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  • Redaktion Thieme
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  • 18.09.2015

Die chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED)

Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung ist eine meist schubweise verlaufende Entzündung der Darmwand. Zu dieser Art der Erkrankung zählen Morbus Crohn (MC) und die Colitis ulcerosa (CU).

Bei den CED handelt es sich um chronisch-rezidivierende Erkrankungen, die meist schon im jungen Erwachsenenalter beginnen. Die Ätiologie ist noch weitgehend ungeklärt. Genetische Faktoren spielen jedoch eine Rolle. Darüber hinaus scheint eine gestörte Interaktion von Darmflora und intestinalem Immunsystem pathogenetisch bedeutsam zu sein. Während Morbus Crohn den gesamten Gastrointestinaltrakt vom Mund bis zum After befallen kann, ist die Colitis ulcerosa auf Kolon und Rektum beschränkt. Gemeinsame Symptome beider Erkrankungen sind Diarrhö, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und (sub-)febrile Temperaturen im akuten Schub.

Diagnostisch stehen Endoskopie und Histologie im Vordergrund. Eine Differenzierung zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist dadurch meist (ca. 90% der Fälle) möglich. In der Therapie kommen konservative, interventionelle und operative Methoden zur Anwendung.

 

Morbus Crohn:

Definition:
Segmental auftretende diskontinuirliche, auch die tiefen Wandschichten erfassende chronische Entzündung des gesamten Magen-Darm-Traktes, am häufigsten im terminalen Ileum und im proximalen Kolon lokalisiert.

Epidemiologie:
Die Inzidenz des Morbus Crohn beträgt ca. 5/100000 Einwohner/Jahr. Der Häufigkeitsgipfel der Erstmanifestation liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Weiße Bevölkerungsgruppen sind bevorzugt betroffen. Raucher haben ein 2-fach erhöhtes Risiko, an einem Morbus Crohn zu erkranken.

Ätiologie:
Die Ätiologie ist bislang nicht geklärt. Diskutiert werden eine Störung der Immunregulation aufgrund genetischer Disposition, eine autoimmune Genese oder Infektionserkrankung als Auslöser. Es wird eine familiäre Häufung beobachtet, die u.a. auf einer Mutation des NOD2-Gens (=CARD15-Gen) bei 50% der Betroffenen beruht. Auch bei Menschen mit einer DLG5- oder OCTN1-Genmutation ist das CED-Risiko erhöht.

 

Die chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED)

 

 

Klinik:


Die Klinik des Morbus Crohn kann sehr unspeziefisch sein. Häufig haben die Patienten daher bei Diagnosestellung schon eine lange Krankheitsvorgeschichte. 90% der Patienten leiden unterrechtsseitigen und periumbilikalen Bauchschmerzen. Zudem ist im Unterbauch oft eine druckschmerzhafte Resistenz tastbar und die Patienten haben häufig erhöhte Temperaturen. 90% der Patienten leiden an Durchfällen, die jedoch im Gegensatz zur Colitis ulcerosa selten blutig sind und mit geringerer Frequenz auftreten. Weitere typische Symptome sind Flatulenz und Unwohlsein. Bei ca. 30% der Patienten liegt zusätzlich eine Laktoseintoleranz vor.

Komplikationen:


Intestinale Komplikationen: Zu den häufigsten Komplikationen gehören anorektale Fisteln, Abszesse und Darmstenosen mit Subileus- oder Ileussymptomatik. Seltener sind Darmperforationen oder -blutungen. Bei ausgedehntem Ileumbefall besteht häufig ein Malabsorptionssyndrom, sodass sich die Erkrankung durch Gewichtsverlust und Vitaminmangelsymptome äußern kann. Kinder mit Morbus Crohn fallen vor allem durch Wachstumsstörungen auf. In seltenen Fällen kann es v.a. bei starkem Kolonbefall und langjährigem Bestehen von Fisteln zum Auftreten eines kolorektalen Karzinoms kommen (seltener als bei der Colitis ulcerosa). Auch das Risiko für die Entwicklung eines Dünndarmkarzinoms (insgesamt sehr selten) ist erhöht. Eine weitere Spätkomplikation ist die Amyloidose.

 

MERKE: Bei Analfisteln muss unbedingt ein Morbus Crohn ausgeschlossen werden, da sie in 40 % der Fälle das erste Symptom dieser Erkrankung sind!

Extraintestinale Komplikationen: Sie treten beim Morbus Crohn deutlich häufiger (10–20% der Fälle) auf als bei der Colitis ulcerosa.

Seltener treten Störungen an Lunge oder Urogenitaltrakt auf.

 

 

 

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