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  • Sarah Gruninger
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  • 16.01.2024

Vom M2 bis zum M3 in Marburg

Wie an allen anderen medizinischen Universitäten folgt an der Philipps-Universität Marburg auf das 2. Staatsexamen das praktische Jahr und dann eine letzte mündliche Prüfung – das 3. Staatsexamen. Sarah berichtet von ihren aktuellen Erfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

 

 

Anmeldung Praktisches Jahr (PJ) 

Schon vor dem zweiten Staatsexamen läuft bereits die Frist zum Registrieren für das praktische Jahr auf dem PJ-Portal ab. Hierzu kommt die ein oder andere Erinnerungsemail vom Dekanat, aber es ist auch eine gute Organisation und Planung gefragt. Zuerst beginnt die Vergaberunde für die Plätze in Marburg, danach für die Plätze deutschlandweit. Du bekommst eine Zeit und Datum für die Wahl deiner Plätze zugeteilt. Solltest du im Ausland das PJ machen wollen, so gibt es dafür einen Platzhalter. Für die jeweiligen Tertiale gibt es verschiedene Fristen bis zu jenen du deinen Wunsch ändern kannst und die noch freien Plätze tauschen kannst. Wichtig ist außerdem ein Besuch bei dem/der Betriebsarzt/ärztin, um deine Eignung für das PJ zu bestätigen. Dieses Formular muss dem Dekanat zugestellt werden.
 

Anmeldung M3

Während des PJs befolgst du vor allem die Regeln und Logbücher der Krankenhäuser/ Arztpraxen, in denen du arbeitest. Wichtig wird das Landesprüfungsamt in Marburg, wenn es um die Anmeldung für das M3 geht. Die Anmeldefrist ist im Herbstturnus im Juni, im Frühjahrsturnus im Januar. Einreichen solltest du den online ausgefüllten Antrag (ausgedruckt und unterschrieben), deine Stammdatenblätter seit dem M2 und die bisherigen PJ Zeugnisse. Die fehlenden PJ Zeugnisse, sowie das aktuelle Stammdatenblatt solltest du natürlich nachreichen, weil sie zum Zeitpunkt des Antrages noch nicht vorliegen werden.
 

Bekanntgabe Prüfer*innen und Prüfungstermin

Noch während des letzten Tertials, aber wahrscheinlich in der Zeit, in der du schon „lernfrei“ genommen hast, wird dir die Ladung für das M3 mitsamt der Bekanntgabe der Prüfer*innen über das Onlineportal gesendet. Bis hierhin hast du wahrscheinlich nur mit Fallbüchern dein Wissen abgefragt und vertieft, ab jetzt kannst du dich prüferspezifisch vorbereiten. Dies funktioniert am besten auf der Basis von bereits abgehaltenen Prüfungen der Prüfer*innen (an diese Info kommt man dank neo-consult und der Fachschaft). Gleichzeitig kannst du anhand des Prüfungstermins und der Prüfer*innenkombination deine Mitstreiter suchen. Dies geht am besten in den Whatsapp-Gruppen der PJ-Studierenden des aktuellen Semesters. Habt ihr euch gefunden, so solltet ihr auf jeden Fall eure Prüfer*innen kontaktieren und fragen, ob sie ein Vorgespräch wünschen. Hier kann der/die Prüfer/-in dir hilfreiche Tipps oder Einschränkungen der Themenauswahl mitgeben. Du bekommst so auch schon einen Eindruck über die Prüfer*innen und kannst dich schon einmal besser in die Prüfungssituation hineindenken.

 
Vorbereitung auf eine mündliche Prüfung

Außer der Physikumsprüfung und der Prüfung in der Mikrobiologie im 5. Semester hat ein/-e Marburger Student/-in bis dato nicht viel Erfahrung in Sachen mündlicher Prüfung gesammelt. Umso wichtiger ist es, dass du dich auf diese besondere mündliche Prüfung am Ende des Studiums angemessen vorbereitest. Dies geht am besten, indem du die Prüfung vorspielst. Vorzüglich mit deinen Kommiliton*innen, denen es genauso geht. Entweder direkt die Studierenden aus derselben Prüfungsgruppe oder Freunde, die durch andere Themenschwerpunkte neue Sichtweisen aufwerfen können. Hast du noch einige Wochen, könnte es sich anbieten, anfangs nur einmal die Woche durchzusprechen. Je näher die Prüfung rückt, kannst du die Frequenz erhöhen. Zu dritt oder viert spricht es sich gut durch, denn so kann einer auf die Zeit achten und Notizen machen, während einer den anderen abfragt.
 

Der erste Prüfungstag

Anders als an manchen Universitäten erhält man erst am Prüfungsmorgen die Informationen zu „seinem/r“ Patient/-in der Prüfung. Meistens trifft man sich dazu mit dem Prüfungsvorsitz auf der jeweiligen Station. Nun ist es wichtig, ein geordnetes, effizientes Vorgehen an den Tag zu legen. Hier sind einige Tipps:

1.    Ich empfehle dir, dich zuerst den Assistenzärzten/-innen auf der Station vorzustellen. Sie können dir einen Zugang zum Orbis geben und wichtige Informationen über den/die Patienten/-in erzählen. 

