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  • Vanessa Ermisch
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  • 23.03.2017

Ein Aufruf zum Leben

Das Medizinstudium ist bekanntermaßen recht einnehmend – zeitlich und zuweilen auch emotional. So ist es kein Wunder, dass der gemeine Medizinstudent dazu neigt, sich auf eben jenes Studium zu reduzieren. Wie du dem entgegenwirken kannst, erklärt dir Lokalredakteurin Vanessa.

© kristian sekulic - Fotolia.com


Unzählige Fakten auswendig lernen, stets an der Uni anwesend sein, regelmäßige Tests schreiben - so sieht der Alltag eines Medizinstudenten aus. Da rückt alles Nicht-Medizinische schnell mal in den Hintergrund.

“Nee sorry, ich kann am Wochenende doch nicht mit in den neuen Film gehen, am Dienstag ist Pharma-Testat.”, “Diese Woche schaff ich es auf keinen Fall zum Training, muss noch so viel für Anatomie machen.”, “Du, ich pack es nicht zum Kaffee nachher. Immu und Innere warten und in der Küche stapelt sich der Abwasch der letzten zwei Wochen.”

Das sind nur einige Beispiele, die man oft hört und selber auch nutzt. Aber so muss es nicht sein: Nein, das Medizinstudium ist nicht der Nabel der Welt. Klar, lernen ist wichtig und verlangt uns viel ab, aber seien wir doch mal ehrlich: Wer lernt denn bitte ständig? Also so richtig und ohne jegliche Ablenkung?

Die Realität sieht doch eher so aus: Lustlos überfliegst du 2-3 Seiten im Buch und schaust dann erstmal zwei, drei Folgen “The Mentalist” auf Netflix, um dich zu erholen, gefolgt von einer Stunde lethargischen Scrollen auf Facebook. Das ist zwar alles vollkommen legitim, aber wäre es nicht viel schöner, diese Zeit mit Freunden im Cafe zu verbringen?

Charlie Chaplin sagte einmal in einem seiner berühmtesten Filme: “You, the people, have the power to make this life free and beautiful, to make this life a wonderful adventure.” Der Kaffee mit Freunden lässt uns lachen und neue Infos über Dies und Das austauschen. Regelmäßiger Sport trägt nachweislich dazu bei, den Kopf frei zu bekommen und konzentrierter lernen zu können, nebenbei knüpft man Kontakte und kann wie hier in Breslau auch sprachliche Fortschritte machen.

Außerdem gibt es an jeder Uni wissenschaftliche Arbeitsgruppen in den verschiedenen Gebieten der Medizin. Monatlich trifft man sich und bekommt auf lockere Art und Weise Wissen vermittelt. Auch die WG muss nicht ewig auf einen Putzanfall warten. Es gibt keinen wirklichen Grund dafür, das Geschirr in der Spüle zu stapeln. Die fünf Minuten, die du nach dem Essen für den Abwasch brauchst, nutzt kein Medizinstudent der Welt zum effektiven Lernen. Zudem gilt: Ordnung in der Wohnung bedeutet auch Ordnung im Kopf.

Von Zeit zu Zeit solltest du also einfach überdenken, was du mit deiner wertvollen Lebenszeit so anstellen möchtest und was eben nicht. Teil dir deine Zeit ein wenig sinnvoller ein, verzichte auf Unwesentliches und bald wirst du sehen, dass du so viel mehr erreichen wirst. Und es muss ja auch nicht immer die 1,0 sein. Denk einfach an Chaplin und seine Zeilen: “The clouds are lifting. The sun is breaking through. We are coming out of the darkness into the light.”

 

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