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  • Sonja Lira
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  • 06.08.2008

Medizin zu Ende studiert? Was dann? Tipps für die Jobsuche

"Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende - und meistens hat das, was ein Ende hat, auch eine Fortsetzung", sagen die Ovambo in Namibia. So ist es auch nach sechs Jahren Medizinstudium. Lange herbeigesehnt, ist das Ende plötzlich da und es tun sich neue Fragen auf: Wo werde ich wann meine ersten Brötchen verdienen? Wie verfasse ich eine gute Bewerbung und was muss ich bei einem Vorstellungsgespräch beachten? Antworten darauf gibt es hier.

Wo, wie, wann - die Bewerbung

Für die meisten Studenten ist am Ende des Studiums klar, dass sie zunächst in einer Klinik als Assistenzarzt arbeiten möchten. Die Fächerwahl bleibt dabei natürlich jedem selbst überlassen. Man sollte nicht nur die eigenen Vorlieben berücksichtigen, sondern auch sorgfältig alle objektiven Vor- und Nachteile abwägen: Zum Beispiel Häufigkeit von Diensten, geregelte Arbeitszeiten, Einkommen, Kollegen und Zusammenarbeit und vieles mehr.

Uniklinik oder kleines Krankenhaus - auch hier gibt es unterschiedliche Vorlieben. In jedem Fall bietet das Internet gute Möglichkeiten, sich über die einzelnen Kliniken und deren Leistungsspektrum zu informieren. Vor allem bei kleinen Häusern ist es wichtig, sich über die Weiterbildungsbefugnis der einzelnen Chefärzte schlau zu machen. So könnt ihr sicher gehen, dass ihr, falls gewünscht, die komplette Facharztweiterbildung in einer Klinik absolvieren könnt.

Ist eine Entscheidung für ein Fach und einen Ort gefallen, so bieten sich unter anderem eine Initiativbewerbung an; nach meiner Erfahrung stehen die Chancen beim derzeitigen Stellenmarkt gar nicht schlecht.

Oft lohnt sich auch ein Blick ins Ärzteblatt, das online eingesehen werden kann.

Ärzteblatt online mit Stellenmarkt

Eine Bewerbung ist übrigens schon vor Abschluss des Hammerexamens möglich. Auf diese Weise wird ein direkter Arbeitsbeginn nach bestandenem Examen möglich.

 

Die Bewerbungsmappe - ein Hexenwerk?

Viele Seiten im Internet bieten Tipps rund um die schriftliche Bewerbung. Aber keine Angst so aufwendig wie es oft beschrieben wird, ist sie im Computerzeitalter gar nicht.

Das muss in eine Bewerbungsmappe:

Ich selbst war ortsgebunden und habe deshalb nur Initiativbewerbungen geschrieben, alle etwa sechs Monate vor dem gewünschten Arbeitsbeginn. Teilweise kamen Briefe, dass die Stellensituation für den gewünschten Zeitraum noch nicht absehbar sei, es kamen aber auch Einladungen zu Bewerbungsgesprächen.

 

Das Bewerbungsgespräch

Die erste Frage, die sich vor einem Bewerbungsgespräch stellt: Was soll ich anziehen? Oft heißt es: "Dem Job angemessen, nicht zu legèr". Was aber insbesondere zählt ist, dass ihr euch in den Klamotten wohl fühlt.

Wer sich noch nicht über die Klinik und die jeweilige Abteilung schlau gemacht hat, sollte dies im Vorfeld des Gespräches spätestens tun.

Für folgende Fragen eine Antwort parat zu haben schadet nie:

Ich selbst saß in einem Bewerbungsgespräch gleich zwei Chefärzten gegenüber, die die Entscheidungen für die Abteilungen der Inneren Medizin gemeinsam trafen. Gewappnet für alle Eventualitäten sah ich mich einem Bewerbungsgespräch der ganz anderen Art gegenüber. Weniger wurden mir Fragen gestellt, als dass ich aufgefordert wurde meine Fragen zu stellen. Völlig überrumpelt wusste ich zunächst überhaupt nicht, was ich fragen sollte, glaubte ich doch, im Internet schon alle relevanten Informationen erhalten zu haben.

Freundlicherweise erzählten die beiden Ärzte von sich aus einiges über ihre Abteilung. Bei den Auskünften über Fortbildungstage, Gehalt und Bereitschaftsdienste wurde mir schnell klar, dass ich viele Gegebenheiten blauäugig in Kauf genommen hätte, ohne informiert zu sein. Nach einem 20-minütigen Gespräch konnte ich mir bei einem Rundgang noch das Haus anschauen. Der Einladung zu einem Probearbeitstag bin ich dann gerne gefolgt.

 

Der Probearbeitstag

Um einen Probearbeitstag sollte man in jedem Fall bitten, denn beim "Mitlaufen" mit einem Assistenzarzt bekommt man einen realistischen Eindruck vom Arbeitsklima und erfährt außerdem Details, die einem bei einem alleinigen Gespräch mit dem Chef sicherlich verborgen geblieben wären.

Ich selbst habe an dem Probearbeitstag viele Zusatzinformationen erhalten und einen Eindruck vom Arbeitsklima gewinnen können.

 

Checkliste: Welche Stelle nehme ich an?

Die folgende Liste war für mich die Grundlage, um zwischen verschiedenen Stellenangeboten zu entscheiden.

Checkliste

Wenn ihr all die Möglichkeiten beachtet, solltet ihr für die Bewerbung und das Gespräch gewappnet sein. Und dann müsst ihr euch nur noch für die bessere Stelle entscheiden.

 


 

Detaillierte Infos zum Thema Bewerbung gibt's im Infopaket Bewerbung!

 

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