• Othämatom Blutohr Tiermedizin Enke Verlag

     

Othämatom bei Hund und Katze

Das Othämatom ist ein alltägliches Problem von Hunden und Katzen in der tierärztlichen Praxis. Dieser Artikel gibt einen Überblick über Pathogenese und Ätiologie und fasst die chirurgischen sowie konservativen Behandlungsmethoden zusammen. Die hier beschriebenen Methoden beziehen sich größtenteils auf den Hund, können aber z. T. in angepasster Form auch bei der Katze angewendet werden.

Das Othämatom, Blutohr oder Hämatoma auriculare kann beim Hund und seltener bei der Katze vorkommen. Gemäß einer Studie in Großbritannien (2006) wurden Othämatome bei etwa 2 % der Hunde und 1,3 % der Katzen diagnostiziert, die aufgrund eines dermatologischen Problems in der Praxis vorgestellt wurden. Trotz der klinischen Relevanz in der alltäglichen Kleintierpraxis gibt es relativ wenige neuere Studien zu Ursachen und Therapiemöglichkeiten beim Hund und noch weniger bei der Katze. Per definitionem ist das Othämatom eine Ansammlung von serosanguinöser Flüssigkeit in der Ohrmuschel.

Anatomie

Die Ohrmuschel (Auricula oder Pinna) besteht bei Hund und Katze aus elastischem Knorpel (Muschelknorpel), der von der Knorpelhaut (Perichondrium) umgeben ist. Die darüber liegende Haut ist eng mit der Knorpelhaut verbunden und die Innenseite der Pinna nur spärlich behaart. An der Außenseite ist die Haut dicker mit spezies- und rassespezifischem Haarkleid. Die Ohrmuskeln haben rostromedial der Pinna ihren Ursprung und setzen ringsherum an der Ohrmuschel an, um so deren Beweglichkeit zu gewährleisten. Die Gefäßversorgung der Ohrmuschel erfolgt hauptsächlich durch die A. und die V. auricularis caudalis, die sich in mehrere Unteräste aufteilen und an der Konvexseite der Pinna verlaufen. Sie durchdringen den Knorpel und versorgen so auch die Konkavseite der Ohrmuschel.

Pathogenese

Bei externem oder selbst zugefügtem Trauma wie Kratzen, Reiben oder heftigem Kopfschütteln kommt es zur Verletzung der betroffenen Gefäße und in der Folge zu chondralen und dermalen Blutungen. Durch die Blutung im Knorpel bzw. im Raum zwischen Ohrknorpel und umgebender, normalerweise recht eng anliegender Haut füllt sich die betroffene Region immer mehr. Die Pinna schwillt je nach Ausmaß fokal oder generalisiert an. Dadurch können Symptome wie Schmerzen oder Kopfschütteln weiter verschlimmert werden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sucht der Besitzer den tierärztlichen Rat.

Die Gründe für Juckreiz oder Schmerzen im Ohr- und Kopfbereich sind vielfältig. Für eine erfolgreiche Behandlung des Othämatoms und eine Minimierung der Rezidivgefahr sind Diagnose und Behandlung der Primärursache entscheidend. Dennoch werden Pathogenese und Ätiologie des Othämatoms weiterhin kontrovers diskutiert. Gegen ein direktes Selbsttrauma durch Kratzen spricht z. B., dass Hunde und Katzen hierfür vor allem die gleichseitige Hintergliedmaße verwenden. Sie kratzen sich daher am ehesten an der lateralen Seite der Pinna, Othämatome kommen aber vor allem an der medialen Seite vor.

 

Lesen Sie hier den vollständigen Beitrag „Blut im Ohr“ – Othämatome bei Hund und Katze.

Aus der Zeitschrift kleintier.konkret 1/2016.

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