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    Epimyseale (periphere) Grad-1-Verletzung des rechten M. soleus. Auf der transversalen intermediär gewichteten TSE-Aufnahme mit Fettsuppression stellt sich eine Signalanhebung an der Muskeloberfläche dar (Pfeilspitzen).

     

MRT von Muskelverletzungen

Verletzungen der Skelettmuskulatur sind insbesondere bei Sportlern sehr häufig. Neben dem Ultraschall ist die MRT das wichtigste bildgebende Verfahren zur Diagnose und Graduierung von Muskelläsionen. Dieser Artikel soll eine Übersicht über die Untersuchungstechnik und diagnostischen Kriterien der MRT bei akuten und chronischen Läsionen des Skelettmuskels geben. Außer der Morphologie direkter und indirekter Muskelverletzungen werden auch die MRT-Befunde der Myositis ossificans und des Kompartmentsyndroms diskutiert.

Verletzungen des Skelettmuskels treten in über 90% der Fälle im Sport auf. Sie haben unter den Sportverletzungen einen Anteil von 10–55% und gehören zu den häufigsten Ursachen für verletzungsbedingte Ausfälle von Athleten. Betroffen sind vor allem Leichtathleten (Läufer, Springer), bei denen 16% aller sportassoziierten Muskelverletzungen beobachtet werden, und Teamsportler. So machen Muskelläsionen etwa 30%aller Verletzungen bei Profi-Fußballern aus.

Man unterscheidet die sehr viel häufigeren indirekten Muskelverletzungen, bei denen die Gewebsschädigung meist durch eine plötzliche exzessive Überbelastung und Muskeldyskoordination ausgelöst wird, von den selteneren direkten Muskelverletzungen, die infolge einer unmittelbaren äußeren Krafteinwirkung entstehen.

Aus biomechanischer Sicht ist der Muskel das zentrale Element der kinetischen Kette des Bewegungsapparates (Knochen–Sehne–Muskel). Im Kindesalter ist das schwächste Glied dieser Kette der Knochen bzw. die knöcherne Apophyse, an der eine Sehne inseriert. Als Folge einer unphysiologischen Traktion entstehen bei Kindern daher typischerweise knöcherne bzw. apophysäre Avulsionsverletzungen. Sehnenrupturen treten häufig bei älteren Erwachsenen mit vorbestehender Sehnendegeneration auf, in deren Folge das normalerweise gegen Zugbelastungen äußerst widerstandsfähige Sehnengewebe geschwächt wird. Bei jungen Erwachsenen stellt die Verbindung zwischen Sehnen- und Muskelgewebe, also der myotendinöse Übergang, die typische Lokalisation des biomechanischen Versagens dar. Verletzungen des Skelettmuskels im engeren Sinne sind daher vorwiegend in dieser Altersgruppe zu erwarten.

Basisprotokoll

Spulenwahl und Größe des FOV müssen letztlich dem klinischen Untersuchungsbefund und der Fragestellung angepasst werden. Da bei Untersuchungen im Bereich der Extremitäten, der Brust- und Bauchwand sowie des Beckens i. d. R. größere Muskelabschnitte einschließlich des proximalen Ursprungs oder/und der distalen Insertion erfasst werden müssen, kommen hier aber zumeist Body-Array-Spulen zum Einsatz.

Das Basisprotokoll sollte folgende 4 Pulssequenzen umfassen:

  • koronare (seltener sagittale) T1w SE-/TSE-Sequenz
  • koronare (seltener sagittale) STIR-Sequenz oder
    intermediär gewichtete TSE-Sequenz (TE=35–50ms) mit Fettsättigung
  • transversale STIR-Sequenz oder intermediär gewichtete TSE-Sequenz mit Fettsättigung
  • transversale T2w TSE-Sequenz ohne Fettsättigung

Die Wahl der optimalen Schichtorientierung in der langen Achse (koronar oder sagittal) richtet sich nach der Lokalisation der Verletzung. Generell sollte aufgrund der besseren anatomischen Darstellung aber der koronaren Ausrichtung der Vorzug gegeben werden. Bei einer Schichtdicke von 3–5mm sollte die In-Plane-Auflösung der Aufnahmen unter 0,5mm liegen.

Lesen Sie hier den kompletten Fortbildungsartikel zum „MRT von Muskelverletzungen" aus der Zeitschrift Radiologie up2date 4/2014.

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