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  • Julia Schollbach
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  • 21.05.2015

In 5 Schritten zum perfekten Famulaturplatz

Die erste Anamnese, das erste Mal Blut abnehmen, die ersten Erfahrungen im OP sammeln: Mit der Famulatur beginnt ein ganz neuer Abschnitt des Studiums. Umso wichtiger, den perfekten Famulaturplatz zu finden.

Junger Arzt - Foto: stillkost - Fotolia.com

In der Famulatur lernt man das Krankenhausleben zum ersten Mal aus Arztsicht kennen. Foto: stillkost - Fotolia.com

 

 

1. Chirurgie, Innere, Allgemeinmedizin?


Die Qual der Wahl: Die Medizin bietet eine Vielzahl an spannenden Fächern – gar nicht so einfach, sich für eines zu entscheiden. Eine Famulatur in der Chirurgie beispielsweise wird vermutlich vor allem dank erster Einblicke in den OP im Gedächtnis bleiben. Doch gerade Anfänger kann der (meist) raue Umgangston der Chirurgen überfordern.


Dagegen bietet sich eine internistische Station oder auch eine Hausarzt-Praxis gut an, um eine gewisse Routine in Basis-Fähigkeiten zu erlangen: Lunge und Herz auskultieren, den Umgang mit dem Sono-Gerät lernen, Nadeln legen und Blut abnehmen.

Famulanten in der Allgemeinmedizin können sich sogar in vielen Bundesländern über ein kleines Taschengeld freuen:  Vergütung in der Famulatur


Eine gute Mischung aus Patientenfällen bietet eine Famulatur in der interdisziplinären Notaufnahme, denn hier sieht man Patienten aller Fachrichtungen.


Auch eignet sich eine Famulatur gut, um in Disziplinen hineinzuschnuppern, die man bislang vielleicht noch gar nicht auf dem Radar hatte. Wie wäre es also beispielsweise mit HNO, Derma oder Augenheilkunde? Die großen Fächer wie Chirurgie, Innere oder Gynäkologie wird man spätestens im Rahmen eines Blockpraktikums so oder so noch gut genug kennenlernen.

 

2. Uniklinik oder kleines Haus?


Nicht nur die Fachwahl ist wichtig, sondern auch wo du deine Famulatur machst. Kleinere Häuser punkten oft mit einer intensiven Betreuung: Das Klinikpersonal kennt dich beim Namen und oft ist speziell ein Arzt mit der Betreuung des Famulus betraut; so bleibt mehr Zeit zum Erklären und Nachfragen. Da gerade auf dem Land viele Kliniken und Hausarztpraxen vermehrt um die Studenten buhlen müssen, gibt’s oft auch ein kleines Taschengeld.


Doch auch die Famulatur an einer großen Uni-Klinik bietet viele Vorteile: Das Spektrum ist breiter und auf den Famulus warten oft ungewöhnliche und spannende Fälle. Allerdings sollte man sich darauf einstellen, sich zeitgleich mit teils drei oder vier anderen Famulanten und PJlern die Station und dementsprechend auch die interessanten Fälle zu teilen.

 

3. Wie und wo bewerben?


In den meisten Fällen reichen ein kurzes Telefonat und eine formlose Bewerbung per E-Mail an den zuständigen Arzt mit kurzen Angaben zur Person, in welchem Semester man studiert und an welcher Uni man eingeschrieben ist. Bei kleinen Häusern reicht es oft, sich zwei bis drei Wochen vor dem Wunschtermin zu melden. In Uni-Städten und größeren Kliniken sowie in sehr beliebten Bereichen wie beispielsweise der Pädiatrie sollte man sich teils schon mehrere Monate vorher seinen Platz sichern.

 

4. Homepage checken und Infos einholen


Kurz bevor es losgeht, solltest du nochmals einen Blick auf die Homepage der Einrichtung und der jeweiligen Station werfen und dir zumindest das Gesicht und den Namen des Chefarztes einprägen. Zudem solltest du dir erklären lassen, wann und wo man am ersten Arbeitstag erscheinen soll und ob die Arbeitskleidung mitzubringen ist oder gestellt wird.

 

5. Die ersten Tage


Wie immer gilt: Der erste Eindruck ist der wichtigste. Sich nicht ordentlich bei Ärzten und Pflegepersonal vorzustellen, zählt daher zu den größten Fehlern, die man als Neuling machen kann. Auch wenn es schmeicheln mag, dass einen manche Patienten aufgrund des weißen Kittels gleich als „Doktor“ ansprechen: Besser gleich als Student vorstellen, um spätere Missverständnisse zu vermeiden.


Um tatsächlich von der Famulatur zu profitieren, ist es wichtig, Interesse zu zeigen und nachzufragen; nur dann haben die Ärzte auch wirklich Lust, zu lehren und einem etwas beizubringen. Wer zeigt, dass er ehrlich interessiert ist, darf mit Sicherheit nicht nur über die Schulter schauen.


Wenn sich die Chance ergibt, selbst „Hand anzulegen“, sollte man diese natürlich nutzen. Ein wenig Mut und Selbstvertrauen schaden dabei nicht – doch sollte man genauso gut ehrlich sein, wenn man mit einer Situation überfordert ist. Lieber einmal mehr nachfragen als vielleicht am Ende sogar noch einen Patienten zu gefährden!

 

Fazit

Egal ob Chirurgie oder Innere, Hausarzt oder Notaufnahme – ob eine Famulatur ein Erfolg wird oder nicht, kommt ganz auf einen selbst an. Vor allem an großen Häusern ist es wichtig, Eigeninitiative zu zeigen, um nicht unter zu gehen.


Wer neugierig ist und Interesse zeigt, kann überall eine gute Zeit haben – und mitunter in 30 Tagen Famulatur mehr lernen, als sonst in einem ganzen Semester


Wer wissen will, wie andere Studenten ihre Famulatur bewertet haben: www.famulaturranking.de
Eine passende Hausarzt-Famulatur lässt sich vielleicht unter degam-famulaturboerse.de finden.

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