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  • Luise Eberlein
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  • 14.12.2020

Mein Nebenjob im OP

In Kliniken gibt es viele Nebenjobs für Studierende. Luise ist studentische Aushilfe im OP und erzählt, warum dies für sie der beste Nebenjob während ihres Studiums ist.

 

 

Viele Studierende suchen sich einen Nebenjob, um während des Studiums etwas zu verdienen. Fast jeder kennt jemanden, der zum Beispiel Nachtdienste auf Stationen macht oder bei niedergelassenen Ärzten aushilft. Mein Nebenjob ist jedoch ein anderer.

Ich bin Studentische Aushilfe im OP. Diesen Job mache ich nun schon etwas länger als ein halbes Jahr. Meistens bin ich als Springer tätig, jedoch kommt es auch ab und zu vor, dass ich mit an den OP-Tisch darf, um Haken zu halten oder zu assistieren, wenn keine PJler da sind.

Eine der meistgestellten Fragen ist, wie ich an diesen Job gekommen bin und ob ich dafür eine Ausbildung brauchte? Die Stelle wurde von der Klinik ausgeschrieben. Es wurden damals sowohl Medizinstudierende als auch Studierende des Studiengangs Medizinisches Management gesucht, mit und ohne Vorbildung. Es gab eine große Vorstellungsrunde mit ca. 15 anderen Bewerbern, daraufhin wurde mir auch schon der Arbeitsvertrag zugeschickt. Ich habe einen Werkstudentenvertrag und arbeite durchschnittliche 16 Stunden in der Woche, was sicherlich nur durch das aktuelle Online-Semester möglich ist.

Seit meinem ersten Tag lerne ich Stück für Stück mehr dazu und kann immer mehr selbst übernehmen. Zuerst stand das sterile Öffnen von Materialien für die OPs und das Schließen von einem OP Kittel auf dem Plan. Mir wurde gezeigt, wie die Doku am Computer durchzuführen ist, und welche Kabel wo und wann umgesteckt werden müssen. Jedes Mal ein bisschen mehr, sodass ich inzwischen alleine in einem Saal sein kann, z.B. während der Pausen Ablösung.

Im Krankenhaus haben wir verschiedene Abteilungen. Neben einer Unfallchirurgie und der Allgemeinen Chirurgie, gibt es noch die Wirbelsäulenchirurgie, die Plastische Abteilung und Patienten aus der HNO und der Urologie. Bevor ich morgens auf die Arbeit komme, weiß ich meistens nicht in welcher Abteilung ich sein werde. Das hat seine Vorteile und Nachteile, natürlich kann ich so einen größeren Einblick bekommen, muss mir aber auch gleichzeitig mehr merken.

Generell bin ich sehr glücklich mit der Stelle, weil ich so einen sehr guten Eindruck von der Arbeit im OP und den Abläufen rund um die OPs bekommen kann. Was sind die Do´s und Dont`s für Studierende im OP. Meistens kann ich viele Eingriffe auch beobachten und einen neuen besseren Einblick in die Anatomie bekommen. Es ist eine Sache, anatomische Strukturen aus dem Buch und an den Körperspendern zu lernen, aber eine ganz andere, wenn man auf einmal wie durch ein Schlüsselloch auf das OP Gebiet guckt und ein ganzes Netz bei einer Leistenhernie nur durch drei kleine Schlitze operiert wird, die sich dazu noch am anderen Ende des Bauchs befinden.

PS: Bevor ich angefangen habe zu studieren und auch die ersten zwei Jahre habe ich immer gesagt: “Fachrichtung? Eins weiß ich genau, Chirurgie wird es definitiv nicht!”
Inzwischen bin ich mir da nicht mehr ganz sicher, zumindest was einige chirurgische Fachrichtungen betrifft.

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