2.    Da gegebenenfalls nicht zu jeder Zeit und nicht für jeden Prüfling ein Zugang vorhanden ist, lohnt es sich die wichtigsten Befunde und den provisorischen Arztbrief auszudrucken. Eine kurze Durchsicht sollte für den ersten Überblick reichen. 

3.    Nun geht es zum/zur Patient/-in. Hierfür empfehle ich dir bereits im Vorhinein einen Ablauf aufzuschreiben oder eine Art Checkliste zu machen, damit du keine wichtige Frage oder Untersuchung vergisst. Plane lieber ein wenig mehr Zeit für das Patientengespräch ein, als am Ende immer wieder ins Patientenzimmer rennen und nachfragen zu müssen. 

4.    Je nachdem, ob du einen Arztbrief, Anamnesebogen oder nichts abgeben musst, bleibt dir nun mehr oder weniger Zeit dich auf die Patientenvorstellung vorzubereiten. Hier ist wichtig, dass du im Vorgespräch ausmachst, wie sich dein Vorsitz diese Vorstellung vorstellt. Manche bevorzugen eine kurze, prägnante Vorstellung, bei manchen darfst du erst einmal 10 Minuten reden. 

5.    Die Vorbereitung machst du am besten in einem Raum im Klinikum, den du vorher im Internet buchen kannst. Tu dies am besten einige Wochen im Voraus, da es sonst schwierig sein kann einen Timeslot von 7:30-16:00 zu erhalten.

6.    Nimm dir etwas zu Essen mit, welches du auch Zwischendrin zu dir nehmen kannst, damit du nicht in der Prüfung plötzlich Hunger bekommst. 

Der erste Tag geht sehr schnell rum. Wichtig ist, ruhig zu bleiben und bei den Fragen der Prüfer/-innen kurz zu überlegen und dann geordnet zu antworten. Weiterhin solltest du natürlich auf einen netten und angenehmen Umgang mit deinem/r Patienten/-in achten.
 

Der zweite Prüfungstag

Nach einem hoffentlich entspannten Morgen und dem Wissen „in wenigen Stunden bist du Arzt/Ärztin“, geht es gegen 14 Uhr weiter. Hierzu trefft ihr euch meistens in einem Raum, den der Vorsitz organisiert hat. Wenn du Glück hast, gibt es auch noch Kaffee und Kuchen (den du aus lauter Aufregung sowieso nicht essen kannst). Nun werdet ihr in beliebiger Reihenfolge je circa 10-12 Minuten pro Fach abgefragt. Auch hier heißt es, ruhig bleiben, kurz überlegen, geordnet antworten und nicht die Nerven verlieren.
 

Die Approbation

Plötzlich bist du Arzt/Ärztin und jetzt? Um die Approbationsurkunde zu erhalten stellst du wie für die M3 Anmeldung einen Antrag auf dem Onlineportal vom hessischen Landesprüfungsamt. Auch dieser Antrag muss ausgedruckt und unterschrieben werden. Ihm soll ein Lebenslauf, eine beglaubigte Kopie des Personalausweises (nicht nötig bei persönlichem Vorbeibringen des Antrages) und eine aktuelle ärztliche Bescheinigung (es gibt einen extra Vordruck dafür online für den Hausarzt) über die Eignung für den Beruf beigelegt werden. Gleichzeitig ist die Beantragung eines Führungszeugnisses notwendig, welches direkt deine/-n zuständige/-n Sachbearbeiter/-in (je nach Anfangsbuchstaben deines Nachnamens) vom hessischen Landesamt für Gesundheit und Pflege gesendet werden sollte. Bis dir das Zeugnis zugestellt wird vergehen circa 4 Wochen. Der Antrag kann frühestens zwei Wochen vor Ablegen der Prüfung gestellt werden und die Urkunde muss von dir persönlich von dem/der Postboten/-in entgegen genommen werden.
 

Beglaubigung Approbation und Meldung Ärztekammer

Sobald du die Approbation und dein M3 Zeugnis in der Hand hast, empfehle ich dir, damit zum Amt oder einem Notar zu gehen und einige beglaubigte Kopien pro Dokument anzufertigen. Eine beglaubigte Kopie von der Approbation brauchst du zum Beispiel für die Meldung bei deiner zuständigen Ärztekammer.
 

Absolventenfeier

Zu allerletzt kannst du dich auf die Absolventenfeier freuen! Diese findet in Marburg meistens 1-2 Wochen nach den letzten Prüfungsterminen in der alten Aula statt. Meistens kannst du 1-4 Begleitpersonen mitnehmen. Alle Infos bekommst du per Mail vom Dekanat. Und dann heißt es noch einen letzten Auflauf mit der Familie genießen bevor es losgeht mit der ersten Stelle als Arzt/Ärztin.
 

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