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  • Anne-Sophie Mehdorn
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  • 21.10.2011

Differenzialdiagnosen der Inneren Medizin

Auf den ersten Blick denkt sich der gemeine Student möglicherweise, was er denn mit noch mehr Innerer Medizin soll - schließlich steht in Würzburg bereits zwei Semester lang die Vorlesung Innere Medizin und das Klinische Praktikum Innere Medizin (KPIM) auf dem Stundenplan. Dass sich ein tieferer Blick in die Innere Medizin lohnt, davon erzählt euch hier Anne-Sophie.

Innere Medizin und ihre Differenzialdiagnosen können sehr spannend und auch vielfältig sein. Das möchten Herr Privatdozent Dr. Knop und sein Team in der neu initiierten Vorlesungsreihe zeigen. Ab Mittwoch, dem 26. Oktober 2011 richten die Dozenten jeweils von 17:00 Uhr bis 18:00 Uhr im großen Hörsaal ZIM 1 die Frage "What's behind?" an ihre Studenten.

Jeweils zwei Patienten aus allen internistischen Bereichen sollen pro Sitzung vorgestellt werden. Im Plenum werden dann zusammen mit den Studenten praxisorientiert und zügig die entsprechenden Differenzialdiagnosen gestellt und hinterfragt. Die Vorlesungsassistenten werden versuchen, "klassische" Fälle - teils mit typischen, teils mit atypischen Manifestationen - zu präsentieren, aber auch die "Kolibris" sollen nicht zu kurz kommen.

Schließlich soll der Student hier sein Grundwissen vertiefen und erweitern können. Er soll auch lernen, dass in der Medizin nicht immer sofort eine eindeutige Diagnose gestellt werden kann und man sich häufiger die Frage "What's behind?" stellen müsse.

Spannend wird es außerdem, wenn auch das Vorlesungsteam - bestehend aus einem Hämato-Onkologen, einer Kardiologin, einem Rheumatologen/Immunologen und einer Hämatologin - selbst die Patienten gelegentlich noch nicht lange kennt und die Diagnose auch ihnen möglicherweise nicht immer vollkommen klar sein wird.

 

Breites Sprektrum für alle Kliniker

Langfristig ist geplant, den Großteil der Patienten von den verschiedenen Stationen zu rekrutieren, so dass wirklich ein Querschnitt durch die gesamte Innere Medizin vollzogen werden kann. Dadurch soll den Studenten ein möglichst buntes Bild an Fällen vorgestellt werden. Natürlich ist die genaue Reihenfolge nicht immer planbar.

Auch wenn vorwiegend Studenten aus dem 2. und 3. klinischen Semester Vorlesungen in Innerer Medizin erhalten, lädt das neue Angebot grundsätzlich alle klinischen Semester ein.

Es handelt sich bei dieser Vorlesungsreihe nicht um eine Vorlesung im klassischen Sinne, in der ein Patient vorgestellt und dann die entsprechenden Fakten präsentiert werden. Vielmehr wird das Augenmerk auf den konkreten Fall und die entsprechenden Differenzialdiagnosen gelegt und wie man in der Praxis in solchen Fällen vorgehen muss.

 

Individuelles Modell für alle Interessierten

Die einzelnen Vorlesungen bauten nicht aufeinander auf, wie es in der Hauptvorlesung der Fall ist. Daher müssen interessierte Studenten nicht zwangsläufig jeden einzelnen Kurs besuchen, sondern können wahlweise in einzelne Vorlesungen gehen.

PD Dr. Knop sagt, auch wenn er von Haus aus Hämato-Onkologe sei, müsse niemand befürchten, dass dies eine zweite onkologische Hauptvorlesung werde! Er wünscht sich, dass die Vorlesung in Würzburg ähnlich großen Anklang wie in Tübingen finden wird. Dort waren die Hörsäle regelmäßig überfüllt, wenn es hieß: Differenzialdiagnosen der Inneren Medizin!

 

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