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  • Kiesewalter, B.
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  • Börm Bruckmeier Verlag GmbH
Erscheinungstermin: 14.04.2010
  • EUR [D] 14,95
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  • 4. Auflage
Anamnese und Untersuchung

Anamnese und Untersuchung

Rezension von Dorothea Müller, 1. klinisches Semester, München (TU)

Kurzbeschreibung

Dieses Buch aus der bei Studenten sehr beliebten pocket-Reihe befasst sich mit der Anamneseerhebung und der körperlichen Untersuchung. Hierbei gilt „Nomen est omen“: Das knapp 200 Seiten umfassende Büchlein ist eher ein Repetitorium zum Untersuchungskurs und enthält knapp zusammengefasstes Wissen im Kitteltaschenformat.

 

Zielgruppe

Das Buch ist an Studenten wie auch an Ärzte gerichtet. Es ist sowohl im klinischen Studienabschnitt wie auch im PJ und späteren Berufsleben sicherlich ein guter Begleiter, der durch sein Format immer griffbereit sein kann. Vorkenntnisse sollte man bei diesem Buch jedoch mitbringen, was aber sicherlich auch in der Natur der Sache liegt; denn meiner Meinung nach muss man ein Herzgeräusch einmal gehört haben, bevor man es erkennt, und die richtige Perkussionstechnik einmal gezeigt bekommen haben, bevor man sie beherrscht.

 

Inhalt

Der Inhalt kommt trotz der pocket-Form nicht zu kurz: Im ersten Kapitel wird dem Leser alles Wichtige zur Anamneseerhebung präsentiert. Dann folgen im zweiten Kapitel einige grundsätzliche Informationen zur körperlichen Untersuchung, bevor in den folgenden neun Kapiteln alle Organsysteme abgehandelt werden. Anschließend findet sich noch ein Kaptitel über die Untersuchung von Kindern, eines zur Untersuchung z.B. bei bewusstlosen Patienten fehlt jedoch. Es wird hier eher ein stichpunktartiger Überblick über das doch sehr umfassende Gebiet der Anamnese und körperlichen Untersuchung geliefert, der aber das nötige Basiswissen ganz gut abdeckt. Sehr hilfreich ist auch das knapp zwanzigseitige Glossar, das vom Adie-Syndrom bis zur Zyanose die Erklärungen liefert.Die Abbildungen sind s/w, aber in Ordnung. Oft handelt es sich um IMPP-Abbildungen oder schematische Zeichnungen, die den Text gut ergänzen.

 

Didaktik

Didaktisch kann das Buch kein Lehrbuch und keinen Kurs ersetzen (es wird im Vorwort auch darauf hingewiesen). Noch dazu ist das Lesen darin nach einiger Zeit sehr anstrengend, da die Schrift sehr klein ist. (Das Buch hat ungefähr Format A6).Es enthält Kästen mit Tipps zur Untersuchung oder zu besonderen Befunden, außerdem Tabellen mit Normwerten und Stadien- oder WHO-Einteilungen. Wichtige Dinge werden fett hervorgehoben. Der Text ist nicht durchgängig, sondern es werden Stichpunkte aufgelistet, die jedoch sehr der Übersichtlichkeit des Buches zugute kommen. Es ist also kein Buch zum Lernen und Nachlesen, jedoch eignet es sich sehr gut, um sich z.B. vor einer Untersuchung nochmals kurz die wichtigsten Dinge ins Gedächtnis zu rufen. Zur Überprüfung der Vollständigkeit der Untersuchung und Anamnese ist auch die Kurzreferenz am Ende des Buches sehr nützlich, die wie eine Checkliste durchgegangen werden kann.

 

Aufbau

Auch der sinnvolle Aufbau und die Übersichtlichkeit tragen wesentlich zu meiner Empfehlung des Buches bei. In den einzelnen Kapiteln zu den Organgebieten findet sich immer die gleiche Gliederung, die auch die chronologische Abfolge der Untersuchungen wiedergibt: 1. Vorab Tipps, was besonders beachtet werden muss, welche Probleme auftreten könnten und welche Hilfsmittel benötigt werden; dann die spezielle Topographie und als 3. die spezielle Anamnese zur nachfolgenden Untersuchung. Bei dieser werden also Inspektion, dann Palpation, Perkussion und schließlich Auskultation beschrieben. Dabei wird zunächst auf das Vorgehen eingegangen und dann werden die pathologischen Befunde vorgestellt. Natürlich werden die Befunde hier nur kurz beschrieben, aber nicht erklärt, wieso es zu diesen kommt. Register und Inhaltsverzeichnis sind vollständig und übersichtlich, und so lässt sich auch am Krankenbett schnell ein Begriff, Befund oder eine Technik nachschlagen.

 

Relevanz für die örtliche Uni

Für meine Universität ist dieses Buch nicht besonders relevant, wird auch nicht vorgestellt. Auch für Prüfungen habe ich es noch nicht benötigt, da bei uns keine Prüfungen über den Untersuchungskurs abgelegt werden (auch kein OSCE).

 

Preis

Der Preis ist mit 14,80 Euro vertretbar, jedoch erhält man dafür kein vollständiges Lehrbuch, sondern eher ein Repetitorium.

 

Fazit

"Anamnese & Untesuchung pocket" hat meiner Meinung nach den Zweck erfüllt, den der Autor verfolgt hat: Es soll kein Lehrbuch sein, sondern das nötige Basiswissen für die Anamnese und Untersuchung bereit halten. Ich finde auch das Format praktisch für den Klinikalltag, da man es locker in der Kitteltasche unterbringen kann.Als kleiner "Helfer" in Famulaturen u.Ä. wird es mir bestimmt bei der einen oder anderen Untersuchung nochmals das Vorgehen ins Gedächtnis rufen können und mich an Dinge, die zu beachten sind, erinnern. Jedoch werde ich bei spezielleren Fragestellungen sicherlich auf große Lehrbücher zurückgreifen müssen. Alles in Allem kann ich das Buch aber allen Studenten empfehlen, die ein praktisches, kleines Repetitorium suchen und sich nicht durch hundert Seiten lange Texte kämpfen wollen.