Toxocarose, Spulwurmbefall beim Hund

Definition und Ätiologie

Toxocara canis

  • wichtigster Vertreter aus der Gruppe der Spulwürmer
  • Ordnung Ascaridida , Familie Ascarididae
  • klinische Bedeutung bei Welpen
  • Adulte Stadien
    • parasitieren im Dünndarm
    • 2,5–3 mm dicke Weibchen, Länge 12–18 cm
  • wichtige Zoonose
  • Endwirte:
    • Hunde, Füchse
    • Ausscheidung ungefurchter Eier mit Kot →
    • in der Außenwelt entwickeln sich darin die infektiösen L3
  • Infektion von Hunden auf verschiedenen Wegen:
    1. perorale Aufnahme
      • der Eier mit den infektiösen L3
      • durch Verzehr von Gewebe paratenischer Wirte, in denen die L3 lange überleben können
    2. pränatale oder laktogene Übertragung von L3
      • Voraussetzung: somatische Wanderung der L3
      • teilweise auch Reservoir hypobiotischer L3 in der Hündin
  • Epidemiologisch pränataler Infektionsweg von Bedeutung:
    • pränatal infizierte Welpen scheiden im Alter von 3 Wo. bereits große Mengen von Toxocara-Eiern aus
  • perorale Aufnahme kleiner Mengen von L3-haltigen Toxocara -Eiern (ca. 100 Eier) → tracheale Wanderung
  • Präpatenz von 40–56 Tg.
  • weltweit in Hundepopulationen verbreitet
  • Prävalenzen patenter Infektionen schwanken erheblich
  • Würfe von latent infizierten unbehandelten Hündinnen: oft zu 100 % infiziert
  • bei über 6 Mo. alten Hunden: mittlere Prävalenz in Mitteleuropa zwischen 2 und 7 %

Toxocara leonina

  • in Mitteleuropa regional vorkommender Spulwurm von Fuchs und Hund
  • wenig pathogen
  • nur perorale Infektion
    • mit Eiern mit den infektiösen L3
    • oder durch Verzehr von Gewebe paratenischer Wirte

Pathogenese und Symptome

  • adulte Hunde mit intestinalen Infektionen: keine Symptomatik.
  • Welpen
    • massive, pränatal erworbene Toxocara -Infektionen →
      • Schäden in Leber und Lunge
      • verursacht durch die Wanderlarven
    • starker Befall des Darmes ab der 2. Lebenswoche →
      • Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens
      • häufiges Erbrechen
      • aufgeblähtes und druckempfindliches Abdomen („Askaridenbauch“)
      • Kolikerscheinungen
      • Obstipation im Wechsel mit Diarrhoe
      • ungeformter, schleimiger, zum Teil blutiger Kot
      • Eosinophilie
      • Anämie
      • intermittierendes Fieber
    • Folgen der Infektion:
      • Abmagerung
      • Entwicklungsverzögerung bis zum Wachstumsstillstand
      • glanzloses, struppiges Haarkleid
      • rachitische Erscheinungen
      • Todesfälle durch massiven Darmbefall: meist ab der 2. und 3. Lebenswoche
      • gelegentlich wandern Würmer in die Gallenwege ein oder durchbohren die Darmwand

 

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