Tularämie, Nagerpest beim Hund

Definition und Ätiologie

  • Erreger: Francisella tularensis
    • kleiner, pleomorpher, gramnegativer Bazillus
    • hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Kälte, Feuchtigkeit und pH-Wert-Änderungen
  • bei Hasen, Kaninchen und Nagetieren:
    • auf endemische Gebiete beschränkt
    • meist tödlicher Verlauf
  • Hunde:
    • hohe natürliche Resistenz
    • Erkrankung nur beim Vorliegen einer immunschwächenden Krankheit wie Staupe
    • in Endemiegebieten: häufig stumme Serokonversion
  • tritt v. a. in Ostmitteleuropa und Russland auf
  • Mittelwesten der USA und Schweden: rel. häufige Erkrankung
  • Deutschland: Meldepflicht

Pathogenese

  • Übertragung:
    • durch Zecken, Mücken
    • insbes. bei Jagdhunden durch Aufnahme von Kaninchen- oder Nagerkadavern
    • selten durch Inhalation von mit Nagerurin kontaminiertem Staub
  • Erreger hält sich fakultativ intrazellulär v. a. in Makrophagen auf
  • Bakteriämie → Mikroabszesse und granulomatöse Entzündungen in vielen Organen:
    • Lunge
    • Milz
    • Leber
    • Lymphknoten
    • Haut

Symptome

  • Serokonversion → kurze Anorexie- und leichtgradigen Fieberepisoden
  • selten: schwere Symptome
    • hohes Fieber
    • multifokale Abszesse
    • Lymphknotenschwellung
    • mukopurulenter Nasenausfluss
    • Myalgien
    • Uveitis
  • Inhalation des Erregers → respiratorische Symptomen
  • Laborwertveränderungen:
    • Leukozytose mit Linksverschiebung
    • Thrombozytopenie
    • erhöhte Leberenzymwerte
    • Hyperbilirubinämie

 

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