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  • Yue-Ying Wu
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  • 31.08.2012

FinDiK: Frankfurter integrativer Diagnostik-Kurs

Wenn sich die Bücherberge auf dem Tisch stapeln, sich die Augen schwer anfühlen wie bei einer Occulomotorius-Lähmung und die autochthone Rückenmuskulatur vom Sitzen in der Bibliothek einen essenziellen Tremor durchläuft - dann sollte man ein bisschen Abwechslung in seinen Lernalltag bringen. Dabei hilft nun ein neuer Kurs an der Uni Frankfurt.

FinDiK steht für Frankfurter integrativer Diagnostik Kurs. Dieses interessante Wahlfach winkt allen Studenten im zweiten klinischen Semester, um ein wenig Leben in das eventuell trostlose Medizinerdasein zu bringen. Das FinDiK bietet ein innovatives Peer-Teaching zwischen Studenten. In jeweils sechs Semesterwochenstunden wird eine Kleingruppe aus zehn Studenten durch zwei studentische Tutoren aus dem höheren Semester geleitet.

 

Ablauf - Der Weg ist das Ziel

Das Vorgehen im FinDiK-Kurs orientiert sich am Ablauf während der zentralen Notaufnahme: Reale Patientenfälle werden vorgestellt und die Spurensuche beginnt. Eine effiziente ärztliche Gesprächsführung und eine gezielte klinische Untersuchung sind eines der Bestandteile des Kurses und im Hinblick auf das OSCE bieten sie eine wertvolle Übungsmöglichkeit. Unter der Leitung von Tutoren kommt auch die Theorie nicht zu kurz: Differenzialdiagnosen und Pathophysiologie des Leitsymptoms werden Schritt für Schritt besprochen. Teilweise können die realen Fälle dennoch etwas exotischer werden. Doch es geht nicht darum, sofort die richtige Diagnose in die Luft zu werfen, sondern differenzialdiagnostische Überlegungen eingehend zu diskutieren. Frei nach dem Motto: "Der Weg ist das Ziel."

 

Arbeitsdiagnosen, Anforderungen und Argumentationen

Ist ein Labor angefordert, diskutiert die Gruppe über die Parameter. Gibt es ein radiologisches Konsil, besprechen die Tutoren die Grundlagen der radiologischen Befundung, gegebenenfalls auch mit entsprechenden Fachärzten aus den jeweiligen Abteilungen. Im Rahmen von ophthalmologischen Anforderungen zeigen die Dozenten Augenhintergrundspiegelungen. Liegt eine Biopsie vor, kann der pathologische Befund gemeinsam besprochen und mikrobiologische Untersuchungen durchgeführt werden. Vorsicht ist geboten bei willkürlichen Anforderungen, denn gezielte Anordnungen sollen im Hinblick auf Sinn und Kosten gestellt werden.

 

Multimedia: Audiodateien, Bilder und Videos

Bei der Untersuchung werden beispielsweise Audio-Dateien zum Herz-und Lungenbefund abgespielt. Zur Übung der Befundbeschreibung werden unabhängig vom Patienten auch pathologische Befunde wieder gegeben, sowie Bilder und Videos auf die Leinwand projiziert.
Oft stellt sich heraus: Die meisten wissen vieles zur Eisenmangelanämie, aber wie eine Koilonychie wirklich aussieht, können sie nicht sagen. Im Kurs gilt es diese Lücke zu schließen, den diagnostischen Blick und differentialdiagnostisches Wissen zu schulen sowie klinische Untersuchungen zu übern. Am wichtigsten allerdings ist: Spaß an der Medizin zu haben.

 

Organisatorisches

Der Kurs wird zwei Mal in der Woche stattfinden. Ein von Prof. Schulze geleiteter Kurs wird jeweils zwei Mal 1,5 Stunden dauern, der Kurs von zwei studentischen Tutoren zwei Mal zwei Stunden, aufgrund der Patientensimulation.
Hauptsächlich findet der Kurs am späten Nachmittag statt, das heißt ab 14 oder 16 Uhr, je nach Vorlesungszeit. Insgesamt wird mindestens bis zum Ende des dritten Semesters der Unterricht stattfinden - je nach Interesse und Verlauf werden weitere Angebote folgen.
Eine Klausur wird es nicht wahrscheinlich nicht geben.

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