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  • Antonia Greb
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  • 25.02.2014

Bewerbungsverfahren an der PMU: Bin ich drin?

Jedes Jahr bewerben sich hunderte junge Studieninteressierte an der PMU für den Studiengang der Humanmedizin. Doch wie kommt man rein? Wer entscheidet, ob man einen Platz bekommt? Und nach welchen Voraussetzungen und Kriterien wird entschieden? Fragen über Fragen, die Antonia hiermit zu beantworten versucht.

 

Foto: Fotolia / Jeanette Dietl

 

In meinem letzten Artikel habe ich dir geraten, dich an der PMU für das Medizinstudium zu bewerben. Nun verrat ich dir, wie's geht – Tipps inklusive.

 

Bewerbungsvoraussetzungen

Bewerben kannst du dich jeweils zwischen dem 01. Januar und dem 31. März eines Jahres, insgesamt jedoch nicht öfters als zweimal. Da das Medizin-Studium an der PMU nicht wie andernorts in Semester, sondern in Jahre gegliedert ist, ist eine Aufnahme nur zum Beginn des ersten Studienjahres im August möglich.

Wenn du dich bewerben möchtest, solltest du als erstes darauf achten, alle benötigten Unterlagen bereitzuhalten. Dazu gehört natürlich eine Kopie des Matura- oder Abiturzeugnisses zum Nachweis der allgemeinen Universitätsreife. Wenn dein Zeugnis mit einem anderen Notensystem als 1-5 ausgestellt ist, wie z.B. in Deutschland, musst du eine Notenumrechnung beilegen, die dem österreichischen Notensystem entspricht. Mehr Infos dazu gibt's auf der Uni-Website.

Im Zeugnis sollte außerdem vermerkt sein, dass du mindestens eine Wochenstunde in Biologie nach der achten Schulstufe besucht hast. Ist dies nicht der Fall, kannst Du jedoch vor Beginn des Studienjahres eine Zusatzprüfung an der Uni über den relevanten Lehrstoff in Biologie ablegen. Hast du deinen Hauptwohnsitz in einem anderen EU-Land, musst du die Zulassungsvoraussetzungen des jeweiligen Landes erfüllen und dein europäisches Abiturzeugnis einreichen. Bei Nicht-EU-Ländern müsstest du zusätzlich eine beglaubigte, gegebenenfalls übersetzte, Bestätigung vorlegen.

Außerdem solltest du Deutsch und Englisch beherrschen. Ein Latinum musst du noch nicht zwangsläufig vorweisen. Wenn du es noch nicht hast, kannst du im 1. Studienjahr den Lateinkurs besuchen. Keine Angst, du wirst nicht allein sein: In jedem Jahrgang holen 10-15 Studierende das Latinum nach.

Darüber hinaus sieht die Universität vor, dass man noch vor Studienbeginn eine mindestens vierwöchige Berufsfelderkundung abgeschlossen haben muss. Das kann zum Beispiel ein Praktikum im Krankenhaus, in einem Pflege- oder Altersheim, als Rettungssanitäter oder der Zivildienst sein, sofern du dabei direkten Kontakt mit Patienten hattest. Ein Praktikum in einer Arztpraxis kannst du auch machen, aber dabei sollte es sich logischerweise nicht gerade um die Praxis deiner Eltern oder Verwandten handeln. Wenn du die allgemeine Hochschulreife, also Matura oder Abitur, erst im Jahr der Bewerbung ablegst, kannst du das Praktikum auch im Sommer vor Studienbeginn machen. Die entsprechende Zusage für den Praktikumsplatz solltest du dann aber der Bewerbung beifügen.

 

Schritt 1: Online-Anmeldung

Sind alle formalen Voraussetzungen erfüllt, kannst du dich online anmelden. Dazu füllst du das Online-Bewerbungsformular aus (Link über Homepage der Uni) und lädst die erforderlichen Unterlagen hoch. Zu Letzteren zählt neben Lebenslauf und Zeugnissen auch ein Motivationsschreiben, das mitunter die Grundlage für die erste Vorauswahl (Einladung zum Aufnahmetest) darstellt. Damals, als ich mein Motivationsschreiben verfasste, wusste ich selbst nicht genau, wie ich es am besten formuliere. Daher hier ein paar Tipps:

 

 

Nachdem du das Online-Formular ausgefüllt, alle Unterlagen hochgeladen und abgesendet hast, erhältst du Zugang zur Online-Bewerberplattform „Campus“. Hier kannst du nun auch die Rechnung für die Bewerbung einsehen. Die Rechnungsnummer solltest du unbedingt bei Bezahlung angeben. Achtung: die Bearbeitungsgebühr ist deutlich teurer, wenn du dich nach dem 20. März bewirbst. Also lieber nicht zu lange vor dir herschieben!

