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  • Bericht
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  • Andrea Sörgel
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  • 07.06.2013

Q8 – Blockpraktikum Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmanagement

Eines Tages passiert es: Ein Notfall tritt ein, bei dem man reanimieren müsste. Doch was jetzt? Kann ich wirklich meine theoretischen Kenntnisse jetzt auch anwenden? Die Universität Erlangen bietet Zehntsemestlern für diese Fälle einen hilfreichen Kurs, in dem man praktische Erfahrung sammeln kann: das Blockpraktikum Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmanagement. Andrea berichtet euch von Ablauf und Nutzen des Kurses.

Die Situationen

Schlossgarten - Ein Mann liegt leblos auf einer Parkbank.
10000 Meter Reiseflughöhe - Dein Sitznachbar, mit dem du dich gerade noch gut unterhalten hast, beginnt plötzlich schläfrig zu werden und reagiert nicht mehr adäquat auf deine Fragen. Kurze Zeit später ist er nicht mehr ansprechbar.
Autobahn - Vor deinen Augen ereignet sich ein Verkehrsunfall. Du fährst rechts ran und verschaffst dir einen Überblick: Der am Unfall beteiligte Motorradfahrer liegt bewegungslos ca. 25 Meter von seiner stark beschädigten Maschine entfernt auf der Straße.

 

Das Problem

Viele Medizinstudenten - auch oder gerade in fortgeschrittenem Semester - fürchten genau diese Situationen. Eigentlich wissen sie theoretisch genau, was zu tun ist. Aber wie gehe ich damit um - ganz praktisch? Genau hier liegt ein häufiges Problem.

 

Der Ablauf

Im zehnten Semester findet in Erlangen der dritte Teil von Q8 statt. In drei vollen und sehr lehrreichen Tagen werden verschiedenen Szenarien durchgespielt.

Am ersten Tag trifft man sich in einer Kleingruppe von maximal fünf Studenten im Simulatorzentrum in der "Alten Medizin". Dort werden an einer Puppe, die den Wert eines Kleinwagens hat und die nahezu alle Regungen eines Patienten nachahmen kann, unterschiedliche Fälle bearbeitet. Zwei eigens für das Praktikum freigestellte Anästhesisten geben konstruktives Feedback und erklären gerne wichtige Algorithmen, so dass sich eine gewisse Routine einstellen kann.

Der zweite Tag findet in den Operationssälen der Klinik statt. Man muss sich in der Gruppe einigen, wer in die Kopfklinik, in den Zentral-OP, in die HNO und in die Frauenklinik gehen darf. Dort lernt man, wie man eine Narkose einleitet, welche Medikamente dafür verwendet werden, darf Patienten bebeuteln und - falls es sich anbietet - auch intubieren.

Der dritte Tag dient der Wiederholung. Man übt nochmals an der Puppe und kann Fragen klären, die sich ergeben haben. Nach der Mittagspause findet in der Garage der Rettungswache eine praktisch-theoretische Prüfung statt. Sie befasst sich hauptsächlich mit den erweiterten Reanimationsmaßnahmen. Sehr angenehm war in unserer Prüfungsgruppe, dass Dozenten alias "Passanten" zur Thoraxkompression angeleitet werden durften! So war die Prüfungen körperlich nicht mehr so sehr anstrengend. Dies schützt allerdings die meisten Studenten nicht vor einem Muskelkater an ungeahnten Körperstellen, was nach zwei Tagen Reanimation am Band nicht wirklich verwundert.

 

Das Fazit

Bei diesem Blockpraktikum sind Aha-Momente und neue Erkenntnisse eher Regel als Ausnahme. Die Dozenten waren ausnahmslos sehr motiviert und bereit, alles im Zweifelsfall lieber noch einmal zu demonstrieren. Wir haben die Rettungsgeräte ausprobiert, achsgerecht den Dozenten mittels Schaufeltrage auf die Vakuummatratze verbracht und zusammen viel Spaß gehabt. Insgesamt ein sehr gelungenes Praktikum!  

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