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  • PM des Medizinischen Fakultätentags
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  • 07.02.2013

EU-Kommission: Kürzung des Medizinstudiums

Der Vorschlag der EU-Kommission, das Medizinstudium bei unveränderten Inhalten um ein Jahr zu kürzen, soll im Juni im EU-Parlament angenommen werden. Das empfiehlt jedenfalls der federführende Binnenmarktausschuss. Die Fachminister der Mitgliedsstaaten können jedoch noch die Erschwerung des Medizinstudiums verhindern.

 

Am 23. Januar 2013 hat der Binnenmarktausschuss des Europaparlaments die geplante Änderung der Berufsanerkennungs-Richtlinie beraten und es bei der Absenkung der Ausbildungsmindestdauer von sechs auf fünf Jahre belassen. Dabei ist die Mindestdauer von sechs Jahren seit der ersten EU-Richtlinie zur ärztlichen Ausbildung aus dem Jahr 1975 bislang allgemein akzeptiert worden.

„Brüssel schadet mit dem Vorschlag nicht nur der Ärzteausbildung und damit den Patienten, sondern auch der europäischen Idee, wenn die Standards abgesenkt werden“, kommentiert Professor Heyo Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages, die Vorschläge der EU-Kommission und des Binnenmarktausschusses. Gründe, warum gerade das Medizinstudium als einzige Ausbildung verkürzt werden soll, sind bisher nicht bekannt. Da gerade unter Medizinstudenten die höchste Austauschrate innerhalb der EU herrscht und die Anerkennung ärztlicher Berufsabschlüsse innerhalb der EU bisher unproblematisch war, ist eine "Internationalisierung" des Studiums kein ausreichendes Argument.

 

Folgen einer Reduzierung der Ausbildungszeit

„Wenn wegen einzelner Staaten diese Mindestdauer abgesenkt wird, werden andere nachziehen müssen. Dabei ist zu befürchten, dass es zu einer starken Verdichtung in der Lehre kommen wird, mit Auswirkungen auf die Ausbildungsqualität und einer sozialen Selektion“, gibt Heyo Kroemer zu bedenken. „Für die ärztliche Ausbildung ist es auch entscheidend, dass Studierende während ihres Studiums genügend Zeit zur Reflexion und zur persönlichen Weiterentwicklung haben“, ergänzt Rüdiger Strehl, Generalsekretär des Verbands der Universitätsklinika. Somit ginge die erhöhte Arbeitsbelastung der Studierenden nicht nur mit einem eventuellen Qualitätsverlust in der Lehre einher, sondern wirke such auch auf die Grundlagen für eine gute Arzt-Patient-Beziehung aus.

 

Endgültiges Urteil steht noch aus

Die Fachminister der Mitgliedsstaaten bilden den Ministerrat und auf dessen Position wird das EU-Parlament Wert legen. Der MFT hofft, dass die Minister die Meinung teilen, dass eine Kürzung negative Folgen haben wird.

 

Die Pressemeldung beim Medizinischen Fakultätentag

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