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  • Bericht
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  • Myriam Schumacher
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  • 09.08.2013

Wahlfach Medical English

Im Medizinstudium dreht sich ohnehin alles nur um Naturwissenschaften? Falsch gedacht! An der Uni Marburg kommen im Wahlfach "English for Students of Medicine" jetzt auch Sprachenfans voll auf ihre Kosten.

Ein Wahlfach der etwas anderen Art 

Sind dir Sprachen in der Schule immer schon leicht gefallen oder ist ein Auslandssemester in deinem Medizinstudium fest eingeplant? Dann könnte das Wahlfach "Medical English" im vorklinischen Studienabschnitt genau das Richtige für dich sein. Während deine Kommilitonen über Themen wie Molekularbiologie oder Medizinrecht brüten, kannst du in entspannter Atmosphäre deine Hingabe zur englischen Sprache unter Beweis stellen - mehr oder weniger;-). Gerade die Verbindung zweier völlig unterschiedlicher Wissenschaften, die im Medizinstudium ansonsten selten zu finden ist, hat mir die Entscheidung für ausgerechnet dieses Wahlfach leicht gemacht.

 

 Englisch-Vokabeln - Foto: Myriam Schumacher/Via medici

Anamneseerhebung auf Englisch

Voraussetzungen und Rahmenbedingungen

Pro Semester werden in Marburg meist zwei "Medical English"-Kurse angeboten, weshalb eine übermäßig frühe Anmeldung nicht notwendig ist. Bevor die Aufnahme in den Kurs erfolgen kann, muss jedoch ein 25-minütiger Online-Einstufungstest absolviert werden. Nur wer hier eine festgelegte Punktzahl erreicht, wird zum Wahlfach zugelassen. Die Fragen des Tests sind prinzipiell wie ein Lückentext gestaltet, um das Vokabel- sowie Grammatikwissen des Teilnehmers zu überprüfen. Wer in der Schule mehrere Jahre das Fach Englisch belegt hat, kann von einer speziellen Vorbereitung auf den Test getrost absehen. Wie alle anderen Wahlfächer umfasst auch "Medical English" 14 Semesterwochenstunden. Die 90-minütigen Unterrichtsstunden im Sprachenzentrum (Biegenstraße) erstrecken sich somit über insgesamt sieben Wochen. Die Leistungsüberprüfung erfolgt in Form von Einzel- oder Gruppenreferaten, wodurch ihr euch eine zusätzliche Klausur erspart.

 

 

Grammar is the difference between… 

…knowing your shit and knowing you're shit. Genauso wie es einen Unterschied macht, ob "the patient's smell" oder "the patient's sense of smell" getestet wird (zugegebenermaßen mein eigener Fehler). Allein schon aufgrund dieser Vielzahl von Fettnäpfchen, die das Englische bereithält, lohnt es sich, das Fach "Medical English" zu belegen. In diesem Semester hatte unser Kurs das Glück, von einer "echten" britischen Krankenschwester unterrichtet zu werden und somit in den Genuss von perfektem Englisch sowie Insiderwissen über das Gesundheitssystem in Großbritannien zu kommen. Bei meist brütender Hitze kämpften wir jeden Mittwoch von 20:00h-21:30h gegen die aufkommende Müdigkeit an und quälten uns mit unaussprechbaren medizinischen Fachbegriffen herum (Wer auch immer sich diese Uhrzeit ausgedacht hat, wollte uns Medizinstudenten wohl leiden sehen!). Doch die Anstrengungen haben sich gelohnt: Immerhin wissen wir jetzt, wie man in England eine Anamnese erhebt – dort gibt es übrigens nicht diese überaus bequemen Vordrucke wie in Deutschland! Das kann insbesondere für spätere Auslandsaufenthalte von großem Nutzen sein. Ein spezielles "Highlight" des Kurses war der Besuch eines in England arbeitenden Arztes, welcher uns Grundkenntnisse in der Auswertung von EKGs vermittelt hat.

 

Fazit 

Alles in allem ist das Wahlfach "Medical English" definitiv empfehlenswert. Hier bietet sich die perfekte Gelegenheit, die eigenen Englischkenntnisse in Bezug auf die Medizin aufzufrischen und zudem von dem außerordentlich vorteilhaften Aufwand-Leistungs-Verhältnis bei der Notenvergabe zu profitieren.

Einer Auslandsfamulatur steht also nichts mehr im Wege!

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