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  • Marlen Lauffer
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  • 24.09.2013

Start in die Famulatur

Egal, ob es die erste Famulatur ist, oder bereits die letzte: der erste Tag auf der neuen Station ist immer aufregend. Ob die Ärzte nett sind? Was für Patienten erwarten einen? Kommt man mit dem Pflegepersonal klar? Ein paar Tipps für den Start in die Famulatur.

Medizinstudentin - Foto: gehringj/istockphoto

Mitbringen

Um für den ersten Tag gewappnet zu sein, sollte einige wichtige Mitbringsel nicht vergessen werden. Neben entsprechender Kleidung, die einem je nach Klinikum auch gestellt wird (am besten vorher abklären), sollte in jedem Fall das Stethoskop nicht fehlen. Nützlich sind auch ein Reflexhammer und eine Diagnostikleuchte. Von Vorteil können zudem Checklisten oder  Pocketbücher sein. Gerade ein Büchlein mit den wichtigsten Arzneimitteln stellt sich oftmals als kleiner Retter in der Not heraus. Dann fehlen eigentlich nur noch ein paar Stifte und ein Notizbuch, um sich hilfreiche Tipps, wichtige Telefonnummern oder ähnliches aufschreiben zu können. Was auch nicht fehlen darf, jedoch häufig vom Klinikum gestellt wird, ist ein Namensschild. Die Patienten, Ärzte und Pflegekräfte wollen ja schließlich wissen wer ihr seid.

 

Sich vorstellen

Damit diese jedoch nicht ausschließlich auf euer Namensschild angewiesen sind, ist es wichtig, dass ihr euch als erstes bei allen vorstellt. Wie ihr wisst, sind die ersten 5 Sekunden entscheidend und können gut mit einer Vorstellung genutzt werden. Zunächst bei den Ärzten, die einen die Famulatur über betreuen werden und in jedem Fall beim Pflegepersonal, denn auf deren Hilfe könnt ihr im Zweifel nicht verzichten und es kann niemals schaden, wenn ihr hier gleich einen guten Eindruck hinterlassen habt. Abhängig vom Klinikum und den dortigen Strukturen ist eine Vorstellung bei den Oberärzten und dem Chef auch sinnvoll.

 

Alles erkunden

Um von Anfang an als Mitglied im Team auf Station mithelfen zu können, sollte man zuerst die Station und die Abläufe kennen lernen. Ein Überblick über die verschiedenen Zimmer und Abstellräume schadet nicht, so lassen sich Verbandmaterialien und alles für die Blutabnahme schnell finden, auch die Rohrpost muss dann nicht lange gesucht werden. Eine kurze Einführung in das Klinikprogramm darf hier auch nicht fehlen, vielleicht wollt ihr einmal einen Arztbrief schreiben oder eine Anforderung für eine Untersuchung stellen. Sinnvoll ist es auch sich direkt zu erkunden, wie Blutentnahmen und andere Materialien gekennzeichnet und verschickt werden, damit ihr dies später alleine machen könnt. Hier ist zu klären, ob z.B. eine Anforderung im PC erstellt werden oder ein Antrag schriftlich ausgefüllt und mitgeschickt werden muss oder gar beides.

Dann solltet ihr noch klären wie der Stationsablauf ist. Was wird morgens als Erstes gemacht, gibt es eine feste Zeit für die Visiten, wann sind Stations- oder Klinikbesprechungen, zu welchen anderen Terminen solltet ihr anwesend sein. Und natürlich das Wichtigste: Habt ihr eine Mittagspause und gehen hier alle zusammen in die Kantine oder bringt sich jeder etwas mit.

 

Sich helfen lassen

Eigentlich kann es jetzt schon losgehen. Welche Tätigkeiten ihr auf Station übernehmen dürft, hängt von den Ärzten und natürlich eurem Kenntnisstand ab. Wenn ihr etwas bereits alleine beherrscht, wie zum Beispiel Blutentnahmen, dann könnt ihr das gerne sagen, diese darf man dann meist auch alleine machen. Da ihr eine Famulatur macht um etwas zu lernen und eure praktischen Fähigkeiten zu verbessern, gilt für alles was ihr nicht könnt die Regel, dass ihr es euch einmal erklären bzw. zeigen lasst oder mit einem Arzt gemeinsam ausführt, um es dann später selbstständig ausführen zu können.

Wenn ihr euch bei etwas unsicher seid, dann fragt lieber noch einmal nach, das nimmt euch niemand übel und ist immer besser als etwas falsch zu machen. Generell könnt ihr euch merken, dass ihr euch immer helfen lassen könnt, wenn ihr nicht weiter wisst. Wenn ihr eine Aufgabe nicht übernehmen wollt, weil ihr sie euch nicht zutraut, dann lasst es sein, es kann euch niemand zu etwas zwingen. Solltet ihr noch spezielle Dinge lernen wollen, wie etwa Schallen oder einmal eine LP durchführen, dann äußert eure Wünsche. Vielleicht gibt es ja die Zeit und die Gelegenheit, das eine oder andere einmal zu üben.

Um euer theoretisches Wissen zu verbessern, gibt es nur einen wichtigen Tipp: Fragen, fragen, fragen. Wenn euch nicht klar ist, wieso ein bestimmtes Medikament angeordnet wurde, wieso ein bestimmter Blutparameter gemessen wird oder welche Differentialdiagnosen noch in Frage kommen, hakt nach, zeigt Interesse und nehmt so viel Wissen aus der Famulatur mit, wie ihr nur könnt.

 

Loslegen

Jetzt bleibt nur noch zu sagen: Nutzt eure Famulatur, um so viel zu lernen wie möglich und so viel Praxiserfahrung zu sammeln wie nur geht. Jetzt ist noch jemand griffbereit, der euch bei Problemen zur Seite stehen kann und als Ansprechpartner dient. Irgendwann seid ihr diejenigen, die den Studenten etwas beibringen sollen. Also, viel Spaß beim Start in die Famulatur!

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