• Persönliche Geschichten

Juliane

Es war eine echte Belastung für meine Beziehung.

Ich bin vor sechs Monaten aus Brasilien nach Deutschland gezogen. Mein Lebensgefährte David hatte hier eine neue Arbeitsstelle und ich beschloss, mitzukommen. Anfangs genoss ich die neue Umgebung und die neuen Leute. Ich war ganz enthusiastisch, als ich in der Nähe an einer Universität ein Doktorandenstudium anfangen konnte.

Nach ein paar Monaten fiel mir die Doktorarbeit immer schwerer. Deutsch ist nicht meine Muttersprache. Das bremste mich sehr beim Lesen von Forschungsliteratur. Ich begann damit, abends lange aufzubleiben, um mein Lesepensum zu schaffen. Es war eine echte Belastung für meine Beziehung mit David. Er arbeitete lange und ich kam abends oft in eine leere Wohnung. Wenn er nach Hause kam, war ich mit meinem Studium beschäftigt. So verbrachten wir immer weniger Zeit miteinander.

Es fühlte sich so an, als gäbe es niemanden, der für mich da ist

Ich vermisste meine Freunde und meine Familie mehr als je zuvor. Es fühlte sich so an, als gäbe es niemanden, der für mich da ist. Ich wollte David nicht mit meinen Problemen belästigen, ihm war aber offensichtlich klar, dass etwas nicht stimmte. An der Universität hatte ich Freunde gefunden, aber verglichen mit meinen Freunden in Brasilien waren sie eher Bekannte. Ich hatte niemanden, dem ich mich anvertrauen konnte.

In einer Anzeige erfuhr ich von einem Onlineprogramm für kognitive Verhaltenstherapie

Als ich am Beratungsdienst der Universität vorbeikam, sah ich eine Anzeige für ein Onlineprogramm für kognitive Verhaltenstherapie. Ich dachte sofort, dass es mir helfen könnte. Manchmal fiel es mir schwer, beim Programm am Ball zu bleiben. Ich bin aber froh, dass ich durchgehalten habe.