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  • Carolina Mattwich
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  • 17.06.2013

Besuch im Ronald McDonald-Haus in Homburg

Im Ronald McDonald-Haus in Homburg wird den Eltern schwerkranker Kinder ein Zuhause auf Zeit geboten. Eine Ruheoase, die es ihnen ermöglicht, ohne Alltagssorgen für sich und ihre Kinder da zu sein. Tanja Meiser, Leiterin des Ronald McDonald-Hauses, führte Carolina durch die Einrichtung und beantwortete ihre Fragen.

 

Die Ronald McDonald House Charities

Alles begann mit Kim Hill. Die Tochter des US-amerikanischen Football Spielers Fred Hill erkrankte 1973 an Leukämie. Die Eltern und Teamkameraden erlebten haunah, was eine wochenlange Behandlung auf Leben und Tod für die Kinder und deren Familien bedeutet. Infolgedessen wurde der Entschluss gefasst, Familien in dieser Situation zu helfen. Fred Hill und seine Teamkameraden starteten eine Spendenaktion für die Einrichtung eines Zuhauses auf Zeit, in das Eltern kranker Kinder einziehen können. Ray Kroc, Gründer der McDonald's Franchise-Kette, der Fred Hill unter Vertrag hatte, bekam Wind von dieser Spendenaktion und versprach, jeden eingeworbenen Dollar zu verdoppeln. So wurde 1974 das erste Ronald McDonald-Haus in Philadelphia eröffnet.

 

Das Ronald Mcdonald Haus - Foto: Ronald McDonald Stiftung

Das Ronald McDonald Haus in Homburg

Ein zweites folgte bereits 1977 in Chicago. Mittlerweile gibt es weltweit über 300 Ronald McDonald-Häuser in 31 Ländern. 19 davon stehen in Deutschland und bieten in insgesamt 300 Appartements Platz für betroffene Eltern. Im Jahre 1984 wurde die Ronald McDonald House Charities im Gedenken an Ray Kroc gegründet.

Ronald McDonald House Charities

1987 folgte die Ronald McDonald Kinderstiftung.

Ronald McDonald Kinderstiftung

 

Das Ronald McDonald-Haus in Homburg: Fakten und Eindrücke

Das Ronald McDonald-Haus in Homburg besteht seit 2005 und befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Kinderklinik. Es wurde auf Initiative von Herr Prof. Dr. Sitzmann, ehemals Leiter der Kinderklinik, gebaut. Das Haus bietet in 15 vollausgestatteten Wohnungen Platz für maximal 15 Familien. 3 Festangestellte, sowie 11 ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren sich im Ronald McDonald-Haus, wobei händeringend nach weiteren Freiwilligen gesucht wird. Wer also Zeit und Lust hat, sich drei Stunden pro Woche sinnvoll ehrenamtlich zu engagieren, kann sich im Ronald McDonald-Haus melden.

Die Einrichtung finanziert sich über Spenden, wobei neben Geld auch Sachspenden erwünscht sind. Eine entsprechende Wunschliste findet sich auf der Homepage. Jeder Spender kann sich selbstverständlich vor Ort ein Bild machen und sich die Örtlichkeiten ansehen.

Homepage Ronald McDonald-Haus Homburg

Als ich das Ronald McDonald-Haus betrat, fühlte ich mich gut aufgehoben. Ein ins Haus integrierter, grün bepflanzter Wintergarten, farbenfrohe Wände, ein Kamin mit Sitzecke. Alles ist so konzipiert, dass man sich wohl und geborgen fühlt. Angefangen bei der schönen Ausstattung, über helle Räumlichkeiten, bis hin zu den herzlichen Mitarbeitern - hier wird alles getan, damit sich die Eltern schwerkranker Kinder zu Hause und willkommen fühlen.

Alltagsdinge, wie zum Beispiel das Kaufen von Waschmittel, wird den Familien abgenommen, damit sie sich voll und ganz ihrem Kind widmen können. Doch auch die Eltern sollen nicht zu kurz kommen. Ein japanisches Oasenbad mit Musik, Kerzen und Whirlpool ermöglicht gestressten Familien Erholung. Für Geschwisterkinder gibt es ein Spielzimmer mit bunt bemalten Wänden und allerlei Spielzeug.

Eigentlich steht im Ronald McDonald-Haus Selbstverpflegung auf dem Programm, bis auf 2 Ausnahmen. Dienstags wird das Verwöhnfrühstück angeboten, wobei die Mitarbeiter von frisch zubereiteten Eiern, über Obstsalat, Joghurt, Quark, Wurst- und Käseplatten bis hin zu Waffeln alles anbieten, was das Herz begehrt.Donnerstags lockt das Verwöhnabendessen: Vereine, Firmen oder andere Freiwillige kochen ein Menü für die Eltern, das dann feierlich serviert wird.Ziel ist es, dass sich die Familien an diesem Abend um nichts kümmern müssen.

Die Schirmherren des Ronald McDonald-Hauses, Miroslav Klose (Fußball-Nationalspieler) und Christian Schwarzer (ehemals deutscher Handballnationalspieler), kommen auch mal persönlich vorbei. Vor allem Christian Schwarzer habe einmal mit Handballkollegen in der Küche gestanden und das Verwöhnabendessen zubereitet.

Im Sommer lockt die große Terrasse mit Garten, in dem eine Ronald McDonald-Figur steht. Doch das führt manchmal zu Verwirrungen. Es kommen durchaus häufiger vor, dass Leute das Ronald McDonald-Haus betreten und bestellen wollen, aber „wir sind nicht die mit den Burgern“, lacht Tanja Meiser. Für die Leiterin des Ronald McDonald-Hauses ist das schönste an ihrer Arbeit „wenn Familien mit ihren Kindern wieder glücklich nach Hause gehen“ und dann voller Erleichterung der Satz fällt: „Wir dürfen nach Hause.“

Bei 300 Familien im Jahr, gibt es einige, die nur eine Nacht bleiben und andere, die über sechs Monate am Stück dort wohnen. Oft kommt es auch vor, dass die Familien insgesamt noch länger da sind, jedoch nicht an einem Stück, sondern aufgeteilt auf mehrere Besuche. So gab es beispielsweise eine Familie, die insgesamt über 11 Monate im Ronald McDonald-Haus wohnte, da ihr Kind 34 Operationen durchstehen musste.

Dass das Ronald McDonald-Haus in Homburg seinem Anspruch als Ruheoase und Zuhause auf Zeit gerecht wird, ist den zahlreichen Beiträgen im hauseigenen Gästebuch zu entnehmen: Um mit den Worten einer Familie zu schließen:

„Vielen Dank für die liebevolle Aufnahme hier bei euch. Es war Balsam für unsere traurige Seele.“

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