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  • Sarah Gruninger
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  • 17.01.2024

PJ in der Nähe von Zürich

Sarah hat einen Teil ihres Praktischen Jahres in der Nähe von Zürich absolviert. Hier hat sie Antworten auf typische Fragen für dich aufgeschrieben.

  

 

1.  Wann und wie bewirbt man sich? 

Die beliebten Plätze in den großen Häusern in Zürich und Bern oder an landschaftlich schönen Orten sind schnell voll. Bei den sogenannten „Unterassistentenstellen“ geht es nämlich meistens nach Bewerbungsreihenfolge. Die Bewerbung an sich ist leicht: Anschreiben, Lebenslauf und 1. Staatsexamen per Mail an das zuständige Sekretariat senden. Eine Antwort bekommt man meistens innerhalb 1-2 Wochen. Du kannst auch erstmal einfach nur fragen, ob es noch freie Plätze gibt. Beachte, dass manche Spitäler einen PJ-Start nur zum 1. eines Monats akzeptieren. 
 

2. Habe ich Anspruch auf freie Tage?

Deine Urlaubstage aus Deutschland kannst du dir in dem PJ in der Schweiz meistens nicht nehmen. Deshalb empfehle ich dir, das Tertial vorne oder hinten ein wenig zu kürzen, sprich, dich auf eine kürzere Zeit zu bewerben und so die freien Tage zwischen den Tertialen zu nehmen. Kläre diese Option vorher mit deinem zuständigen Landesprüfungsamt ab, aber die meisten rechnen die nicht bescheinigte Zeit automatisch als Fehltage ab. Durcharbeiten musst du die 3-4 Monate trotzdem nicht, denn dir stehen per Schweizer Vertrag ca. 2 Urlaubstage pro Monat zu und Krankheitstage zählen dort meistens nicht hinzu.
 

3. Bin ich in der Schweiz versichert?

Vor dem Tertial in der Schweiz solltest du bei deiner Krankenversicherung nachfragen, ob der Aufenthalt in der Schweiz abgedeckt ist. Gleiches gilt für deine Haftpflichtversicherung. Solltest du dich aber im Bürgeramt anmelden müssen, denn das ist in den meisten Kantonen bei einer Arbeit an über 90 Tagen Pflicht, kann eine Schweizer Krankenversicherung für dich notwendig werden. Da du noch studierst, beläuft sie sich aber auf „nur“ knappe 60 Euro. Eine Unfallversicherung erhältst du vom Spital.
 

4. Brauche ich ein Schweizer Bankkonto?

Ein Bankkonto musst du nicht zwingend eröffnen. Einige Spitäler zahlen dir dein Gehalt bar aus, einige auf dein deutsches Konto. Hier gilt abzuklären, ob dir deine deutsche Bank für die Überweisung von CHF Gebühren abzieht. Solltest du dich im Kanton angemeldet haben, kannst du leicht ein Bankkonto gebührenfrei online erstellen. Das Gehalt liegt zwischen 800-1200 CHF pro Monat plus gegebenenfalls Schichtauflagen.
 

5. Wo kann ich wohnen?

Die meisten Spitäler stellen den Unterassistenten einen Wohnheimplatz. Hierfür kann es sein, dass du die Betreiber des Wohnheimes gesondert kontaktieren musst. Bedenke auch, dass du den Wohnvertrag schon einige Tage vor dem Arbeitsbeginn terminierst, damit du zum Beispiel das Wochenende vorher anreisen kannst. Ansonsten ist eine Wohngemeinschaft am bezahlbarsten. Diese findest du in facebook-Gruppen, über die App flatflox oder auf wg-gesucht.
 

6. Brauche ich ein Auto?

In der Schweiz kann man so gut wie jeden Berg, jeden See und jede Stadt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Selbst zum Skifahren kommt man ohne Probleme. Dafür lohnt es sich selbst für die 3 Monate ein Halbtax abzuschließen. Hin und wieder gibt es auch Aktionen für ein Probe-Halbtax, welches genau 3 Monate gültig ist. Damit ist das Bahnfahren stark vergünstigt. Autostellplätze von den Spitälern kosten zwischen 25-50 CHF/Monat.
 

7. Kann ich mit meinem Handy in der Schweiz telefonieren?

Bei manchen deutschen Mobilfunkanbietern, wie zur Zeit zum Beispiel bei ALDI, kann man die Option in der Schweiz zu telefonieren und Internet zu nutzen zum Normaltarif dazu buchen. Sollte dies nicht möglich sein, kannst du dir auch ohne Wohnsitz in der Schweiz eine SIM Karte kaufen. Diese erhältst du kostengünstig in einer LIDL oder ALDI Filiale oder als eSIM online.
 

8. Wie kann ich mir das Tertial anerkennen lassen?

Für die Anerkennung lässt du dir vom Spital eine Bescheinigung ausstellen. Diese sendest du an die zuständige schweizerische Universität mit der Bitte um eine Äquivalenzbescheinigung, die aussagt, dass die Ausbildung am Spital der für Medizinstudierende an der jeweiligen Universität entspricht. Diese beiden Bescheinigungen sendest du dann mit Bitte auf Anerkennung zum zuständigen Landesprüfungsamt. Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du auch schon vor Arbeitsbeginn beim Landesprüfungsamt anfragen, ob das Spital anerkannt werden kann. Diese E-Mail kannst du dann dem Antrag auf Anerkennung beilegen.

Auf den ersten Blick scheint ein Tertial in der Schweiz mit viel Aufwand verbunden. Ich kann dir aber versichern, dass die Zeit des Organisierens schnell vorüber geht und dir trotzdem noch sehr viel Zeit bleibt, um dein PJ-Tertial in der Schweiz zu genießen. Viel Spaß!
 

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