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  • Anna Wötzel
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  • 06.10.2022

TMS – der Schlüssel zum Medizinstudium

NC-Grenzwerte von 1,0 lassen so manchen Traum vom Medizinstudium platzen. Durch Studierfähigkeitstests wie den Test für medizinische Studiengänge (TMS) kann sich die verschlossen geglaubte Tür wieder öffnen. Vorausgesetzt, die Vorbereitung stimmt.

 

Auch das Informieren über erlaubte und verbotene Gegenstände gehört zu einer guten TMS-Vorbereitung dazu.

 

Seit 2007 spielt der Test für medizinische Studiengänge eine immer größer werdende Rolle bei der Studienplatzvergabe in Deutschland. Für das Wintersemester 2022/23 berücksichtigten 37 der 39 medizinischen Fakultäten eine erfolgreiche Teilnahme als Auswahlkriterium. Der Test überprüft nicht, wie fälschlicherweise oft angenommen, dein medizinisches Fachwissen, sondern studienrelevante Fähigkeiten.

Insgesamt acht Untertests ermitteln dein Können in Merkfähigkeit, räumlichem Denken, Textverständnis und im Umgang mit Zahlen und Größen. So musst du zum Beispiel in einem der Untertests Fehler in Strukturen erkennen. Eine Fähigkeit, die dir im Arztberuf weiterhelfen kann, Röntgenbilder zu deuten. Dazu erfordern die Bearbeitungsdauer von etwa fünf Stunden und der ständige Zeitdruck eine Menge Konzentration und Ausdauer. 

Die Idee zu einem bundesweiten Eignungstests existiert schon seit Ende der Siebziger Jahre. Rasch steigende Studienbewerberzahlen und ungleiche Auswahlkriterien sorgten damals für Probleme. Folglich entwarf das „Institut für Test- und Begabungsforschung“ (ITB) die erste Fassung des TMS. Noch heute ist das ITB für die Bewertung und die Bereitstellung des Tests zuständig. Die medizinische Fakultät Heidelberg organisiert die Testdurchführung. Zweimal pro Jahr an jeweils zwei Terminen kannst du deine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Dabei ist zu beachten, dass jede/r den TMS nur einmal und zwar innerhalb eines Jahres wiederholen darf.  Die über 70 Testorte verteilen sich über ganz Deutschland. 

Der erste Schritt zu einer erfolgreichen Teilnahme ist eine rechtzeitige Anmeldung. Je nachdem, ob du Erstteilnehmer*in bist oder den Test wiederholst, musst du dich vier Monate vor dem Test innerhalb eines bestimmten Zeitraumes anmelden. Aktuelle Informationen zu den Anmeldephasen erhältst du auf der offiziellen Website des TMS. Die Anmeldegebühr beträgt 100 Euro und sollte Motivation genug sein, den Test ernst zu nehmen. 

Auch wenn der TMS kein klassischer Wissenstest ist, sind die abgefragten Fähigkeiten gut trainierbar. Laut des Vorbereitungsreports (Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik, 2005) pendelt sich die optimale Vorbereitungszeit zwischen 35 und 50 Stunden ein. Schon das Einlesen in die Aufgabenstellungen der einzelnen Untertests verschafft einen gewaltigen Vorsprung zu Teilnehmenden, die sich gar nicht vorbereiten. Sobald du mit den Übungen vertraut bist, solltest du die Bearbeitung der Untertests den Bedingungen des Testtages anpassen. Probiere mehrere Untertests in Folge und im gegebenen Zeitrahmen zu bearbeiten. Zum intensiven Training der einzelnen Untertests sind Übungsbücher empfehlenswert. Beim Kauf lohnt es sich nach gebrauchten Exemplaren Ausschau zu halten, da die meisten Tests mit Bleistift bearbeitet werden. 

Bereite dich nicht nur auf den Inhalt, sondern auch auf den Testtag selber vor. Anreisestress, Schlafmangel oder vergessene Utensilien solltest du vermeiden. Auch harntreibende Getränke sind ein No-Go. Denn durch Toilettengänge verlorene Zeit bekommst du nicht angerechnet. Achte auch auf die Regeln zur Testteilnahme. Was sollte es Ärgerlicheres geben, als aufgrund einer falschen Bleistifthärte vom Test ausgeschlossen zu werden?
Wenn der große Tag kommt, ist cool bleiben angesagt. Denn im Endeffekt geht es im TMS genau darum: Ruhe bewahren. Es gibt mehr Aufgaben als du in der Zeit bearbeiten kannst. Und du musst bei jedem Untertest aufs Neue 100 Prozent geben. Egal, wie gut oder schlecht der Vorherige lief. 

Nach überstandenem Testtag ist Geduld gefragt. Erst zwei Monate nach Teilnahme ist das Ergebnis auf der TMS-Website einzusehen. Und vielleicht ist es dein Schlüssel zum Medizinstudium.
 

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