• Persönliche Geschichten

Johannes

Meine Depression hat sich sozusagen an mich herangeschlichen.

Ich hatte viel um die Ohren und habe eigentlich nicht damit gerechnet. Als ich ein Kind war, habe ich von meinem Vater immer wieder gehört, wie wichtig harte Arbeit ist. Er war ein ziemlicher Perfektionist und hatte viel an meinen schulischen Leistungen auszusetzen. Als sein Vater starb, musste er früh von der Schule abgehen, um zum Unterhalt der Familie beizutragen. Daher drängte er mich immer, mein eigenes Potenzial voll auszuschöpfen. Ich glaube nicht, dass ich ohne ihn in meiner Karriere so erfolgreich gewesen wäre.

Ich konnte mich einfach nicht motivieren

Ich arbeitete bei einem Marketingunternehmen und hatte große Mühe mit der Arbeitsbelastung fertig zu werden. Es fiel mir sehr schwer, mich zu konzentrieren. Mir war bewusst, dass sich bei der Arbeit immer mehr Lücken bildeten, trotzdem konnte ich mich einfach nicht zum Arbeiten motivieren. Ich fiel immer häufiger aus. Ich hatte einfach nicht genug Energie, um morgens aus dem Bett zu kommen. Ich war immer ein Erfolgsmensch und wurde früher aufgrund meiner Leistungen häufig als „Mitarbeiter des Monats“ ausgezeichnet, aber das hatte sich grundlegend geändert.

Eines Tages bestellte mich mein Vorgesetzter in sein Büro. Er sagte, die Qualität meiner Arbeit entspräche nicht mehr meinem gewohnt hohen Standard. Auch wenn er es nicht direkt aussprach, wusste ich, dass ich meinen Job verlieren könnte, wenn ich nichts unternahm. Ich habe mich so geschämt.

Ich las ein Selbsthilfebuch über Depressionen und alles schien zu passen. Das Buch baute auf einer Therapiemethode namens KVT auf. Es war sehr hilfreich und half mir, meine Gefühle besser zu verstehen.