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  • Johannes Pfeil
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  • 20.02.2006

Tipps zur Vorbereitung auf das Physikum

Das Semester neigt sich einmal mehr dem Ende zu und was des einen Freud, ist ja bekanntlich des anderen Leid. Für die Mediziner im vierten Semester naht das Physikum. Jeder kennt es, jeder fürchtet es und doch haben es so viele schon geschafft, das sollte doch jedem, der es noch vor sich hat, Mut machen können.

Natürlich ist es eine harte Zeit, das steht außer Frage. Alleine schon der tägliche Kampf um die begehrten Plätze in der Bibliothek und auf den Lernebenen mit Kommilitonen und auch "Artfremden", wie BWLlern und Juristen kostet schon früh morgens einiges an Kraft. Die wenigen Pflichtveranstaltungen die man noch besuchen muss, machen meist auch wenig Mut, da sie selten mit dem persönlichen Lernplan korrelieren und man daher eher unvorbereitet und passiv teilnimmt.

Oft geht man dann mit dem Fazit nach Hause, dass man nur einmal mehr seine erheblichen Lücken aufgezeigt bekommen hat. Die Folgen können vielfältig sein: man betrinkt sich, mit Freunden oder doch allein, fängt an zu rauchen, verkriecht sich noch mehr in den Büchern, als man es sowieso schon getan hat, weint einfach hemmungslos oder sucht Streit. Ob mit Verwandten, Freunden oder der eigenen Lerngruppe ist dabei ziemlich egal.
Allen, denen es so oder so ähnlich geht, lasst euch gesagt sein, es geht auch anders. Hier einige hoffentlich hilfreiche Tipps von erfahrenen Physikumsabsolventen zusammengestellt:

 

Nur kein Stress

Oberste Regel - so schwer sie vielleicht auch erscheinen mag: versucht ruhig zu bleiben, egal was passiert. Zu viel Stress und Aufregung machen krank und depressiv (Stress und Kortisolanstieg hemmen die Immunabwehr, siehe Schmidt Lang Thews Physiologie des Menschen, 29. Auflage S.214). Selbst wenn ihr die Psychologiefrage, die ihr gerade kreuzt auch noch so doof findet, nehmt euch zusammen, entscheidet euch für eine Antwort und selbst wenn sie falsch ist, egal, die nächste wird besser und irgendwann läuft es dann. Andere haben das Physikum auch gepackt, wieso solltet gerade ihr scheitern.

 

Konzentration auf sich selbst

Seid nur auf euch selbst konzentriert. Das soll natürlich nicht heißen, dass ihr eure Lerngruppe vernachlässigen und alle Infos, die ihr irgendwo ergattert habt, nur für euch behalten sollt. Es wird so viel erzählt, über mögliche Prüfer, Lernstoff und natürlich ganz besonders gerne, darüber wie viel oder wenig jeder Einzelne schon gelernt hat oder eben noch nicht. Bei diesem ganzen Gerede kann man sehr schnell nervös werden und vom eigenen Kurs abkommen. Einfach nicht so genau hinhören und seinem eigenen Weg treu bleiben ist hier das Mittel der Wahl.

Ausreichend Schlaf ist unabdingbar, das sagt auch die Fachliteratur. Er "fördert die Fähigkeit zur Einprägung und Wiedergabe von gelerntem Material" (Schmidt Lang Thews, S. 215). Es nützt also nichts, sich künstlich wach zu halten, nur weil man sein Tagespensum noch nicht geschafft hat.

 

Realistische Ziele

Steckt euch realistische Ziele. Es bringt nichts, sich zu viel für die nächste Woche vorzunehmen und dann nur noch mehr verärgert zu sein, weil man nicht alles geschafft hat.

Schafft euch Freizeit und einen Ausgleich. Auch wenn euch manch anderer dafür schief anguckt, es ist völlig in Ordnung, am Wochenende mal auszuspannen. Viele Lernpläne sehen Samstag und/oder Sonntag eine komplette Erholung vor. Sport oder andere Aktivitäten helfen, den Kopf für Neues wieder frei zu bekommen.

 

Positive Einstellung

Für Fortgeschrittene noch die Empfehlung, stellt euch positiv zur Prüfung ein. Im Physikum könnt ihr den Prüfern, dem IMPP und auch allen anderen mal richtig zeigen was ihr draufhabt. Wie oft bietet sich diese Möglichkeit schon?
Nach erfolgreichem Bestehen watet dann auch schon der Lohn:
die Klinik, in der ja bekanntlich alles besser wird.

Für all diejenigen, die noch mehr Infos brauchen:

 

Homepage vom IMPP

 

Zu guter Letzt wünschen wir euch noch viel Durchhaltevermögen und gutes Gelingen in der Prüfung.

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