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Staging des Lungenkarzinoms nach der revidierten TNM-Klassifikation

Das Lungenkarzinom ist eine der häufigsten Krebserkrankungen des Menschen. Die komplexen und häufig multimodalen Therapiekonzepte dieses Krankheitsbildes setzen eine exakte Klassifikation jedes Tumors anhand von Tumorgröße (T), Lymphknotenstatus (N) und Fernmetastasen (M) voraus. Die TNM-Klassifikation für Lungentumoren ist von der International Association for the Study of Lung Cancer (IASLC) kürzlich in der 8. Auflage veröffentlicht worden.

Epidemiologie

Die Behandlung von Patienten mit Tumorerkrankungen beschäftigt Ärzte vieler verschiedener Fachrichtungen. Zahlreiche innovative Therapieansätze, interdisziplinäre Behandlungskonzepte und neue diagnostische Methoden, die in den vergangen Jahren in die klinische Routine übernommen wurden, haben allgemein zu einem Fortschritt in der Behandlung von Tumorerkrankungen geführt. Im Fall der Lungentumoren ist dieser Fortschritt jedoch leider nur gering ausgeprägt. Eine Auswertung von 33 Phase-III-Studien, die zwischen 1973 und 1994 initiiert wurden, zeigte, dass die Patienten, die die experimentelle Therapie erhielten, nur in 5 Studien signifikant länger überlebten (Median 2 Monate). In den vergangenen Jahren wurde jedoch das Verständnis für die Entstehung von Lungentumoren auf molekulargenetischer Ebene vorangetrieben. Dieser Fortschritt bietet neue, vielversprechende diagnostische und therapeutische Ansätze, die in naher Zukunft weiter evaluiert werden müssen.

Das Lungenkarzinom ist weiterhin eine der häufigsten Krebserkrankungen des Menschen. Im Jahr 2013 erkrankten ca. 53 500 Menschen in Deutschland an Lungenkrebs (35,2% Frauen, 64,8% Männer. Interessant sind dabei die geschlechtsspezifischen Trends der vergangenen Jahre: Während Inzidenz und Mortalität für Lungentumoren bei Frauen angestiegen sind, wurde bei Männern ein Rückgang beobachtet. Diese Entwicklung wird vor allem auf das Rauchverhalten zurückgeführt, das sich bei Frauen und Männern unterschiedlich entwickelt hat. Wahrscheinlich wird die Inzidenz von Lungentumoren bis zum Jahr 2020 weiter ansteigen. Diese Prognose beruht insbesondere auf der demografischen Entwicklung und der ansteigenden Rate bei Frauen.

Angesichts der Häufigkeit von Tumorerkrankungen der Lunge und der Entwicklung der epidemiologischen Daten erscheint es umso wichtiger, das Verständnis für Lungentumoren weiter voranzutreiben, Klassifikationen detaillierter zu gestalten sowie neue diagnostische und therapeutische Ansätze zu entwickeln und zu evaluieren.


Staging

Im Zuge der (Erst)diagnose einer Tumorerkrankung ist ein zeitnahes, umfassendes Staging unerlässlich für die Planung eines adäquaten Therapiekonzeptes. Dabei sind sowohl das Wissen um die lokale Ausbreitung des Primärtumors als auch Informationen über evtl. vorliegende lymphogene und/oder hämatogene Metastasen von großem Interesse. Dieses – zunächst meist klinische, auf bildgebenden Methoden beruhende (s. u.) – Staging wird dabei i. d. R. anhand der seit Langem etablierten TNM-Klassifikation vorgenommen. Die TNM-Klassifikation beschreibt die Ausdehnung von malignen Tumoren hinsichtlich der lokalen Tumorgröße (T), des Lymphknotenstatus (N) und der Fernmetastasen (M).

Diese Klassifikation wird in regelmäßigen Abständen von der Union for International Cancer Control (UICC) und dem American Joint Committee on Cancer (AJCC) für solide Tumoren verschiedener Organe überarbeitet und veröffentlicht. Für die meisten Organe wird ein Vorschlag von der jeweiligen „Organ Task Force“ der AJCC für die Revision der bestehenden TNM-Klassifikation ausgearbeitet. Anschließend entscheidet die UICC über diesen Vorschlag. Der Überarbeitungsprozess der TNM-Klassifikation für Lungentumoren ist diesbezüglich eine Ausnahme, da der Vorschlag für die Revision in diesem Fall von der International Association for the Study of Lung Cancer (IASLC) auf der Grundlage einer eigenen Datenbank erarbeitet und der UICC vorgelegt wird. Dieses internationale und interdisziplinär angelegte IASLC Lung Cancer Staging Project war bereits für die 7. Auflage der TNM-Klassifikation für Lungentumoren verantwortlich. Die damals von der IASLC vorgeschlagenen Änderungen wurden sowohl von der UICC als auch von der AJCC vollständig übernommen. Diese 7. Auflage wurde in den vergangenen Jahren auf der Grundlage einer neuen, umfassenden Datenbank überarbeitet. Im Folgenden sind die sich hieraus ergebenden Änderungen, wie sie in der 8. Auflage der TNM-Klassifikation für Lungentumoren enthalten sind, zusammengestellt.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Staging des Lungenkarzinoms nach der revidierten TNM-Klassifikation

Aus der Zeitschrift Radiologie up2date 04/2017

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