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  • Romeo Rieker
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  • 19.10.2016

Das erste Jahr: Was war, was wird kommen?

Ein Jahr ist es nun her, dass Sebastian an der Uni Ulm mit dem Medizinstudium begonnen hat. Hier zieht er eine Bilanz und schaut, was ihm im neuen Semester erwartet.

Wenn ich diese Woche die neuen Erstis an die Uni kommen sehe, schlägt mein Nostalgiker-Herz ein kleines bisschen höher. Als Dritti habe ich auch noch einen langen Weg vor mir und muss mich darum davor hüten, Arrogant zu werden und an der Medizinerkrankheit zu leiden. Trotz aller Unbescheidenheit wundert es mich doch, wie viel mehr oder weniger fundiertes Halbwissen ich im Vergleich zu letztem Jahr gewonnen habe.

Bei mir setzt eine Art "Mindblow-Effekt" ein, wenn ich Erstis durch die Uni führe, ihnen Sachen, die für mich mittlerweile selbstverständlich geworden sind, erkläre und sie so ein bisschen in den Studienalltag einführe. In solchen Momenten bin ich dann einfach baff, was ich schon alles hinter mir habe.

Im ersten Jahr läuft vieles so wie es soll und aus dem Rest werdet ihr hoffentlich schlauer. So steht mein Biologiebuch (angemerkt: für Mediziner!) Immer noch jungfräulich im Regal, wohingegen mein Anatomielehrbuch fast schon ein bisschen gelesen aussieht – da bin ich fast schon stolz drauf, schließlich beweist das ja auch den Besuchern, dass man das erste Jahr nicht nur mit Nasebohren verbracht hat.

Auf dem Handy, Tablett oder Laptop hat sich auch so einiges getan und neben diversen elektrischen Lehrbüchern, die großzügigerweise von den Verlagen übers Uni-Netz kostenlos zu bekommen sind, finden sich dort nun auch Apps wie „DocCheck“. Damit kann man in der Vorlesung unbekannte Begriffe kurz nachzuschlagen oder im Pflegepraktikum mal ein bisschen was von den Krankheitsgeschichten und Therapien nachlesen.

Auch sind die Wände der WG und des eigenen Zimmers nicht mehr so steril wie am Anfang des Studiums. Mittlerweile hängen z.B. die Anatomischen Lernposter der Prometheus-Atlanten, damit etwaige Besucher auch gleich mitkriegen - OBACHT! - hier wird aber ganz fleißig studiert.
Der obligatorische Knochenmann einer Mediziner-WG fehlt zwar noch, aber wir haben ja noch ein paar Semester Zeit.

Ein klein wenig trauere ich dann doch auch dem Gefühl nach, bei fast jeder Gelegenheit morgens, recht angeschlagen vom Abend davor, in Vorlesungen und Seminare zu stolpern.
Die Gelegenheiten werden zwar weniger, was aber lange noch nicht heißt, dass es gar keine mehr geben wird ;-)
Der kleine sentimentale Rückblick endet spätestens beim Blick in den engen Terminkalender, wo die Präpariertestate schon dick und fett markiert sind. Der Präparierkurs, auf den man im ersten Jahr mittels anatomischer Demonstrationen und Berichten älterer Semester vorbereitet und heiß gemacht wurde, steht vor der Tür und dominiert das kommende Semester und hoffentlich nicht allzu sehr die sozialen Kontakte.
Trotz des Arbeitsaufwands soll es sich mehr als lohnen und man kann auch mit einem freudigen Blick nach vorne schauen.

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