 

Der nächste Schritt: Aufnahmetest

Bist du zum Aufnahmetest eingeladen worden? Glückwunsch, die erste Hürde ist geschafft! Vor dem Aufnahme-Test graut es dennoch vielen Bewerbern. Und auch an der Uni ranken sich wilde Gerüchte über seine Konzeption und Auswertung. Tatsache ist, dass er wohl von einem Psychologen-Team erstellt wurde. Doch selbst nach Aufnahme zum Studium erfährt man nicht, wie und von wem er wirklich ausgewertet wird. Daher: bleib am besten möglichst entspannt und gib einfach dein Bestes.

Der Test dauert ca. fünf Stunden – ich weiß, ganz schön lang. Rückblickend war er aber sehr viel harmloser als vermutet. Auch werden ganz verschiedene Bereiche abgefragt, was das Konzentrieren ein wenig vereinfacht. In den Fächern Biologie, Physik und Chemie werden dir einige Fragen gestellt, die du aber mit den naturwissenschaftlichen Kenntnissen aus der Schule beantworten kannst. Jedenfalls waren es vor zwei Jahren deutlich weniger Fragen, als ich erwartet hatte. Außerdem werden deine Englischkenntnisse überprüft, vor allem zum Textverständnis – aber ebenso auf Matura- bzw. Abiturniveau, und du wirst zur Bedeutung verschiedener Fremdwörter befragt. Leider erfährst du nie, ob du alles richtig beantwortet hast. Ansonsten würde ich dich direkt auf einen Kaffee einladen, wenn du hier alles richtig beantwortet hast.

Und noch ein ganz wichtiger Tipp: egal, wie sehr dich die Fragen verwirren, lass dich nicht beirren. Denn ein Großteil des Testes dient ganz sicherlich nur der Evaluierung, wie du auf Stress reagierst. Also wieder: locker bleiben. Zu diesem psychologischen Teil des Testes zählen auch Fragen zu deiner Arbeitseinstellung und Persönlichkeit. Ein großes Augenmerk scheint dabei auf der Selbsteinschätzung zu liegen. Dabei gilt: immer ehrlich sein und die eigene Leistung nicht zu unter - aber nach Möglichkeit auch nicht zu überschätzen. Darüber hinaus werden dir natürlich auch klassische IQ-Fragen (Intelligenz, Logik, Mathe...) gestellt und solche, die deine Lern- oder vielmehr Merkfähigkeit überprüfen.

Ab Ende Mai erfährst du dann per Mail, ob du zum Interview geladen wirst.

 

Letzte Hürde: Interview

Vor dem Interview bangt es natürlich vielen Bewerbern. Gleich vorneweg: völlig zu Unrecht. Denn man hat es nur sehr begrenzt in der Hand, wie das Interview verläuft. Jeder ist nervös – das war ich auch, als ich mit einem Mitbewerber im Foyer des Wyss-Hauses saß und darauf wartete, in einen der Hörsäle gebeten zu werden. Am besten ist es, möglichst unvoreingenommen in das Gespräch zu gehen und zu versuchen, natürlich zu sein. Einmal tief Luft holen und los geht's!

Ich selbst hatte damals irrsinnig Glück, weil mein Interview eher so lief wie ein netter Plausch am Kaffeetisch. Letztlich braucht man eben genau das: ein wenig Glück. Denn die Energie während des Gespräches ergibt sich und lässt sich nur geringfügig beeinflussen. Befragt wurden wir damals jeweils von drei Personen: einem Psychologen, einem Lehrenden und einem Kliniker.

In erster Linie geht es darum, dich besser kennenzulernen und Fragen nochmal anzusprechen, die sich bisher noch nicht aus deiner Bewerbung erschlossen haben. Also genau die Fragen, über die du dir bereits beim Verfassen des Motivationsschreibens Gedanken gemacht hast: Warum willst du Medizin studieren? Warum an der PMU? Und: Hast du dir bereits Gedanken über die Finanzierung des Studiums gemacht, falls du angenommen würdest? Darüber hinaus ergeben sich meist aus deinem CV weitere Fragen, die da lauten könnten: Warum hast du dich für gerade diese Berufsfelderkundung entschieden? Wie hat dich dein Auslandsjahr geprägt? Was treibst du gerne in deiner Freizeit? Was hast du aus deiner Zeit als Kapitän der Fußballmannschaft mitgenommen? Wie gesagt, diese Fragen sind dann ganz individuell.

Die Dauer des Interviews kann ganz unterschiedlich sein, je nachdem, wie das Gespräch verläuft und/oder das Komitee drauf ist.

Was ziehst du an? Ich hatte mich damals für Jeans und Bluse entschieden. Damit liegt man nie falsch, glaube ich. Auch als männlicher Bewerber ist der Anzug ein bisschen zu formal.

 

Bist du drin?

Das erfährst du, nachdem die Interviews deiner Mitbewerber abgeschlossen sind, also frühestens Anfang Juli. Unter Umständen wirst du auch auf die Warteliste aufgenommen. In dem Fall sehen die Chancen gar nicht schlecht aus.

Noch Fragen? Dann kannst du jederzeit im Sekretariat anrufen. Die Damen sind unglaublich nett und helfen gerne weiter.

 

 

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