• Schultergelenk

     

MRT der Rotatorenmanschette – ein Update

Die Rotatoren des Schultergelenks zählen zu den wichtigsten aktiven Stabilisatoren, indem sie den Humeruskopf bei den Bewegungen der Schulter und des Schultergürtels in der Gelenkpfanne zentrieren. Zusätzlich ermöglichen sie Rotationsbewegungen im Schultergelenk und – als Gegenspieler u. a. der Mm. deltoideus und teres major – Ab- und Adduktionsbewegungen der Schulter.

Damit unterliegen die Sehnen der Rotatoren während des gesamten Lebens mehr oder weniger starken Beanspruchungen. Dies erklärt, warum Erkrankungen der Rotatorenmanschette mit die häufigste Ursache von Schmerzen und Dysfunktionen des Schultergelenks im Erwachsenenalter sind. Ungeachtet der Fortschritte bei der sonografischen Beurteilung spielt die MR-Bildgebung nach wie vor eine wichtige Rolle, weil das Verfahren nicht nur detailliert die Rotatorenmanschette selbst darstellt, sondern es auch ermöglicht, das Schultergelenk einschließlich der ossären und intraartikulären Strukturen umfassend zu beurteilen. Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über aktuelle Konzepte bei der MR-Bildgebung der Rotatorenmanschette verschaffen.

Anatomische Vorbemerkungen

Sehnen der Rotatorenmanschette

Die Rotatorenmanschette setzt sich von anterior nach posterior zusammen aus den Sehnen der Mm. subscapularis, supraspinatus, infraspinatus und teres minor. Kennzeichen dieser Muskeln ist der Ursprung im Bereich der Skapula und der Ansatz am Humeruskopf.

M. subscapularis. Der M. subscapularis entspringt von den medialen Dreivierteln der Fossa subscapularis, seine Muskelfasern ziehen nach lateral und die oberen zwei Drittel gehen auf Höhe des Glenoids in die Sehne über, die dann am Tuberculum minus ansetzt. Das kaudale Drittel des M. subscapularis hat einen direkten „muskulären“ Ansatz am Collum chirurgicum. Der Ansatzbereich am Tuberculum minus ist trapezförmig mit der breiteren Seite kranial und verjüngt sich nach kaudal. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass die am weitesten kranial gelegenen Sehnenanteile über den Sulcus intertubercularis ziehen und am Tuberculum majus inserieren. Dort verschmelzen sie mit Fasern der Supraspinatussehne. Auf diese Weise trägt dieser Sehnenanteil zum Aufbau des Rotatorenintervalls bei.

M. supraspinatus. Der M. supraspinatus entspringt von der Fossa supraspinata und der Oberfläche der Spina scapulae und setzt an der oberen Facette des Tuberculum majus an. Die Supraspinatussehne besteht aus 2 Anteilen: Der vordere Anteil ist lang und dick, der dorsale kurz und dünn. Der Ansatzbereich der Sehne ist dreieckförmig, von variabler Größe und beansprucht lediglich die anteromediale Hälfte der Facette. Gleichzeitig ziehen ventrale Fasern der Sehne über den Sulcus intertubercularis, um am Tuberculum minus zu inserieren.

M. infraspinatus. Der M. infraspinatus entspringt mit seinem größeren Anteil von der Fossa infraspinata und dem kleineren Teil von der Unterfläche der Spina scapulae. Er inseriert an der mittleren und der posterolateralen Hälfte der oberen Facette des Tubuerculum majus. Sein Ansatzbereich weist – analog zum M. supraspinatus – ebenfalls eine variable Größe auf.

M. teres minor. Der M. teres minor entspringt unterhalb des M. infraspinatus von der Margo lateralis scapulae und inseriert an der unteren Facette des Tuberculum majus, einzelne Faserzüge der kaudalen Anteile setzen direkt am Collum chirurgicum an.

Rotatorenintervall

Mit dem Rotatorenintervall wird üblicherweise die Lücke zwischen dem Oberrand der Subskapularissehne und dem Vorderrand der Supraspinatussehne bezeichnet. Es handelt sich um einen dreieckförmig geformten Raum, der medial von der Basis des Korakoidfortsatzes begrenzt wird und nach lateral in den Sulcus intertubercularis und das Lig. transversum humeri ausläuft. Leitstruktur des Rotatorenintervalls ist der intraartikuläre Anteil der langen Bizepssehne, die von einem Ausläufer der ventralen Gelenkkapsel umscheidet wird. Dieser Ausläufer wird von den Ligg. coracohumerale und glenohumerale superius verstärkt, die den Aufhängeapparat der langen Bizepssehne („Pulley“) bilden. Läsionen des Pulleys der langen Bizepssehne wie auch des Rotatorenintervalls gehen oft mit Läsionen der Subskapularis- und (weniger häufig) der Supraspinatussehne einher.

Die Rotatorenmanschette der Schulter wird von anterior nach posterior gebildet aus den Sehnen der Mm. subscapularis, supraspinatus, infraspinatus und teres minor. Die Lücke zwischen dem Oberrand der Subskapularis- und dem Vorderrand der Supraspinatussehne wird als Rotatorenintervall bezeichnet. Anatomische Leitstruktur ist die lange Bizepssehne mit ihrem Halteapparat („Pulley“). 

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Aus der Zeitschrift Radiologie up2date 1/2016

 

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