Neoplasien der Bauchdrüse

Autor(en): A. Ewringmann, B. Glöckner

Ätiologie & Pathogenese

Entartungen der Bauchdrüse werden insbesondere bei männlichen Zwerghamstern und Rennmäusen beobachtet, da die Aktivität der Drüsen durch Testosteron gesteuert wird. Bei den entstehenden Neoplasien handelt es sich oft um Karzinome und Adenokarzinome, aber auch Adenome kommen vor. Rennmäuse sind deutlich häufiger betroffen als Zwerghamster.

Klinik

Es entstehen Schwellungen und Umfangsvermehrungen ventral am Bauch (s. Abb. 1). Diese werden von den Tieren oft intensiv beleckt, sodass es zu sekundären Entzündungen und Ulzerationen kommt.

Abb. 1: Neoplastische Veränderungen der Bauchdrüse einer Rennmaus

 Diagnose

Eine sichere Abgrenzung entzündlicher und neoplastischer Veränderungen ist meist nur durch Punktion und zytologische bzw. histologische Untersuchung möglich. 

Therapie & Prognose 

Die Prognose ist als gut zu bewerten, auch wenn es bereits zu Ulzerationen des Tumors gekommen ist. Eine Metastasierung maligner Neoplasien erfolgt offenbar erst in sehr späten Stadien. Liegt eine raumfordernde, ulzerierte Umfangsvermehrung vor, so sollten jedoch Röntgenaufnahmen des Thorax angefertigt werden, um Lungenmetastasen ausschließen zu können. Auch wenn nur ein Teil der Bauchdrüse neoplastisch verändert ist, sollte dennoch stets die gesamte Drüse entfernt werden. Die Haut wird mit einem resorbierbaren Nahtmaterial intrakutan vernäht, damit die Tiere die Fäden nicht benagen können. Der Patient wird anschließend für eine Woche mit einem Antibiotikum (z. B. Chloramphenicol 2) sowie außerdem einige Tage mit einem Analgetikum (z. B. Meloxicam 100 ) behandelt. 

Quelle: A. Ewringmann, B. Glöckner, Leitsymptome bei Hamster, Ratte, Maus und Rennmaus
Diagnostischer Leitfaden und Therapie, ISBN: 9783830410638
2007, S. 99

 

 

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