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  • Christina Haß
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  • 24.06.2014

Kinderkrebsforschung in Frankfurt

Als Student in der Krebsforschung mitwirken? Gar kein Problem! Wer noch ein interessantes Thema für eine experimentelle Promotionsarbeit sucht, ist in der Kinderkrebsforschung in Frankfurt genau richtig.

 Krebszell - Foto: DTKUTOO

 Krebszelle - Foto: DTKUTOO

 

Das erst 2004 neu entstandene Institut für experimentelle Tumorforschung in der Pädiatrie erforscht die Ursachen und Therapiemöglichkeiten von Krebs bei Kindern. Die Forschungsgruppe der Institutsleiterin Prof. Dr. Simone Fulda beschäftigt sich mit Zelltodsignalwegen in Hinblick darauf, wie in meist Apoptose-resistenten Tumorzellen der programmierte Zelltod eingeleitet werden kann.

 

Die aktuell 28 Mitarbeiter des Instituts setzen sich aus Postdocs, PhD Studenten und Medizinstudenten zusammen. Jeder einzelne arbeitet an einem eigenen Thema und wird von Frau Prof. Fulda betreut. Im Labor gibt es für die Medizinstudenten jeweils einen PhD Studenten oder Postdoc als direkten Ansprechpartner um Messungen zu planen oder Versuchsergebnisse gemeinsam auszuwerten.

 

Grundlage jeder Laborarbeit sind Zellkulturen aus immortalisierten Zelllinien der jeweiligen Tumorart zum Beispiel akut lymphatische Leukämie oder Rhabdomyosarkom. Diese Zellen werden in Brutschränken aufbewahrt, zweimal die Woche mit einer Medium-Lösung zur Ernährung versorgt und ausgedünnt, weil sie sich sonst unendlich weitervermehren.

 

Will man den Zelltod messen, gibt es verschiedene Methoden wie beispielsweise die Durchflusszytometrie zur Zellgrößenbestimmung, oder der Western Blot zur Proteinbestimmung. Je nach Thema der Promotion eignet sich eine Methode besser oder schlechter zur Messung der Apoptoserate. Dies kann meist im Paper der Wahl nachgelesen sowie in der Forschungsgruppe erfragen.

 

Je nach Ergebnissen muss ein Versuch manchmal wiederholt werden, was recht frustrierend sein kann. Umso schöner ist der Erfolg, wenn eine Messreihe abgeschlossen ist und gesammelt mit weiteren Experimenten im Labmeeting der Forschungsgruppe präsentiert werden kann. Neben dem Labmeeting findet einmal wöchentlich ein Journal Club statt, in dem aktuelle, wissenschaftliche Paper vorgestellt und diskutiert werden.

 

Die erhobenen Daten werden unter Angabe aktueller Literatur zu einer Promotionsarbeit zusammengeschrieben. Allein für das Erheben der Daten sollte ein Freisemester genommen werden, um die volle Konzentration für die Arbeit im Labor zu garantieren.

 

Diese ersten Schritte in der Krebsforschung können auch der Startschuss für weitere Tätigkeit auf dem Gebiet und der Beginn einer Karriere sein. Frau Prof. Fulda bietet die Nachwuchsakadamie „pädiatrische Onkologie“ vom 31.7.-2.8.14 im Gustav-Stresemann-Insitut in Bonn für alle interessierten Nachwuchswissenschaftler an.

 

Die Frankfurter Stiftung für krebskranke Kinder unterhält nicht nur das Forschungsinstitut, sondern auch die „Hilfe für krebskranke Kinder e.V.“, die zum Beispiel Betreuung und Gesprächsgruppen für betroffene Kinder und Eltern anbietet, und das Zentrum der Kinder- und Jugendmedizin der Goethe Universität, das einen Schwerpunkt auf die Krebserkennung und -behandlung setzt.

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