bietet.


Was erwartet uns?

Die digitalen Lernkarten der Prometheus-App enthalten dieselben Zeichnungen wie der bekannte Prometheus LernAtlas der Anatomie von Thieme. Die Digitalisierung tut ihnen keinerlei Abbruch, und dank der fantastischen Zoomfunktion des iPhones ist es auch möglich, sich kleine Details gestochen scharf anzusehen.

Die Lernkarten sind in sieben Kategorien unterschiedlich großen Umfanges gegliedert, die den anatomischen Regionen entsprechen.

Beim Öffnen einer Region erscheint eine Liste von Ansichten, die von rein knöchernen Anteilen über Bänder und Muskeln bis hin zu den Leitungsbahnen und topographischen Bildern reicht. Außerdem gibt es teilweise radiologische Aufnahmen, die das Lernen sehr erleichtern.

Nach der Auswahl eines Bildes erscheint eine Übersicht, die mit roten Punkten gespickt ist: Dies sind Pins, die auf einzelnen Strukturen "stecken" und sie kennzeichnen. Bei Berührung erscheint ein Kasten mit dem Namen der entsprechende anatomischen Struktur. Per Button können die Pins aber auch ausgeblendet werden, so dass das blanke Bild im Überblick sichtbar ist.

Alternativ ist es möglich, durch die verschiedenen Pins zu navigieren und sich die Strukturen so anzeigen zu lassen. Außerdem ist es wie in der guten alten Lernbox möglich, die Fragen per Zuweisung eines roten, gelben oder grünen Punktes zu klassifizieren, je nachdem, ob man die Lösung gewusst hat oder nicht. Abgesehen davon kann der Nutzer die einzelne Karte in ein virtuelles Ringbuch einheften.

Zusätzlich verfügt die App über ein Quiz, das auf die jeweilige Karte zugeschnitten ist und nach den entsprechenden Strukturen fragt. Zu guter Letzt gibt es zu jeder Karte noch eine Frage nebst Antwort.

Über den "Hausbutton" geht es direkt zurück zur Startseite. Neben der Auswahl der verschiedenen Regionen, kann dort auf alle Lernkarten zurückgegriffen werden sowie die eigene Kartenauswahl im virtuellen Ringbuch angesehen werden. Auf der Startseite sind auch alle Strukturen in alphabetischer Reihenfolge auflistet und anklickbar. Wer sich in der App nicht zurechtfindet, kann unter dem Button "Hilfe" in der Bedienungsanleitung nachlesen.

 

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Voraussetzung für den mobilen Prometheus ist ein iPhone, iPod touch oder iPad mit iOS Version 4.1 oder neuer. Es werden 40.3 MB freier Speicherplatz benötigt.

 

Wie ist das Preis-Leistungs-Verhältnis?

Die ersten 21 Lernkarten sind kostenlos. Anschließend können dann die einzelnen Bereiche à 2,99 € im App Store erworben werden. Die Pakete sind unterschiedlich groß und umfassen zwischen 28 (Rücken) und 77 (Kopf und Hals) Karten. Alternativ sind auch alle 367 Lernkarten zusammen für 18,99 € zu kaufen; in diesem Fall würde man 1,94 € sparen.

 

Die App in der Praxis

Mit den Originalzeichnungen aus dem bekannten und qualitativ hochwertigen Prometheus LernAtlas der Anatomie ist die Anatomie-App ein wirklich gutes Lernmedium. Meistens ist das Mobiltelefon griffbereit und es kann schnell zwischendurch etwas gelernt, wiederholt oder nachgeschaut werden. Durch die Vergrößerungsfunktion der Appleprodukte ist es möglich, kleine Details zu zoomen und sich diese genauer anzusehen. Auch beim Chirurgie-Lernen oder auf Station kann die App als Nachschlagewerk sehr hilfreich sein.

Mit den Originalzeichnungen aus dem bekannten und qualitativ hochwertigen Prometheus LernAtlas der Anatomie ist die Anatomie-App ein wirklich gutes Lernmedium. Meistens ist das Mobiltelefon griffbereit und es kann schnell zwischendurch etwas gelernt, wiederholt oder nachgeschaut werden. Durch die Vergrößerungsfunktion der Appleprodukte ist es möglich, kleine Details zu zoomen und sich diese genauer anzusehen. Auch beim Chirurgielernen oder auf Station kann die App als Nachschlagewerk sehr hilfreich sein.

Auf der anderen Seite ist der schnelle Blick auf das iPhone - jedenfalls nach meiner Erfahrung - häufig ein eher oberflächlicher, sodass sich Lerninhalte möglicherweise nicht richtig einprägen. Das so Gelernte mag für das nächste Testat reichen, aber ich bezweifle, dass es lange in Erinnerung bleibt. Außerdem hat ein iPhone nur ein beschränktes Format, sodass mal der Überblick, mal die Größe des Bildes gelegentlich leidet.

Fraglich ist, ob die App meiner Ansicht nach für die Arbeit an der Leiche nützlich sein kann: Mir persönlich war es immer unangenehm, mein Mobiltelefon mit in den Präp-Saal zu nehmen. Zum einen aus Respekt gegenüber den Körperspendern der Leiche, zum anderen aus hygienischen Gründen.

 

Fazit

52 von 121 Käufern haben die App im iTunes Store mit fünf von fünf möglichen Sternen bewertet. Manch einer bemängelt allerdings, dass die App noch nicht für das iPad angepasst worden ist.

Mir persönlich sagt diese App sehr zu, und ich finde sie sehr gut gelungen. Sie ist ein absolutes Muss für jeden Medizinstudenten mit iPhone. Ich bin allerdings noch skeptisch, ob ich mit dieser App gut lernen kann. Vermutlich werde ich mich eher wieder an den Atlas setzen und diesen mit in den Präpsaal nehmen oder beim Chirurgie-Lernen "konsultieren".

Wäre ich aber unterwegs, und hätte keine Lust die gesamten Prometheuskilos mit mir herumzutragen, dann würde ich durchaus auf die App zurückgreifen.
Meiner Meinung nach sind die 18,99 €, für die App sinnvoll investier da sie ein ästhetisches, hochwertiges und nützliches Produkt ist, das im Gegensatz zu einem Buch auch nach häufiger Benutzung noch aussieht wie am ersten Tag.

Schlagworte

Mehr zum Thema

Lernhilfe: Eselsbrücken Anatomie

Lernhilfe: Eselsbrücke Neuroanatomie

Spickzettel: Anatomisches Miniwörterbuch