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  • Patricia Paul
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  • 27.03.2017

OSCE Notfallmedizin im 9. Fachsemester

Die letzte Prüfung im Fach Notfallmedizin, die zu 45 % in die Gesamtnote zählt und immer von zwei Studenten gemeinsam absolviert wird – das verspricht Spannung, Aufregung und Adrenalin pur!

 

Wie in jedem Wintersemester besteht der Notfallmedizin-Unterrichtsinhalt aus Vorlesungen, Seminaren und Praktika. Im 9. Fachsemester wird besonders Wert auf den praktischen Teil gelegt, da dieser einen wesentlichen Teil der Notfallmedizin-Prüfung ausmacht und zu gleichen Teilen wie die Theorie in die Note für das 9. Fachsemester Notfallmedizin zählt.


In den Seminaren wird viel geboten: Thoraxdrainagen legen und Nähen an der Schweinerippe, Notfall-Simulationen an der Puppe inklusive Aufzeichnung und Nachbesprechung und last but not least ein Megacode-Training in Zweier-Teams simuliert mit ähnlichem Ablauf wie in der Notfallprüfung.
Kleiner Tipp von mir am Rande: Am besten sprichst du dich vorher mit deinen Kommilitonen ab, wer gerne mit wem als Zweierteam das Megacode-Training in der Notfallmedizin-Prüfung absolvieren möchte. Auf diese Weise kannst du das Megacode-Praktikum mit deinen Kommilitonen so hin- und her tauschen, dass du das Ganze mit deinem Notfallprüfungspartner hier schon üben kannst. Keine Sorge, es werden auch noch einmal Übungstermine im SkillsLab in Dosis ausgeschrieben, wofür du dich dann mit deinem Notfallprüfungspartner eintragen kannst.


Die praktische Prüfung:


Du kommst mit deinem Kommilitonen als Zweierteam in den Prüfungsraum, der Prüfungsvorsitzende erklärt euch kurz das Setting und dann dürft ihr auch schon starten. Wenn ihr euch vor Prüfungsbeginn noch kurz den Defi anschauen wollt, ist das auch kein Problem. Vergesst nicht, euch Handschuhe anzuziehen, bevor ihr Hand an den Patienten – in diesem Fall die Rescue-Puppe – anlegt. Ansonsten droht euch Punktabzug – da jeder Punkt zählt, wäre das schade. Jedes Prüfungsteam bekommt als Prüfungsaufgabe entweder einen defibrillierbaren oder einen nicht-defibrillierbaren Rhythmus. Achtung, die Aufgaben wechseln von Prüfung zu Prüfung. Es werden immer gut erkennbare Rhythmen eingespielt, die Notfallmediziner wollen euch in der Prüfung nicht hineinreiten, sondern sie möchten von euch sehen, dass ihr die defibrillierbaren von den nicht-defibrillierbaren Rhythmen unterscheiden und das jeweilige „Bäumchen“-Schema aus den aktuellen Reanimationsguidelines anwenden könnt. Auch kommt es den Prüfern auf das Zusammenspiel von beiden Prüflingen an, sollte ein Prüfling den Rhythmus falsch analysieren, gibt das keinen Abzug, solange der andere Prüfling ihn darauf hinweist und gemeinsam besprochen wird, wie weiter vorzugehen ist. In dieser Prüfung kommt es auch auf die Kleinigkeiten an, also Notruf wählen nicht vergessen, die 5 W-Fragen anwenden während der andere Student den Patienten anspricht und die Atmung überprüft. An der Puppe müsst ihr nicht direkt einen Zugang legen, es reicht, wenn ihr euch das nötige Equipment bereitlegt, den Stauschlauch umlegt und die Hautstelle desinfiziert. Wenn diese Schritte beim Zugang legen in der Prüfung abgearbeitet sind, dürft ihr die Braunüle auf den Arm legen und damit ist das Zugang legen auch schon beendet. Es wird sehr gerne gesehen, wenn ihr euch in der Prüfung als Team absprecht, wenn notwendig, auch Zweifel äußert und über den nächsten Behandlungsschritt kurz diskutiert. Wichtig ist ebenso, dass ihr euch nach 2 min abwechselt mit drücken. Besprecht miteinander die möglichen Ursachen für den Herz-Kreislauf-Stillstand – Stichwort „4 H´s und HITS“- und erläutert kurz deren Behandlung. Blutzucker solltet ihr auch immer messen, das wird in der Aufregung schnell mal vergessen.


Wenn ihr euren Patienten erfolgreich wiederbelebt habt, geht es nach einer kurzen zweiminütigen Pause, in der euch die Notfallmediziner netterweise mit frischem Mineralwasser versorgen, mit der Theorie weiter. Dieser Prüfungsteil dauert pro Prüfling noch einmal so ca. 15 Minuten.
In der Theorie wird dann das komplette Wissen aus den Semester 5-9 in Notfallmedizin gefragt. Tipp: Schau dir die Vorlesungen aus den vorherigen Semestern nochmals genau an, dann kannst du auch nicht überrascht werden. Einige Theoriefragen kommen häufiger vor als andere, zum Beispiel das ABCDE-Schema, Vorgehen bei Polytrauma (welche Narkose, welche Schmerzmedikamente etc.) und welche Zugangswege bei einem Pneumothorax gewählt werden. Im Theorieteil kann es dir auch passieren, dass du zum Bradykardie- und Tachykardie-Algorithmus gefragt wirst. Sich die Reanimationsguidelines gut anzuschauen, lohnt sich – damit sammelst du wertvolle Punkte und kannst deinen späteren „echten“ Patienten wirklich das Leben retten.


Solltest du eine Frage nicht verstehen, frage nach, wie der Prüfer das meint. Die Notfallmediziner helfen dir in der Prüfung gerne weiter wenn du einmal auf dem Schlauch stehen solltest.
Deine Note erfährst du direkt im Anschluss an den Theorie-Teil, nachdem sich die Prüfer kurz miteinander abgestimmt haben.


Ich wünsche dir viel Erfolg beim Notfallmedizin-OSCE und trotz Prüfung bitte nicht vergessen, Spaß zu haben. Denn Leben retten macht Spaß – dafür studieren wir schließlich Medizin.

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