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  • Maria Lintges und Michael Krieger
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  • 12.12.2006

Der Modellstudiengang Medizin

Seit dem WS 03/04 gibt es in Aachen den Modellstudiengang Medizin, in dem jeder studiert, der in Aachen neu beginnt. Der folgende Artikel soll einen kleinen Überblick geben.

Wie alles begann

Die "Arbeitsgruppe Modellstudiengang" hatte in den Jahren vor 2003 mit allen Beteiligten ein neues Studienkonzept entwickelt. Nötig wurde dies u.a. aus folgenden Gründen:

Die neue Approbationsordnung für Ärzte basiert auf einer besseren Verzahnung zwischen Theorie und Praxis, die es umzusetzen galt.

Die wenige Jahre zuvor drohende Schließung der Vorklinik zeigte den Verantwortlichen den Reformbedarf auf.

Nachdem mehrere Universitäten bereits Modellstudiengänge anboten, wurde in Aachen die Notwendigkeit einer Attraktivitätssteigerung erkannt.

Wie der Modellstudiengang aussieht

In Aachen werden jeweils zum Wintersemester ca. 250 Erstsemester zugelassen. Die Vergabe soll ausschließlich über hochschulstart.de laufen. Den Link zu hochschulstart.de für genaue Informationen zum Vergabeverfahren findest du weiter unten!

Was sich ändert

Studenten älterer Semester ist das Gefühl sicher noch bekannt: Gerade in der Vorklinik kommt schnell Frust auf und die Frage "Was hat das hier alles denn mit Medizin zu tun?" hat sich eigentlich jeder schon gestellt.
Im reformierten Studiengang wird sich einiges ändern: Von Anfang an werden die Inhalte organ- und systembezogen im interdisziplinären Rahmen in Kombination mit klinischen Untersuchungen dargeboten. Das Organsystem Niere wird z.B. nicht - wie bisher - in jedem Fach (Anatomie, Physiologie, Biochemie, Innere, Chirurgie, Nephrologie ...) neu besprochen und ergänzt, sondern in einem Themenkomplex umfassend betrachtet. Die klinischen Fächer mit ihren Krankheitsbildern, Therapie- und Untersuchungsmöglichkeiten werden integriert.
Das Wissen und die Fertigkeiten sollen im Rahmen von Vorlesungen, Praktika, Seminaren, POL-Seminaren und Blockpraktika in kleinen Gruppen vermittelt werden.

Wie das Studium strukturiert ist

Die Mindeststudiendauer beträgt weiterhin 12 Semester, das zweite und letzte Staatsexamen nach der neuen AO (Hammerexamen) schließt sich dem PJ (Praktisches Jahr) an.
Hier hören die Gemeinsamkeiten mit dem alten Studiensystem bereits auf:

1. und 2. Semester: Grundlagen der ersten ärztlichen Hilfe und Hygiene, naturwissenschaftliche Grundlagen, Einführung in Bau und Funktion der Organsysteme

3. - 6. Semester: Bau und Funktion von Organen und Systemen im Detail, Entstehung/Diagnose/Therapie von Krankheitsbildern

7. - 10. Semester: Krankheitsbilder ausgehend vom Symptom (z.B. Fieber, akutes Abdomen ...), detaillierte Diagnose- und Therapiemöglichkeiten

11. und 12. Semester: Praktisches Jahr, aufgeteilt in vier Quartale

Welche Prüfungen es gibt

Der Modellstudiengang sieht als einzige staatliche Prüfung das zweite Staatsexamen vor.
Weitere Zwischenprüfungen werden von der Universität aus organisiert. Vorgesehen sind hier folgende Prüfungen:

kursinterne Prüfungen (mündlich, schriftlich oder praktisch je nach Fach)

Zweimal jährlich wird ein sog. Progress-Test durchgeführt, ein schriftlicher Wissenstest. Dieser dient primär der Eigenkontrolle der Studenten und geht nicht in die Benotung ein.

Beabsichtigt ist bei diese beiden Hauptprüfungen eine Kombination aus schriftlicher, mündlicher und praktischer Prüfung, die im Rahmen eines Prüfungsparcours abgelegt werden soll. Jeder Student durchläuft hier mehrere Abschnitte mit jeweils einem Prüfer, der jedem Studenten die gleichen Fragen stellt. Hierdurch soll eine möglichst große Objektivität gewährleistet sein.

Wo es weitere Informationen gibt

www.fachschaft-medizin.net

www.hochschulstart.de

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