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  • Björn-Ole Bast
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  • 24.02.2015

Steckbrief Kiel

Welche Vorzüge hat die Stadt Kiel? Wie ist das Studentenleben und das Medizinstudium in Kiel? In diesem Steckbrief findest du alle Infos zur nördlichsten Großstadt Deutschlands.

 

Uniklinik Kiel - Foto: Björn-Ole Bast

Die neue Hauptpforte des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) Foto: Björn-Ole Bast

 

Website der Uni Kiel

 

Die Stadt Kiel

Die Landeshauptstadt Kiel ist eine kleine, besondere und immer schöner werdende Stadt an der Ostsee. Mit über 100.000 Einwohnern zählt sie offiziell als Großstadt. Da Kiel zu Kriegszeiten ein Hauptstützpunkt der Marine war, sind Gebäude der Altstadt heute eher spärlich auszumachen. So wird das Stadtbild von einem Architekturmix geprägt.

Hier geht's zum Imagefilm der Stadt Kiel

Bei den Studenten ist Kiel sehr beliebt. Direkt an der Ostsee und zwischen den Meeren gelegen, eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten für den Wassersport. Ob Kiten, Segeln, Surfen oder Tauchen – in Kiel und Umgebung ist das alles möglich. So wundert auch dieser Slogan nicht: „Kiel – Studieren, wo andere Urlaub machen“.

Durch die Nähe und Liebe zum Meer, ist 1882 die jährlich stattfindende Kieler Woche entstanden. Dabei handelt es sich um die weltweit größte Segelveranstaltung. Diese besitzt heute Volksfestcharakter und versetzt die Stadt immer wieder für zehn Tage im Juni in einen Ausnahmezustand.

Neben zahlreichen schönen Plätzen am Wasser, der längsten unbebauten Promenade der Welt, und dem Nord-Ostsee-Kanal, liefert Kiel zahlreiche Sandstrände und karge Steilküsten. So hat der erschöpfte Medizinstudent viele Möglichkeiten, sich eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Darüber hinaus trifft man sich im Sommer gern im Schrevenpark zum Grillen, feiern, ausspannen, lernen und schnacken (Norddeutsch für reden).

Auch zum Feiern hat Kiel einige Locations und Kneipen zu bieten die sehr unterschiedlich sind. Wem das Kieler Angebot jedoch nicht ausreicht, der kann einfach nach Hamburg ausweichen. Als zweitgrößte Stadt der Republik und Metropole des Nordens, bietet Hamburg alles, was man in Kiel nicht finden kann. Die Fahrzeit mit der Bahn beträgt nur etwa eine Stunde. Wenn man bedenkt, dass man in manch anderen Großstädten allein eine Stunde U-Bahn fährt, um an sein Ziel zu kommen, ist das eine absolut vertretbare Fahrzeit.

Leider beinhaltet das Semesterticket nur den Großraum Kiel und somit muss man für die Bahnfahrt nach Hamburg extra zahlen. Eine günstige Alternative bietet der Fernbus, der über Hamburg nach Berlin fährt oder der Flughafenbus (Kielius). Letztere bietet den Studenten der Kieler Uni einen Sonderpreis in Verbindung mit dem Semesterticket an.

 

Studentenleben in Kiel

In Kiel besteht die Möglichkeit Human- und Zahnmedizin zu studieren. Der Campus der Universität ist relativ zentral gelegen und mit dem Bus aus nahezu jeder Ecke der Stadt gut zu erreichen. Hier liegen auch die Institute der Vorklinik. Die Universitätsklinik (UKSH) liegt von dem Campus etwas entfernt in der Nähe der Innenstadt und Kieler Förde. Ist aber ebenfalls gut in die Infrastruktur eingebunden.

Da in Kiel alles mit dem Fahrrad in kürzester Zeit zu erreichen ist, ist dieses das studentische Verkehrsmittel der ersten Wahl. Jedoch bedarf es bei dem Kieler Wetter, das sich gerne mal aus einem Nieselregen, Nebel und starkem Wind zusammensetzt, immer wieder an Überwindung aufzusatteln.

Die meisten Studenten wohnen im näheren Umkreis der Universität und überwiegend auf dem Westufer. Das Ostufer bietet zwar die günstigeren Wohnungen, dafür aber auch ein weniger ansehnlicheres Umfeld und einen weiteren Weg zur Fakultät. Der Wohnraum ist leider etwas knapp und damit nicht der günstigste, doch die Stadt ist dabei, immer mehr neue Wohnlösungen aus dem Boden zu zaubern. „In“ sind dadurch vor allem Wohngemeinschaften, die es zu Hauf gibt. So sollte es in der Regel nicht zu kompliziert sein, eine Unterkunft zu finden. Noch ein kleiner finanzieller Tipp – Kiel bietet ein Begrüßungsgeld von 100€ für die Meldung des Hauptwohnsitzes in Kiel an. (Wohngemeinschaften findet man beispielsweise über www.wg-gesucht.de oder www.wohngemeinschaft.de/wg/kiel).

