Erkrankungen des Perikards beim Hund

Definition

  • Mit Perikarderguss einhergehende Erkrankungen unterschiedlicher Ursachen (am häufigsten neoplastisch oder idiopathisch)
  • Dritthäufigste Herzerkrankung

Ätiologie/ Pathogenese

  • Ursachen
    • Neoplasien
      • Serosanguinöser bis blutiger Perikarderguss
        • Vor allem große Hunde, häufiger Rüden als Hündinnen
        • Häufig rezidivierend nach Drainage
      • Meist Hämangiosarkom im rechten Herzohr (Prädilektionsstelle)
      • Auch: Herzbasistumoren
        • Chemodektom
        • Karzinome von ektopischem Schilddrüsen- oder Nebenschilddrüsengewebe
      • Seltener: Mesotheliom, Lymphom
    • Idiopathisch
      • Serosanguinöser bis blutiger Perikarderguss
      • Vor allem große Hunde, häufiger Rüden als Hündinnen
    • Bakterielle Perikarditis
      • Selten, meist Folge eines aus Atemwegen oder Ösophagus auswandernden, das Perikard perforierenden Fremdkörpers
    • Sekundär zu eitriger Pneumonie oder Pleuritis (sehr selten)
    • Stauungsbedingter Perikarderguss ( Transsudat )
      • Bei kongestiver Rechtsherzinsuffizienz oder globaler Herzinsuffizienz
      • Seltener infolge von Hypoalbuminämie
    • Mitralendokardiose: in sehr schweren Fällen bei Vorhofruptur (Hämoperikard)
  • Hämodynamische Folge von akutem Perikarderguss
    • Erhöhung des intraperikardialen Druckes
    • Einschnürung des Perikards (geringe Dehnbarkeit)
    • Verminderung des in die rechte Herzkammer einfließenden Blutvolumens
    • Behinderung der diastolischen Ventrikelfüllung und Erhöhung des enddiastolischen Ventrikeldrucks = Herzbeuteltamponade, Perikardtamponade
      • Akut: evtl. schon durch geringgradigen Erguss
      • Chronisch: langsame Dehnung des Perikards, größere Ergussmenge nötig (radiologisch Verdopplung der Herzgrösse)
    • Rückstau in großen Kreislauf und Reduktion des Herzschlagvolumens
    • Weitere Folge: reduzierte Blutversorgung der Körperperipherie

Symptome

  • Klinische Befunde
    • Aszites (modifiziertes Transsudat : Proteingehalt > 25 g/l, Zellzahl < 3000/µl)
    • Leistungsschwäch
    • Evtl. Synkopen
  • Auskultation/Palpation
    • Dumpfe, abgeschwächte Herztöne
    • Schwacher Puls (kleine Blutdruckamplitude)
    • Gestaute Jugularvenen
    • Kompensatorische Tachykardie
    • Tachypnoe
    • Gelegentlich Pulsus paradoxus (Abnahme der Pulsstärke in der Einatmungs- anstatt der Ausatmungsphase).

 

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