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    Kann die Strahlenbelastung reduziert werden, indem die Pflegekraft dem Gerätebediener eine Annäherung an den Patienten vorher ankündigt?

     

Strahlenschutz - Wie hoch ist die Strahlenbelastung des Pflegepersonals während der Intervention?

Während interventionell-radiologischer Eingriffe ist das Pflegepersonal bei der Ausführung von Verrichtungen am Patienten einer hohen Strahlenbelastung ausgesetzt. Die japanische Arbeitsgruppe von Komemushi et al. untersucht, ob die Strahlenbelastung im Rahmen der Intervention reduziert werden kann, indem die Pflegekraft dem Gerätebediener eine Annäherung an den Patienten vorher ankündigt.

Für die prospektive Studie wurde zwischen März und Mai 2012 die Strahlenbelastung von Krankenschwestern im Rahmen von 93 interventionell-radiologischen Eingriffen (Röntgendurchleuchtung) analysiert. Hierbei wurden die Interventionen in eine „Call“- sowie eine „No-Call“-Gruppe randomisiert. In der Call-Gruppe (n = 50) wurde jeder Patientenkontakt dem Gerätebediener angekündigt, in der No-Call-Gruppe (n = 43) näherten sich die Pflegekräfte dem Patienten unangekündigt. Die Strahlenbelastung des Gerätebedieners sowie des Pflegepersonals wurden gemessen. Bei den Krankenschwestern wurden hierbei mit Hilfe elektronischer Dosimeter das 1 cm-Dosisäquivalent im Sternalbereich außerhalb (Ha) sowie das 1 cm-Dosisäquivalent im Umbilikalbereich innerhalb der Bleischürze (Hb) aufgezeichnet und daraus die effektive Dosis (HE) errechnet: HE = 0,11 Ha + 0,89 Hb.

Die Durchleuchtungsdauer pro Intervention unterschied sich nicht signifikant zwischen den beiden Gruppen (p = 0,244). Die Strahlenbelastung des Gerätebedieners unterschied sich ebenfalls nicht signifikant zwischen den beiden Gruppen (Ha: p = 0,973; Hb: p = 0,509; HE: p = 0,761). Bei allen pflegerischen Verrichtungen am Patienten war die Äquivalenzdosis im Umbilikalbereich innerhalb der Strahlenschutzschürze der Krankenschwestern (Hb) unterhalb der Nachweisgrenze. Die Äquivalenzdosis im Sternalbereich außerhalb der Schürze (Ha) betrug 0,16 ± 0,41 μSv/Pflegeprozedur in der Call- und 0,51 ± 1,17 μSv/Pflegeprozedur in der No-Call-Gruppe (p = 0,034). Auch die effektive Dosis (HE) war in der Call-Gruppe signifikant niedriger als in der No-Call-Gruppe (0,018 ± 0,04 μSv/Pflegeprozedur vs. 0,056 ± 0,129 μSv/Pflegeprozedur; p = 0,034).


Fazit
Die Strahlenbelastung war signifikant geringer, wenn die Krankenschwester während einer Intervention dem Gerätebediener eine pflegerische Tätigkeit mit Annäherung an den Patienten vorher ankündigte. Durch ein kurzes Pausieren der Röntgenstrahlung konnte auf diese Weise eine unnötige Strahlenexposition des Pflegepersonals vermieden werden.

Aus Interventionelle Radiologie Scan 03(01)/2015, Dr. Judith Lorenz

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