Blastomykose beim Hund

Definition und Ätiologie

  • Infektion von vornehmlich Lunge und Haut
  • durch dimorphe Pilze (temperaturabhängiger Wechsel von der „Fadenpilz-Form“ zur „Hefen-Form“)
  • regionalen Ausbreitung und unterschiedliche Erreger

Nordamerikanische Blastomykose

  • durch Blastomyces dermatitidis hervorgerufen
  • natürlicher Standort: Boden; Wachstum dort als „Fadenpilz“ und Ausbildung infektiöser Sporen
  • Endemiegebiete:
    • Täler des Mississippi und des Ohio
    • Staaten im Südosten der USA und im Bereich der Großen Seen
    • Zentralamerika und Afrika

Südamerikanische Blastomykose (Paracoccidioido-Mykose)

  • durch die thermodimorphe Pilzart Paracoccidioides brasiliensis hervorgerufen
  • wächst im Wirt bei 37 °C in der „Hefen-Form“
  • bildet an ihrem primären Standort „Boden“ bei 25 °C Myzel und Sporen
  • Endemiegebiete: tropische und subtropische Gebiete Süd- und Zentralamerikas
  • P.-brasiliensis-spezifische Antikörper bei Hunden (und Wildtieren) vor allem in ländlichen Gebieten dieser Regionen häufig nachweisbar
  • klinisch manifeste Erkrankungen – im Gegensatz zum Menschen – nur sehr selten

Pathogenese

  • Inhalation der Sporen → Besiedelung des respiratorischen Epithels → Sporen werden von Makrophagen aufgenommen → Umwandelung in die virulente „Hefenform“
  • Infektion kann auf die Lunge beschränkt sein
  • Absiedelung auf lympho-hämatogenem Weg in andere Organe möglich:
    • Haut
    • Knochenmark
    • Augen
    • ZNS
    • Prostata

Symptome

Nordamerikanische Blastomykose

  • entzündliche und multisystemische Natur
  • häufig: unspezifische Symptome wie Anorexie, Gewichtsverlust und Fieber (40–60 % der Fälle > 39,4 °C)
  • Lungenschädigungen in 65–85 % der Fälle → Tachypnoe und Husten
  • Lymphadenopathie, Uveitis, Chorioretinitis oder Panophthalmitis mögl.
  • granulomatöse oder ulzerative Hautläsionen bei 30–50 % der Fälle: v.a. Nasenspiegel, Haut im Kopfbereich und Nagelbett
  • beim Befall des Knochenmarks → Lahmheit
  • Radiologie Thorax:
    • diffuse oder noduläre interstitielle oder bronchointerstitielle Lungenveränderungen.
    • seltener: Bildung einzelner oder multipler Knoten im Lungenparenchym
    • gelegentlich: tracheobroncheale Lymphadenopathie
  • klinisch-chemische Diagnostik:
    • moderate Leukozytose
    • Hyperglobulinämie
    • geringgradige Hyperalbuminämie

Südamerikanische Blastomykose (Paracoccidioido-Mykose)

  • Klinisch: Lymphadenomegalie im Vordergrund

 

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