Unklare Leberherde bei Sigmadivertikulitis

Fallvorstellung

Ein 54-jähriger Diabetiker stellt sich in der Notfallabteilung unseres Krankenhauses mit Diarrhö, Fieber seit ca. 1 Woche, Schüttelfrost und einem Gewichtsverlust von ca. 5 kg in den letzten Wochen vor. Beim Eintritt ist er febril (39,7°) und tachypnoisch. Bei der Untersuchung ist das Abdomen rechts epigastrisch druckdolent. Laborchemisch sind die Entzündungszeichen stark erhöht (CRP 501,8 mg/l); der Urin ist blande. Die vom Notarzt durchgeführte Oberbauchsonografie wies multiple, echoarme, aber nicht echofreie Läsionen in der Leber nach. Zur weiteren Abklärung wird eine CT des Abdomens angemeldet (Abb. [1], Abb. [2]).

Bildanalyse

CT von Abdomen und Becken. Es wird eine CT des Abdomens und Beckens in der portalvenösen Phase nach i. v. Gabe von 80 ml Ultravist 370 (Bayer Schering Pharma AG, Berlin, Deutschland) durchgeführt, mit der sich zahlreiche Divertikel am Colon sigmoideum und am Colon descendens nachweisen lassen (Abb. [1]). Das Sigma selbst weist eine ca. 10 cm lange konzentrische Wandverdickung auf. Das mesenteriale Fettgewebe im Bereich des Colon sigmoideum ist imbibiert; die angrenzenden kleinen mesenterialen Gefäße zeigen sich akzentuiert.

In der unmittelbaren Umgebung des befallenen Dickdarmabschnitts bestehen rundliche, bis 6 mm große Lymphknoten. In der freien Bauchhöhle zeigen sich keine abszessverdächtigen Kollektionen oder extraluminalen Gaseinschlüsse. Der Befund wird als eine akute phlegmonöse Divertikulitis interpretiert. Zusätzlich bestätigen sich die sonografisch gesehenen fokalen Leberläsionen mit zahlreichen, etwas unscharf abgrenzbaren und leicht inhomogenen rundlichen Herden (max. 3 cm im Durchmesser).

Soweit in der CT beurteilbar, haben sie keinen Bezug zu den Gallenwegen (Abb. [2]). Die Dichte erweist sich als teils wasseräquivalent, vor allem zentral aber auch erhöht mit > 20 HU. In Anbetracht dieser Dichtewerte werden neben zystisch-nekrotisierenden Herden z. B. im Rahmen einer Metastasierung auch Abszedierungen in Erwägung gezogen.

  • Sigmadivertikulitis

    Abb. 1: Zentriertes Vergrößerungsbild aus der koronaren Reformatierung der CT in der portalvenösen Phase mit Imbibierung des Fettgewebes um das Sigma im Sinne einer phlegmonösen Divertikulitis.

     
  • Sigmadivertikulitis

    Abb. 2: Transversales Bild aus der CT-Untersuchung in der portalvenösen Phase. Scharf abgrenzbare Hypodensitäten (zentrale Attenuationswerte um ≥ 20 HU) im Leberparenchym.

     

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Aus der Zeitschrift Radiologie up2date 1/2015

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