Die Christian-Albrechts Universität zu Kiel bietet neben den vier Gründungsfakultäten von 1665 (Medizin, Philosophie, Theologie, Jurisprudenz) auch noch viele andere Fächer, wie zum Beispiel Skandinavistik oder Meereskunde an.
Weitere Informationen dazu findest du unter www.uv.uni-kiel.de/de/fakultaten/ oder speziell für Medizin unter www.medizin.uni-kiel.de/de.

 

Das Medizinstudium in Kiel

In Kiel wird noch nach dem klassischen Weg gelehrt. Das heißt, dass die Medizinstudenten zunächst über einen Zeitraum von zwei Jahren die Vorklinik durchlaufen und diese mit dem 1. Staatsexamen („Physikum“) abschließen. An diesen ersten Abschnitt schließt sich dann der Klinische Teil des Studiums an. Dabei besetzen die Studenten nochmals für weitere drei Jahre die Hörsaalbänke. Nun allerdings auf dem Klinikcampus, um ihr zuvor gesammeltes Grundwissen nun mit dem Wissen über sämtliche Krankheiten aufzufüllen.
Dazu bietet das UKSH eine Menge Kliniken, die ich einzeln bei meinem Campusrundgang in der Bildergalerie in den Fokus gerückt habe. Zur Bildergalerie
An diesen klinischen Abschnitt schließt sich noch das praktische Jahr an, das vom 2. (schriftlichen) und 3. (mündlichen) Staatsexamen eingerahmt wird.

Der Schwerpunkt in Kiel liegt in der Onkologie, Neurologie und Dermatologie. In diesen Fächern gehört Kiel deutschlandweit zu den besten Adressen. Eine Entwicklung der Kieler Pathologie ist z.B. das Protein KI-67, das es ermöglicht, menschliche Zellen in der Interphase anzufärben und somit Zellproliferation und dessen Ausmaß histologisch darzustellen. Das hat die Welt der Tumordiagnostik revolutioniert. KI leitet sich dabei vom Kieler Kennzeichen ab, das ebenfalls Ki lautet.
Weitere Informationen zum UKSH Kiel und den einzelnen Fachrichtungen sind hier zu finden: www.uksh.de

Hier gibt's den Imagefilm der CAU-Kiel

Neben den historischen Kieler „Medizin-Berühmtheiten“ Heinrich Irenaeus Quincke (Quinckeödem), Johann Friedrich von Esmarch (Esmarch-Handgriff und Dreieckstuch) und Hans Gerhardt Creutzfeldt (Creutzfeld-Jakob-Krankheit) hat auch der Anatom Walther Flemming (Beschreiber der Mitose) an der CAU zu Kiel gelehrt und mitgewirkt.
Darüber hinaus hat einst Jürgen Drews vier Semester Medizin in Kiel studiert, das Studium dann aber zugunsten der Musik abgebrochen.

Eine Besonderheit ist das gerade neu begründete Mentoring-Programm, das das Ziel verfolgt einer kleinen Gruppe von Studenten (meist 2 aus jedem Semester) einen engagierten Facharzt zur Seite zu stellen. So ergibt sich für die Studenten die Möglichkeit, semesterübergreifend hilfreiche Kontakte zu knüpfen und einen persönlichen Ansprechpartner vom Fach zu haben.

Die Bewerbung zum Studium der Medizin findet ausschließlich über www.hochschulstart.de statt. Für den über hochschulstart.de geregelten Teil des hochschuleigenen Auswahlverfahrens wird nach aktueller Satzung von 2013 ebenfalls die Abiturdurchschnittsnote zu Rate gezogen. Bitte keine Bewerbungen direkt an die Uni Kiel schicken. Zudem wird der Medizinertest in Kiel nicht anerkannt.

Wenn noch Fragen offen sind und das Linkangebot keine Antworten liefert, kann man sich mit seinen Fragen zum Studium gerne an die medizinische Fakultät, den Studierendenservice oder die Fachschaft Medizin wenden.

 

Studierendenservice: www.studium.uni-kiel.de/de

Fachschaft Medizin Kiel: www.fs-medizin.uni-kiel.de

Medizinische Fakultät: www.medizin.uni-kiel.de/de/studium/medizin

Auf der folgenden Seite findet sich noch eine Auflistung hilfreicher Links zu interessanten Themen für Studienanfänger und Wechsler: www.medizin.uni-kiel.de/de/studium/kontakte

 

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