Zwingerhusten beim Hund

Definition

uneinheitliche Infektion der oberen Atemwege

  • primär verschiedene Virusarten beteiligt → milde Symptome, aber Schädigung der respiratorischen Epithelien
  • sekundär dann auch Bakterien (Ausnahme: Bordetella bronchiseptica auch primär)

Ätiologie

  • Virusarten:
    • abhängig von der Haltungsform der Hunde
    • häufige Erreger
      • canines Parainfluenzavirus
      • canines Adenovirus Typ 2 (CAV-2; Laryngotracheitisvirus)
      • canines Influenzavirus
    • gelegentliche Erreger
      • canine Reoviren (insbes. Typ 3)
      • canines Herpesvirus
      • pantropes canines Coronavirus
      • canines respiratorisches Coronavirus

→ Schädigung der lokalen Abwehr der Luftwege → Rhinitis, Bronchitis, evtl. Bronchiolitis

  • Häufige Sekundärerreger:
    • B. bronchiseptica, Streptococcus equi subsp. zooepidemicus, Mycoplasma spp. und andere Mikroorganismen

→ nur selten Ausbreitung außerhalb des Respirationstraktes mit schweren Allgemeinstörungen

       

  • AK-Prävalenz in Hundezwingern und Zuchten deutlich höher als bei Einzelhaltung

Pathogenese

  • B. bronchiseptica: 
    • Tröpfcheninfektion (Inkubationszeit 2-14 d.)
    • gramnegatives, aerobe Kokken-Bakterium
    • heftet sich an Zilien des Respirationstrakts, produziert potente Toxine → Ziliostase
    • hemmt Phagozytoseaktivität der Epithelzellen → Vermehrung und entzieht sich so der Immunantwort des Wirtstieres
    • Persistenz in Trachea und Bronchien mehrere Wochen, erst dann Immunität, die dann mehrere Monate anhält
  • Canines Parainfluenzavirus (CPIV): 
    • Führt nur zusammen mit anderen Erregern zu klinischen Symptomen
  • Canines Adenovirus-2 (CAV-2): 
    • hohe Affinität zum Respirationstrakt (im Gegensatz CAV-1)
    • Kreuzprotektivität zwischen den beiden Viren Impfung mit einer CAV-2-Vakzine schützt auch gegen CAV-1
  • Canines respiratorisches  HYPERLINK "https://vetcenter-q.thieme.de/vetcenter/contentViewer.do?type=book&typeId=160580109&flow=A&root-section=0802&xpath=08020308" Coronavirus (CRCoV):
    • Typ-2-Coronavirus, genetisch nicht verwandt mit dem enteralen caninen HYPERLINK "https://vetcenter-q.thieme.de/vetcenter/contentViewer.do?type=book&typeId=160580109&flow=A&root-section=0802&xpath=08020308" Coronavirus (CCoV), die serologische Unterscheidung daher möglich;
    • ohne Koinfektion mit anderen Erregern nur milde klinische Symptome, kann jedoch respiratorische Symptome bei geimpften Hunden erklären.

Symptome

Inkubationszeit: 4 – 7 Tage, selten länger

Unkomplizierter Verlauf:

  • paroxysmaler, leicht auslösbarer, trockener Husten ohne oder mit nur milden Allgemeinstörungen, evtl. seröser Nasenausfluss und Tonsillitis 
  • Husten löst teilweise Würgen und Erbrechen aus
  • Allgemeinbefinden i.d.R. ungestört
  • Anamnese: Teilnahme an einer Ausstellung oder Hundeprüfung, Aufenthalt in einem Ferienheim oder individuelle Stresssituation (Besitzerwechsel, Transporte) 
  • spontane Abheilung nach 1 – 2 Wochen

Komplizierter Verlauf:

  • mit Fieber, Allgemeinstörung, feuchter Husten, Anzeichen einer Pneumonie (Auskultation, Röntgen)
  • wenn keine Besserung nach 4-5 Tage Therapie ist ein Röntgenbild anzufertigen, um Komplikationen auszuschließen
  • Prädisponierend: Bestände mit wechselndem Tierbesatz, Immunsuppression, schlechter Impfstatus, starker Parasitenfall, schwere Sekundärinfektionen und Anomalien des Respirationstraktes
  • Laborbefunde i.d.R. unauffällig, bei bakt. Beteiligung evtl. Leukozytose mit Neutrophilie

 

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