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  • Laura Trif
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  • 17.03.2021

Tipps für die erste mündliche Anatomieprüfung

Die Aussicht auf eine 10-minütige mündliche Anatomieprüfung, die jedes beliebige Thema des ersten Semesters beinhalten kann, verursacht bei dir Herzrasen und Schnappatmung? Keine Panik, sagt Laura, mit diesen 6 Tipps rockst du die Prüfung ohne Probleme.

 

 

In Tübingen hat man im ersten Semester die Hauptvorlesung Anatomie, bei der man einen Überblick über den gesamten Körper und dessen Organsysteme bekommt. Normalerweise finden dazu im ersten Semester zwei mündliche Anatomie-Testate statt, durch die aktuelle Covid-19-Pandemie gibt es aber momenatan nur eine mündliche Prüfung am Ende des Semesters. Die mündliche Prüfung dauert 10 Minuten und kann jedes Thema der Hauptvorlesung umfassen. Diese Prüfungssituation ist für viele Studierende ungewohnt und kann schon mal nervös machen. Hier bekommst du Tipps, wie du die erste mündliche Anatomieprüfung erfolgreich meisterst.

 

  1. Fange rechtzeitig an zu lernen. Klingt banal, ist aber so wichtig. Und erspart dir am Ende auch eine Menge Stress. Weiterhin wichtig ist es, den gelernten Stoff regelmäßig zu wiederholen. Generell ist Wiederholung unglaublich wichtig, besonders, wenn du so wie ich zu den Menschen gehörst, die die Dinge einfach mehrmals durchgehen müssen, bis es richtig sitzt. Außerdem sollte man auch versuchen, laut zu wiederholen. Denn die mündliche Prüfungssituation ist oft ungewohnt und viele Studenten wissen zwar viel, können es aber nicht so passend formulieren. Deshalb hilft es, die Infos und Zusammenhänge auch einmal laut auszusprechen.
  2. Versuche, einen Überblick über jedes Organsystem zu bekommen. Du solltest zu jedem Thema wenigstens die Grundlagen wissen und dazu etwas sagen können. Natürlich wird teilweise auch nach Details gefragt, diese entscheiden normalerweise aber nicht über dein Bestehen. Viel wichtiger ist es, sich Zusammenhänge und beispielsweise Kreisläufe klarzumachen. In Anatomie muss man zwar viel auswendig lernen, doch ein gewisses Verständnis ist auch sehr wichtig. Man muss zugeben, dass die Stoffmenge doch ziemlich groß ist und Anatomie nur eines von vielen Fächern im ersten Semester ist. Dennoch würde ich dir nicht empfehlen, große Lücken beim Lernen zu lassen. Fokussiere dich lieber auf die Grundlagen, und lasse manche Details weg. Ich wurde bei meiner ersten Prüfung fast ausschließlich nur zur Nase befragt. Da war ich froh, dass ich bei diesem doch recht kleinen Thema keine Lücke gelassen habe.
  3. Suche dir ein Lieblingsthema aus. Manchmal hat man Glück und der Prüfer/die Prüferin lässt dich das Thema aussuchen und einfach ein wenig darüber erzählen. Es lohnt sich, dir darüber wenigstens ein klein wenig Gedanken zu machen.
  4. Informiere dich über deinen Prüfer/deine Prüferin. Darüber bekommt man meist einige Tage vorher Bescheid. Am besten fragst du ältere Studenten/Studentinnen oder Tutoren/Tutorinnen nach ihren Erfahrungen. Auf was wird besonders Wert gelegt, welche Themen werden gerne gefragt – diese Infos können wirklich hilfreich sein und dir noch einmal einen Hinweis geben, auf was du in den letzten Tagen vor der Prüfung den Fokus legen könntest. Aber richte dich auch nicht zu sehr nach diesen Erfahrungsberichten. Es gibt immer den ein oder anderen „speziellen“ Prüfer und dies kann im Vorfeld oft entmutigen. Doch das sollte dir nicht passieren! Stecke den Kopf nicht in den Sand, wenn der Ruf deines Prüfers/deiner Prüferin nicht der Beste sein sollte. Auch dort bestehen viele Studenten und oftmals sind die Prüfer/Prüferinnen wirklich kulant, besonders weil sie wissen, dass es deine allererste Anatomieprüfung ist.
  5. Am Tag der Prüfung solltest du dich vor allem nicht zu sehr stressen. Plane ausreichend Zeit ein, damit du pünktlich und mit möglichst wenig Stress an den Prüfungsort gelangst. Atme tief durch, so eine Prüfung ist halb so wild und geht wirklich schnell vorbei. Und falls es doch nicht geklappt hat: Kopf hoch, das kann jeden mal passieren und ist überhaupt nicht schlimm. Und die Nachprüfung findet meist einige Wochen später statt, sodass du noch genügend Zeit hast, dich darauf vorzubereiten, aber auch nicht bis zum nächsten Semester warten musst.
  6. Wenn du dir unsicher bei einer Frage bist, versuche es trotzdem, beispielsweise indem du einfach laut überlegst. Auch ich war vor meiner ersten Anatomieprüfung ziemlich aufgeregt. Ich war zwar gut vorbereitet, hatte aber natürlich schon Respekt vor dieser ungewohnten Prüfungssituation und irgendwie ein wenig Angst, wichtige Infos einfach zu vergessen. Im Nachhinein war die Prüfung total in Ordnung. Ich hatte eine sehr angenehme Prüferin und die Prüfung an sich war super schnell vorbei. Und es ist wirklich nicht schlimm, wenn man nicht auf jede Frage eine Antwort hat. Viele Prüfer/innen geben dann auch Hilfestellungen und versuchen, gemeinsam mit dir die Antwort herzuleiten. Abschließend möchte ich noch sagen: Mach dich nicht zu verrückt, natürlich ist es völlig normal, ein wenig nervös vor so einer Prüfung zu sein. es ist aber wirklich kein Hexenwerk, wenn du dich genügend vorbereitest. Und falls es doch mal nicht klappen sollte: Auch das ist kein Weltuntergang. Beim zweiten Mal klappt es bestimmt!

Und nun wünsche ich dir viel Erfolg bei deiner ersten Anatomieprüfung!

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