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  • Melissa Schmucker
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  • 26.10.2021

Klinik in der Vorklinik

Die Vorklinik spaltet Studierende in zwei Lager: Die einen durchlaufen sie getreu dem Motto „Augen zu und durch“, die anderen sind von den naturwissenschaftlichen Grundlagenfächern hellauf begeistert. Für die erste Fraktion hat Melissa hier einige "klinische Angebote" zusammengestellt, die dir die Vorklinik-Zeit etwas versüßen können.

 

 

Für viele Studierende ist die Vorklinik eine Durststrecke. Zwischen den oft trockenen naturwissenschaftlichen Grundlagenfächern kann man schnell einmal den Blick dafür verlieren, was man später einmal machen möchte. Gerade deshalb solltest du dich mit den Möglichkeiten auseinandersetzen, wie du dich im Rahmen der Vorklinik auch mit klinischen Inhalten beschäftigen kannst.

Zunächst einmal gibt es Kurse, die Teil des normalen Programms der Vorklinik sind. In Heidelberg musst du vom ersten bis zum vierten Semester die Kurse der Allgemeinmedizin (HeiPraxA) belegen. Hier werden neben Anamnesegesprächen mit Schauspielpatienten auch grundlegende Untersuchungstechniken, wie z.B. die neurologische Untersuchung oder das Blutabnehmen, geübt. Du probst in einem geschützten Rahmen mit studentischen Tutoren, so kannst du dich wirklich ganz entspannt in den Untersuchungs- und Gesprächstechniken üben. Da diese für deine komplette Laufbahn als Arzt oder Ärztin wichtig sein werden, solltest du die Chance nutzen und auch die Angebote zum zusätzlichen Üben wahrnehmen.

Ebenso hast du bei HeiPraxA Seminare von Ärzten und Ärztinnen, die von ihrem Alltag in der Hausarztpraxis erzählen. Bei Hospitationen, die du im 1. und 3. Semester absolvierst, bekommst du einen ersten Einblick in die Abläufe einer Hausarztpraxis und kannst das in den Seminaren vermittelte Wissen bei „echten“ Patienten und Patientinnen anwenden.

Ich habe meine erste Hospitation mitten in der Vorbereitungsphase auf die Abschlussklausur des 2. Semesters gemacht und fand es sehr erfrischend und motivierend, zwischen den ganzen Lerntagen am Schreibtisch mal einen Tag in einer Praxis verbringen zu können.

Wenn du in Heidelberg mit dem Studium startest, steht dir im ersten Semester direkt der Präpkurs bevor, der wohl generell als der praktischste Kurs der Vorklinik gilt. Doch neben dem direkten Arbeiten am Körperspendenden, lernst du die Anatomie auch anhand von CT-Aufnahmen, die zuvor von den Spendenden gemacht wurden. Dadurch bekommst du direkt einen Überblick über den Umgang mit CT-Aufnahmen, der dir im klinischen Alltag sicher weiterhelfen wird.

Das zweite Semester dreht sich in Heidelberg rund um die Zelle und gilt daher unter den Studierenden als recht trocken. Ein kleiner klinischer Lichtblick zwischen den Vorlesungen über Bindegewebe, Citratzyklus und Lysosomen stellen die Zellbio Seminare dar, die etwa ein mal die Woche anstehen. In diesen Seminaren wirst du die Inhalte der Vorlesungen anhand wissenschaftlicher Paper vertiefen. Dadurch bekommst du nicht nur einen Einblick in Krankheiten, die sich aus Störungen auf zellulärer oder molekularer Ebene ergeben, sondern lernst auch den Umgang mit wissenschaftlichen Papern und Studien kennen. Neben den Ursachen, die zu den Krankheiten führen, setzt du dich dort auch mit Methoden der Forschung und Behandlungsmöglichkeiten auseinander.

Neben den Seminaren, die du für das Antreten des Physikums sowieso absolvieren musst, stehen dir auch viele zusätzliche Angebote zur Verfügung, um deinen klinischen Hunger zu stillen. Beispielsweise kannst du aus einer Bandbreite an Wahlfächern oder Zusatzangeboten wählen, die sich mit klinischen Inhalten beschäftigen. Ob Sonografiekurs, Gebärdensprache oder Hörstörungen: Hier sollte für jeden klinisch Begeisterten etwas zu finden sein!

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