Canine Coronavirusinfektion

Definition

  • Bedeutung hat in den letzten Jahren stark zugenommen
  • beim Menschen: durch SARS-Epidemie (schweres akutes respiratorisches Syndrom) bekannt geworden
  • beim Hund von klinischer Bedeutung:
    1. canines enterales Coronavirus (CECoV)
    2. canines respiratorisches Coronavirus (CRCoV):
      • Beteiligung am Zwingerhusten-Komplex
      • unterscheidet sich antigenetisch vom enteralen Coronavirus
  • CECoV: Durchfallerreger, kann auch bei klinisch gesunden Hunden im Kot nachgewiesen werden
  • harmlosere canine Coronaviren (v. a. in Hundezwingern, Pensionen, Zuchten): weit verbreitet
  • hochvirulenten Varianten:
  • sporadisch immer wieder Ausbrüche
  • sog. pantropes canines Coronavirus:
  • durch Mutationen Organtropismus verloren
  • → multisystemische Erkrankung, mit Fieber, Erbrechen, hämorrhagischem Durchfall, neurologischen und respiratorischen Symptomen
  • Todesfälle beschrieben

Ätiologie und Pathogenese

  • einsträngige behüllte RNA-Viren der Familie Coronaviridae
  • Virushülle gleicht elektronenmikroskopisch einer Krone (= Corona)
  • antigenetisch gleiche Gruppe wie
    • Transmissibles Gastroenteritisvirus (TGEV) der Schweine
    • felines Coronavirus (FCoV)
  • sporadische Ausbrüche mit schwerem bis fatalem Ausgang mögl. durch:
    • Rekombination (Aufnahme von speziesfremder viraler genetischer Information)
    • generell sehr hohe Mutationsrate bei Coronaviren → begünstigt Entstehung neuer Varianten
  • Tenazität:
    • relativ gering, Inaktivierung durch Lipidlösungsmittel und Detergenzien
    • im Kot, v. a. bei kalten Temperaturen relativ lange überlebensfähig
    • Säureresistenz → können somit den Magen unbeschädigt passieren
  • Ansteckung: oro-fäkal
  • Ausscheidung: nach ca. 3–14 Tg im Kot
  • CECoV befallen hauptsächlich die apikalen Teile der Darmzotten des oberen Dünndarms und des lymphatischen Gewebes → Durchfall
  • erworbene Immunität nach Infektion schützt nicht vor Reinfektion

Symptome

  • in den meisten Fällen: vermutlich subklinische Infektionen
  • Häufigkeit bei einzeln gehaltenen Hunden: deutlich niedriger als bei Hunden aus Zwingern oder Zuchten
  • klinisch manifeste Erkrankungen:
    • typischerweise bei Welpen und Junghunden
    • Apathie und Anorexie, breiiger bis wässriger Durchfall, der selten auch Blut enthalten kann, Dehydratation, selten Fieber
    • Durchfall über 8–14 Tg. oder länger
    • Schwere und Dauer von gleichzeitig vorkommenden Parasitosen und Sekundärinfektionen abhängig
  • schwere Verläufe:
    • mit Fieber, stark blutigem Durchfall und Tod sind möglich
    • können auch ohne Koinfektion mit anderen Erregern (Parvovirose) auftreten
    • oft auf virulente Mutanten von harmlosen CECoV zurückzuführen

 

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