• Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist weltweit die fünfthäufigste Krebsart mit ansteigender Tendenz.

     

Radioembolisation im höheren Alter

Radioembolisation auch im Alter gut verträglich und effektiv

Die Sicherheit und Wirksamkeit einer Radioembolisation bei inoperablem hepatozellulären Karzinom (HCC) im höheren Alter ist im Vergleich zu jüngeren Patienten weitgehend ungeklärt. Im Rahmen einer europaweiten Studie untersuchte Rita Golfieri mit italienischen und deutschen Kollegen retrospektiv den Therapieausgang nach Radioembolisation an vergleichbaren Kollektiven von Patienten im höheren (≥70 Jahre) und jüngeren Alter (<70 Jahre).

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist weltweit die fünfthäufigste Krebsart mit ansteigender Tendenz. Durch die höhere Lebenserwartung in der Allgemeinbevölkerung sind zunehmend auch ältere Patienten über 70 Jahre betroffen. Bisher werden ältere Patienten als weniger geeignete Kandidaten betrachtet, wenn es um therapeutische chirurgische oder nicht-chirurgische Ansätze wie Resektion, Radiofrequenz-Ablation (RFA), perkutane Ethanol-Injektion (PEI), transarterielle Chemoembolisation (TACE) oder systemische Chemotherapie geht. Begründet ist diese Einschätzung durch häufigere Begleiterkrankungen oder einen reduzierten Allgemeinzustand im höheren Alter.

Einige Studien lassen vermuten, dass hohes Alter nicht per se ein unabhängiger Prognosefaktor für den Therapieausgang verschiedener HCC-Behandlungsmethoden ist, wenn eine geeignete Patientenselektion erfolgt. Die Studiendaten sind aber uneinheitlich und erlauben keine abschließende Klärung über den Einfluss des Alters auf den Therapieausgang.

Als effektive und gut verträgliche Therapie bei intermediären und fortgeschrittenen hepatozellulären Karzinomen hat sich die Radioembolisation mit Yttrium-90-Resin-Mikrokügelchen erwiesen, die einen günstigen Therapieausgang auch im höheren Alter erhoffen lässt.

In die retrospektive multizentrische und multidisziplinäre europaweite Studie im Rahmen von ENRY (European Network on Radioembolisation with Yttrium-90 resin microspheres study group) konnten im Zeitraum zwischen 2003 und 2009 konsekutiv 325 Patienten eingeschlossen werden. Alle Patienten hatten ein inoperables hepatozelluläres Karzinom und wurden zur Therapie mit Yttrium-Radioembolisation in 2 Altersgruppen aufgeteilt: höheres (≥70 Jahre, mittleres Alter 74,3 Jahre, n=128) und jüngeres (<70 Jahre, mittleres Alter 58,1 Jahre, n=197) Alter. Beide Gruppen waren ansonsten in den demographischen und klinischen Parametern vergleichbar. Ausgewertet und verglichen wurden die Überlebenszeiten und Nebenwirkungen in beiden Gruppen.

Die älteren Patienten hatten eine geringere Tumorlast, ein kleineres mittleres Leber-Zielvolumen und eigneten sich mehr für segmentale Therapie (p=0,054). Es ergab sich kein signifikanter Unterschied in der mittleren Überlebenszeit zwischen beiden Gruppen im frühen, intermediären oder fortgeschrittenen HCCStadium nach BCLC (Barcelona Clinic Liver Cancer System): 12,8 Monate im jüngeren und 14,5 Monate im höheren Alter (p= 0,942). Die Radioembolisation wurde in beiden Gruppen vergleichbar gut vertragen, wobei Nebenwirkungen, die sich auf den Eingriff bezogen, vorwiegend mild (Grad 1–2) und von kurzer Dauer waren.

Fazit

Die Autoren schlussfolgern, dass die Radioembolisation von Patienten mit inoperablem hepatozellulären Karzinom im höheren Alter ebenso wirksam und gut verträglich sein kann wie im jüngeren Alter. Weitere prospektiv randomisierte Studien seien aber notwendig, um in beiden Altersgruppen den Nutzen hinsichtlich des Überlebens besser beurteilen zu können.

Quelle: Interventionelle Radiologie Scan 2014; 02(02): 127-128 DOI: 10.1055/s-0034-1365665

Originaltitel der Publikation: Golfieri R, Bilbao JI, Carpanese L et al. Comparison of the survival and tolerability of radioembolization in elderly vs. younger patients with unresectable hepatocellular carcinoma. J Hepatol 2013; 59: 753-761

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