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    Strahlenschutz: leichtes Einmalmaterial erweist sich als vollwertiger Ersatz des schweren Bleifolienschutzes. Foto: © Brilt - Fotolia.com

     

Strahlenschutz: Leichtes Einmalmaterial statt konventionellem Blei

Zum Strahlenschutz geeignete Einmalartikel aus einem neu entwickelten Barium-Bismut-Strahlenschutzmaterial (XPF) sind leichter und bieten einen hohen Tragekomfort. Sie schützen das Gewebe genauso effektiv wie die konventionelle Strahlenschutzbekleidung aus Bleifolien. Das Material eignet sich zudem auch als Kopfbedeckung.

Die Akzeptanz der konventionellen Strahlenschutzbekleidung aus Bleifolien wird durch deren Gewicht limitiert. Kopfbedeckungen aus Bleifolien sind zudem nicht üblich. Dieses Manko könnte der neu entwickelte XPF-Strahlenschutz beheben. Da es sich um Einmalmaterial handelt, wird zusätzlich die Logistik vereinfacht. Zurzeit steht ein Schilddrüsenschutz in Kragenform und eine Kopfbedeckung aus XPF zur Verfügung. Relevant war ein Vergleich der Schutzfunktion des neuen Materials mit dem konventionellen Bleimaterial unter realen, klinischen Bedingungen.

Zehn Untersucher nahmen an der Studie teil. Sie führten zusammen 60 endovaskuläre Maßnahmen durch. Randomisiert kam dabei entweder die Kombination Schilddrüsenschutz und Kopfbedeckung aus XPF oder nur der konventionelle Schilddrüsenkragen aus Blei zum Einsatz. Der konventionelle Schilddrüsenschutz wog 189 g. Der aus XPF dagegen nur 138 g. Die Kopfbedeckung aus XPF wog 144 g. Eine Kopfbedeckung aus Bleifolienmaterial kam nicht zum Einsatz. Die Strahlenbelastung der Ärzte wurde sowohl vor, als auch hinter dem Strahlenschutz dosimetrisch erfasst. Zusätzlich bewerteten die Ärzte auf einer visuellen Analogskala den Tragekomfort der Schutzbekleidung.

Im Mittel wurde 19 Minuten lang durchleuchtet. Vor dem Schilddrüsenschutz maßen die Autoren im Mittel eine kumulative Strahlendosis von 21,240 µSv. Der konventionelle Bleikragen hatte 71,9 %, der XPF-Kragen 79,7 % der Belastung abgefangen (p = 0,258). Die kumulative Strahlendosis vor der Kopfbedeckung lag bei 15,700 µSv. Die Kopfbedeckung aus XPF-Material hatte 85,4 % der Strahlung absorbiert. Bei der subjektiven Einschätzung des Tragekomforts ergab sich kein wesentlicher Unterschied zwischen dem leichteren XPF-Material und dem konventionellen Bleifolienschutz. Beides erreichte auf der visuellen Analogskala (0 – 100 Punkte, 100: maximal gut) Ergebnisse um 82 – 90 Punkte.

Fazit
Strahlenschutzbekleidung aus einem neuen Barium-Bismut-Material erweist sich unter realen, klinischen Bedingungen als vollwertiger Ersatz des schweren Bleifolienschutzes. Da es sich um leichteres Einmalmaterial handelt, wird nicht nur der Tragekomfort optimiert, sondern auch die Logistik verbessert.

Quelle: Interventionelle Radiologie Scan 3/2013

Uthoff H, Peña C, West J et al. Evaluation of Novel Disposable, Light-Weight Radiation Protection Devices in an Interventional Radiology Setting: A Randomized Controlled Trial. AJR Am J Roentgenol 2013; 200: 915 – 920

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