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  • Romeo Rieker
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  • 02.06.2016

Das erste Semester – ein Erfahrungsbericht

So ein bisschen Bammel hat wohl jeder vor dem Studienstart. Zu Recht?

Zu allererst: keine Panik! Ende Oktober, Anfang November plätschert euer erstes Semester so dahin. Ihr habt herausgefunden, in welche Vorlesungen ihr gehen solltet und (viel wichtiger) in welchen eure Anwesenheit nicht zwingend erforderlich ist.


Im Vergleich zu anderen Unis, die im ersten Semester mit dem Präparierkurs gleichen ein ziemliches Fass aufmachen, habt ihr in Ulm ein wenig länger Welpenschutz, um euch einzuleben und das Nachtleben Ulms, gerne mal auch mittwochs und donnerstags, unsicher zu machen.

Innerhalb dieser ersten drei bis vier Wochen geht auch die Online-Anmeldung (Mindestalter 18) für die ESE-Hütte los. Die ca. 70 Plätze sind meist schon nach einigen Minuten ausgebucht, denn das etwas andere Einführungswochenende irgendwo mitten im Nirgendwo ist begehrt.
Organisiert von den frisch gebackenen 3. Semestlern heißt es ein Wochenende lang sich spaßorientiert und nicht ganz abstinent kennenzulernen und gemeinsam zu feiern.
Es ist sicherlich nicht von Nachteil, den Autoschlüssel (denn ohne das geliebte Töff-Töff wird schon die Anfahrt zum Abenteuer) am Anfang abzugeben, so bleibt allen die Suche am Sonntagmittag in nicht mehr ganz so taufrischem Zustand erspart.
Es sollen hier nicht zu viele Details berichtet werden, aber Geschichten und Spitznamen von der ESE-Hütte bleiben meist weit über euer erstes Semester hinaus bestehen – kurzum: es lohnt sich!

Anfang Dezember steht zusammen mit dem Weihnachtsmann die erste richtige Klausur vor der Tür und läutet den ernsteren Teil des Semesters ein. Nach durchstandener Lernphase und hoffentlich bestandener Klausur, darf im „Trödler Abraham“ der ganze Lernstress wieder vergessen werden. Nach spätestens drei Kränzen Kölsch absolut kein Problem – die Leber wächst mit ihren Aufgaben.
Nach den Weihnachtsferien kommen Terminologie, Physik, Chemie und gehen auch wieder vorbei, die Motivierten fangen schon mit Anatomielernen an und ich kam zwischen bad-taste-Unipartys und entspannten Abenden langsam ins Schwitzen.

Wenn dann die Anatomieklausur in zwei bis drei Wochen vor der Tür steht, sollte es spätestens losgehen mit Stubenhocken für die (zugegebenermaßen recht kurze) Prüfungsphase. Nach Anatomie und Medizintechnik schließt Biologie meist morgens, die heiße Phase ab und dank einem Mangel an Vorlesungen und Pflichtveranstaltungen können sich die Feierwütigen unter euch auf zur berühmt-berüchtigten Bahnhofskneipe „Linie 1“ machen.
Den meisten Stammgästen sieht und riecht man das letzte Wochenende noch Mittwochs an, der Raum ist recht eng und verraucht aber HEY – du studierst und hast keine Prüfungen mehr, da kann man das schon mal machen – unter der Woche – Vormittags – auf nüchternen Magen.

Abends gibt’s nach dem Trödler Abraham für die Konditionierten noch die Möglichkeit, auf Semesterclosing-Partys die Nacht durchzufeiern.
Diejenigen, die in der Linie 1 sehr durstig waren oder anderweitig zu tief ins Glas geschaut haben, verabschieden sich hier meistens schon in die Semesterferien – vielleicht noch mit einem kleinen Boxenstopp auf dem heimischen WC.

Ein früherer Dekan der Medizinischen Fakultät Ulm soll gesagt haben, im ersten Semester in Ulm werde man ein wenig gepampert. Das stimmt in gewisser Weise auch, jedoch solltet ihr trotzdem vor allem Anatomie und Biologie nicht unterschätzen – vor allem weil Anatomielernen in den Semesterferien kein Spaß macht.

 

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