• PET in der pädiatrischen Radiologie

     

Update PET in der Pädiatrischen Onkologie

Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) kombiniert mit morphologischer Computer(CT)- oder magnetresonanztomografischer (MRT)-Bildgebung gewinnt für das Staging und Management pädiatrischer Tumorerkrankungen an Bedeutung. In der klinischen Routine werden insbesondere bei Hodgkin-/Non-Hodgkin-Lymphomen, Knochen- und Weichteilsarkomen, Kopf-Hals-Tumoren inklusive Schilddrüsenkarzinomen und ZNS-Tumoren die PET eingesetzt. Neben der auch im Kindesalter am häufigsten eingesetzten 18Fluor-2-fluoro-2-deoxy-d-glucose (FDG), werden, je nach Indikation, Tracer zur Darstellung anderer metabolischer und molekularer Vorgänge, wie bspw. des Aminosäuretransports (18F-Fluorethyltyrosin, FET), genutzt.

Bei der Durchführung der PET-Untersuchung im Kindesalter gilt es einige Besonderheiten zu beachten. Diese betreffen nicht nur das Management der Kinder und ihrer Eltern, sondern auch die notwendigen Anpassungen der Technik an den kleinen Patienten. Bei der Befundung der FDG-PET sind Unterschiede in der Verteilung der Stoffwechselaktivität gegenüber Erwachsenen zu beachten.

Die seit einigen Jahren verfügbare PET/MRT erlaubt die integrierte Bildakquisition zweier in der pädiatrischen Bildgebung etablierter Verfahren, der Ganzkörper(GK)-PET und der MRT bei gleichzeitig geringerer Strahlenexposition durch die fehlende CT-Komponente.

Indikationen

Die Liste der Indikationen für PET-Untersuchungen in der pädiatrischen Onkologie erweitert sich fortlaufend. Die S3-Leitlinie zur Ganzkörper-FDG-PET-Bildgebung bei Kindern mit onkologischen Erkrankungen wird im Moment aktualisiert. Für den Einsatz anderer PET-Tracer bei Kindern liegen keine eigenen Leitlinien vor.

Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome
Tumore des lymphatischen Systems sind die dritthäufigste Gruppe von Tumoren im Kindes- und Jugendalter und lassen sich in Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome einteilen. Die Non-Hodgkin-Lymphome wiederum lassen sich in T- und B-Zell-Lymphome unterteilen.

Hodgkin-Lymphome
Das Auftreten des Hodgkin-Lymphoms im Kindes und Jugendalter ist altersabhängig und betrifft in den westlichen Industrieländern vor allem die Gruppe der 15- bis 19-Jährigen. Bei Erstdiagnose liegt in den meisten Fällen eine schmerzlose Lymphadenopathie, besonders häufig supraklavikulär, zervikal oder mediastinal vor. Der Befall ist primär nodal und die Ausbreitung erfolgt über weitere Lymphknotenstationen. Milz, Leber, Lunge und Knochenmark sind in ungefähr 15 – 20 % sekundär befallen. Die Stadieneinteilung erfolgt nach Ann-Arbor, welche sich wesentlich auf die Lokalisation der befallenen Lymphknotenstationen mit dem Zwerchfell als Barriere stützt. Die Prognose ist bei entsprechender Behandlung mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von über 90 % exzellent.

Eine der am besten erforschten Indikationen für die PET-Bildgebung ist die Darstellung des Hodgkin-Lymphoms. Neben dem initialen Staging und der Beurteilung des Therapieansprechens nach Therapie wird auch die Bestrahlungsplanung bei Hodgkin-Lymphomen mittels FDG-PET/CT durchgeführt. Die Bewertung der metabolischen Response schon früh nach Therapiebeginn durch die Darstellung der verbleibenden Stoffwechselaktivität mittels FDG bestimmt dabei maßgeblich das klinische Procedere und ist auch prädiktiv für den weiteren Verlauf der Erkrankung.

Non-Hodgkin-Lymphome
Im Kindes- und Jugendalter treten im Unterschied zum Erwachsenen vor allem aggressive Lymphome, wie das lymphoblastische-, diffus großzellige B-Zell-, Burkitt-, oder großzellig anaplastische Lymphom auf. Niedrigmaligne Lymphome kommen nur selten vor. Die Non-Hodgkin-Lymphome zeigen im Kindesalter, im Gegensatz zum Erwachsenenalter, häufiger einen extranodalen Befall (Mediastinum, Kopf-Hals-Region, Abdomen, Knochenmark, ZNS), bspw. eine abdominelle Raumforderung beim Burkitt-Lymphom. Bei Non-Hodgkin-Lymphomen ist die St.Jude-/Murphy-Stadieneinteilung am weitesten verbreitet, die sich am extranodalen Befall orientiert. Die Prognose hat sich genau wie beim Hodgkin-Lymphom in den letzten Jahren deutlich verbessert mit 5-Jahres-Überlebensraten zwischen 80 und 90 %.

Insbesondere bei Kindern häufig vorkommende aggressive Lymphome, zeigen sich auf hohem Niveau FDG-positiv. Ziel der FDG-PET sind analog zum Hodgkin-Lymphom das initiale Staging mit höherer Sensitivität gegenüber morphologischen Bildgebungsmethoden und die Bewertung der frühen metabolischen Response. Zur Beurteilung des Therapieansprechens wird, wie auch bei Hodgkin-Lymphomen, der Deauville 5-point score eingegliedert in die Lugano-Klassifikation genutzt, der sich an der FDG-Avidität der Tumormanifestationen im Vergleich zum mediastinalen Blutpool und der Aktivität in der Leber orientiert. Nicht FDG-avide Non-Hodgkin-Lymphome werden primär mittels KM-gestütztem CT und mit der MRT untersucht.

Sarkome
Sarkome sind maligne Tumore mesenchymalen Ursprungs. Knochen- und Weichteilsarkome haben im Kindes- und Jugendalter einen Anteil von 12 % an allen malignen Erkrankungen. Die häufigsten primären Knochentumore sind das Osteosarkom und das Ewing-Sarkom. Diese kommen insbesondere im Jugend- und jungen Erwachsenenalter vor. Die häufigsten Weichteilsarkome des Kindes- und Jugendalters sind alveoläre/embryonale Rhabdomyosarkome. Die Heilungsraten pädiatrischer Knochen- und Weichteilsarkome liegen im lokalisierten Stadium über 70 %, wohingegen die Prognose im metastasierten Stadium weiterhin schlecht ist.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Update PET in der Pädiatrischen Onkologie

aus der Zeitschrift: Der Nuklearmediziner 03/2018

 

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