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  • Bericht
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  • Patricia Paul
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  • 09.11.2015

Notfallmedizin - Praxis mit Sicherheit

Unter diesem Motto steht der fünftägige Kurs im Notfallzentrum des Helios-Klinikums Erfurt unter der Leitung von Oberarzt Dr. Alexander Gierse. Patricia berichtet über eine spannende und lehrreiche Woche.

 

Spaß beim Gipskurs. © Patricia Paul

Ein bis zwei Mal pro Jahr wird der Notfallmedizin-Kurs angeboten. Mit einer begrenzten Teilnehmerzahl von maximal acht Studenten aus klinischen Semestern garantiert der Kurs eine 2:1 Betreuung, d.h. zwei Studenten sind einem Arzt aus dem Notfallzentrum zugeteilt.


Der Tag beginnt morgens mit einem Vortrag zu einem für die Arbeit als Arzt in der Notaufnahme relevanten Thema. Von Reposition, Triage, EKG-Auswertung bis hin zum akuten Abdomen ist alles vertreten. Fragen können direkt im Anschluss an den Referenten gestellt werden.


Im Anschluss werden praktische Tätigkeiten erlernt, z.B. das FAST-Schema der Notfallsonographie. In Kleingruppen übt man dann das FAST-Schema gegenseitig aneinander, erst einmal langsam, dann unter Zeitdruck. Oft benötigen die Studenten – obwohl unerfahren – maximal eine Minute dafür. Ein Highlight der Notfallwoche ist es, bei einem Polytrauma-Alarm dabei sein zu dürfen und zu beobachten, wie das FAST-Schema direkt am Patienten angewendet wird.


Der Gipskurs mit der leitenden Krankenschwester im Notfallzentrumgehört auch zur Kurswoche. Man lernt die verschiedenen Gips-Arten kennen und die Oberschwester zeigt hilfreiche Tricks, wie man einen Gips richtig anlegt. Besonders aufregend ist das Aufsägen des Gipses – schließlich hat der „Sägende“ meist keinerlei Erfahrung darin.

 

Auch Gips entfernen will gelernt sein. © Patricia Paul


Außerdem gibt es pro Tag zweieinhalb-stündige Hospitationen, unter anderem im Herzkatheter-Labor, in der Anästhesie, auf der Intensivstation und im Notfallzentrum. Dort bekommen die Studenten eigene Patienten, die sie unter Supervision untersuchen und eine eigene Diagnose stellen. Die Mitarbeit von den Studenten ist erwünscht, sie können sich einbringen, Blutentnahmen durchführen, Flexülen legen, Vitalparameter messen und eigenständig Anamnesen durchführen.


Der Mittwoch steht ganz im Zeichen der präklinischen Notfallmedizin: Man trifft sich im Gefahrenabwehrzentrum, wo der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes wartet und die Tätigkeitsfelder eines Notarztes erklärt. Im Anschluss führt der Leiter der Feuerwehr durch das Zentrum, inklusive eines Besuches der Rettungsleitstelle Erfurt.


Nachmittags lernen die Studenten das Vorgehen bei einem Herzstillstand. An einer Puppe dürfen sie in Kleingruppen den korrekten Ablauf einer Reanimation und die dazugehörige Kommunikation üben. Auch ein Debriefing direkt danach darf natürlich nicht fehlen.


Die Notfallwoche im Helios-Klinikum Erfurt ist eine spannende Erfahrung mit vielen neuen Erkenntnissen. Durch den Unterricht in Kleingruppen können die Ärzte im Notfallzentrum individuell auf die Studenten eingehen und sie zu spannenden Fällen dazu rufen bzw. interessante CT-/Röntgen-Bilder vorstellen. Für Studenten der FSU Jena kann die Notfallwoche auf die Kategorie KoM mit 28 UE der Kategorie C angerechnet werden.


Jedem, der Interesse an der Notfallmedizin hat, kann ich die Notfall-Woche empfehlen, ebenso jenen Studenten, die bisher noch keinen Kontakt zur Notfallmedizin hatten, aber gerne für ihre spätere Tätigkeit die Arbeit in einem Notfallzentrum kennenlernen möchten.


Vorkenntnisse außerhalb des Studiums sind sicher hilfreich, aber nicht Voraussetzung. All deine Fragen werden individuell beantwortet, Kleidung und Essen werden gestellt, und du kannst während der Notfallwoche im Studentenwohnheim des Helios-Klinikums Erfurt kostenlos übernachten. Die Notfallwoche schließt mit einem kleinen Notfallmedizin-Quiz und einer kurzen Evaluation ab.

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