Hypertension

Definition

  • Dauernde pathologische Erhöhung des systemischen arteriellen systolischen und/oder diastolischen Blutdrucks

Ätiologie/ Pathogenese

  • Blutdruck = Produkt von Durchblutung (Herzminutenvolumen) und Kreislaufperipherie- bzw. Gefäßwiderstand
  • Aufrechterhaltung des normalen Blutdrucks durch viele, komplex zusammenwirkende Regulationssysteme
    • Kreislaufzentren in Medulla oblongata
    • Pressosensoren
    • Neuroendokrines Zusammenspiel von sympathischem Nervensystem mit
      • Renin-Angiotensin-Aldosteron-System
      • Antidiuretischem Hormon (ADH, Vasopressin)
      • Endothelin
      • Stickoxid (NO)
      • Natriuretischen Peptiden
    • Folgen bei Veränderungen eines Parameters (Fluss und Widerstand)
      • Hypertonie oder Hypotonie
  • Blutdruckwerte
    • Messungen stark variierend, oft Messfehler, wiederholte Blutdruckmessungen empfohlen
    • Normal
      • Ca. 140 mmHg systolisch (syst.), 85 mmHg diastolisch (diast.)
      • Rüden leicht höher als Hündinnen
      • Rasseunterschiede: manche Rassen um 10–20 mmHg höher (Greyhound, Deerhound)
    • Risikokategorien für zukünftigen Endorganschaden (gemäß ACVIM Consensus Statement, Brown et al. 2007)
      • I: < 150 mmHg syst./< 95 mmHg diast. - Risiko minimal
      • II: 150-159 mmHg syst./95-99 mmHg diast. - Risiko klein
      • III: 160-179 mmHg syst./100-119 mmHg diast. - Risiko mittel
      • IV: ≥ 180 mmHg syst./≥ 120 mmHg diast. - Risiko groß
  • Hypertonie, z. B. durch
    • Erhöhte Durchblutung durch erhöhtes Herzminutenvolumen („Minutenvolumenhypertonie“)
    • Primär erhöhten peripheren Gefäßwiderstand („Widerstandshypertonie“)
    • Jede sekundäre Erhöhung dieser Parameter durch inadäquate neurohumorale Aktivierung
    • Sekundäre Hypertonien
      • Am häufigsten auftretend
      • Komplikationen von anderen systemischen Erkrankungen
        • Niereninsuffizienz, chronisch > akut (häufigste Ursache)
        • Glomerulonephritis
        • Endokrinopathien: Diabetes mellitus, Hypothyreose, Hyperadrenokortizismus, Akromegalie
        • Medikamenten-induziert ( Glukokortikoide oder Phenylpropanolamin)
        • Phäochromozytom und Hyperadosteronismus (Conn-Syndrom)(selten, sehr hohe Blutdruckwerte)
    • Primäre (essentielle oder idiopathische) Hypertonien
      • Beim Hund quasi unbekannt

Symptome

  • Keine Symptome möglich
  • Symptome der auslösenden Grundkrankheit
  • Symptome von chronischer Hypertonie verursachten Endorganschäden
    • Mensch
      • Herz (Linksherzhypertrophie, Arteriosklerose, evtl. Herztod)
      • ZNS (Schlaganfall)
      • Nieren (Glomerulosklerose, Proteinurie evtl. Niereninsuffizienz)
      • Augen (z. B. retinale Blutungen)
    • Hund
      • Nephropathien (Hypertonie-Ursache oder durch Endorganschäden)
      • Herzinfarkt und Schlaganfall a priori nur sehr selten
        • Ohne dokumentierten Zusammenhang mit Hypertonien
      • Hyphäma, selten Retinaläsionen (Blutung, Ablatio, Degeneration) und Erblindung
        • Nur bei systolischem Blutdruck > 180 mmHg
      • Epistaxis in Einzelfällen

 

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