• Mikrobiell kontaminiertes Heu

     

Heulage und Co.: Was kann die Fütterung für die Lunge tun?

Im Vordergrund der Prävention und Therapie chronischer Atemwegserkrankungen stehen eine möglichst staubfreie Fütterung und Haltung. Als optimal gilt in vielen Fällen die ganzjährige 24-stündige Weidehaltung, die jedoch nicht immer realisierbar ist. Doch welche positiven Effekte haben das Wässern oder Bedampfen von Heu oder die Fütterung von Heulagen?

Was ist eigentlich Stallstaub?

Der Stallstaub stellt eine Mischung aus anorganischen Schmutzpartikeln, Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Hefen und mikrobielle Stoffwechselprodukte, wie z. B. Endotoxine oder Mykotoxine), Schadgasen (z. B. Ammoniak, Methan) und Pflanzenpartikeln dar, wobei als Eintragsquelle zu 80 – 90% Futtermittel bzw. deren Umsetzungen verantwortlich sind. Hierbei darf auch die Einstreu nicht vergessen werden. Das Thema der Einstreuqualität ist ebenfalls Gegenstand der aktuellen Ausgabe.

Bei einem erhöhten Vorkommen von Stallstaub in der Umgebung von Pferden gelangen die Staubpartikel vermehrt in den oberen und unteren Atmungstrakt. Die sog. respiratorischen Partikel, die einen Durchmesser von < 5 µm aufweisen, passieren dabei im Wesentlichen die terminalen Bronchiolen der Lunge mit Partikeldeposition, was als besonders gravierend bei der Entstehung des equinen Asthmas gilt. Als Abwehrreaktionen wird vermehrt Schleim produziert und verschiedene inflammatorische Reaktionskaskaden werden aktiviert.

In Anbetracht dessen, dass viele Pferde zumindest im Winter vielfach in Boxen gehalten werden, verdient die Stallluft deshalb besondere Aufmerksamkeit. Die Zusammensetzung des luftgetragenen Stallstaubs wird dabei maßgeblich durch die Auswahl und Hygiene der Futtermittel und Einstreumaterialien, den Ausscheidungsprodukten der Pferde über die Atmung, Haut, Kot und Harn sowie durch die Besatzdichte und das entsprechende Lüftungssystem des Stalls geprägt. Bei den täglichen Routinearbeiten, wie z. B. Füttern und Misten, kann ein erheblicher Anstieg der Staubkonzentration in der Stallluft in Abhängigkeit der Stallaktivität festgestellt werden. Daraus lässt sich u. a. die Forderung ableiten, dass Pferde möglichst zu solchen Zeiten nicht im Stall sind, wenn gemistet oder weitere Stallarbeiten, wie z. B. das Abladen von Heu oder Stroh, vorgenommen werden.

Zu beachten ist auch, dass die Staubkonzentrationen in der Umgebung des Pferdes, d. h. im Kopf- und Nüsternbereich durch die Heu- oder Strohaufnahme deutlich höher sind (> 7-fach) als die Staubgehalte in der Stallluft auf der Stallgasse außerhalb der Box. In Geflügelställen gibt es Bestrebungen, die Staubpartikel durch den Vorgang der Ionisation elektrostatisch zu verändern, um somit die Bildung größerer Partikelzusammenlagerungen zu erzielen, die gemäß der Gravitation schneller absinken, um somit das Vorkommen der respiratorischen Partikel zu mindern. Diese Maßnahme führt aber in Pferdeställen nicht zu dem gewünschten Erfolg, sodass der Fokus auf die Reduzierung des Staubeintrags durch Fütterung und Haltung gelegt werden sollte.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Heulage und Co.: Was kann die Fütterung für die Lunge tun?

Aus der Zeitschrift: pferde spiegel 03/2018

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